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Umkämpfte Partie: Selim Teber (M.) im Duell mit Bastian Schulz (l.) und Leon Andreasen © getty

Der Herbstmeister kommt auch gegen Hannover nicht über ein Remis hinaus. Zwei 1899-Verteidiger verletzen sich schwer.

Sinsheim - Herbstmeister 1899 Hoffenheim kann nicht einmal mehr gegen das schwächste Auswärtsteam der Bundesliga gewinnen und hat im Kampf um die deutsche Meisterschaft einen weiteren Rückschlag erlitten.

Der Aufsteiger kam am 25. Spieltag nicht über ein 2:2 (1:1) gegen Hannover 96 hinaus und wartet damit seit nunmehr sieben Partien auf einen Sieg. Zudem verletzten sich die Verteidiger Andreas Ibertsberger (Verdacht auf Innenbandanriss) und Matthias Jaissle (Knie) schwer.

Dagegen holte Hannover nach zuvor sieben Auswärtpleiten in Folge wieder einen Punkt und verschaffte dem umstrittenen Trainer Dieter Hecking eine kleine Atempause.

Die Führung der Hoffenheimer durchen einen Foulelfmeter von Kapitän Selim Teber (20.) verwandelten Hanno Balitsch (22.) und Mario Eggimann (74.) in einen Hannoveraner Vorsprung.

Der sechs Minuten zuvor eingewechselte Wellington rettete den Gastgebern dann in der 84. Minute wenigstens noch das Unentschieden.

Ohne Offensive

Vor 31.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena waren die Gastgeber, die ohne die verletzten Demba Ba, Chinedu Obasi, Sead Salihovic und Vedad Ibisevic auskommen mussten, in der Anfangsphase deutlich überlegen.

Die Kraichgauer, bei denen der frühere Nationaltorwart Timo Hildebrand nach seinen überstandenen Verletzungen wieder zwischen den Pfosten stand, schnürten die Niedersachen teilweise in deren eigener Hälfte ein.

Das Team von Trainer Ralf Rangnick, der von 2001 bis 2004 in Hannover gearbeitet hat, verpasste es allerdings zunächst, seine klaren Vorteile zur Führung zu nutzen.

Hoffenheim überlegen

Der Brasilianer Carlos Eduardo (6.), Stürmer Boubacar Sanogo (11.) und Mittelfeldspieler Tobias Weis (13.) vergaben die Chancen.

Nach rund einer Viertelstunde musste Rangnick seine Elf umstellen. Für den verletzten Österreicher Ibertsberger (Verdacht auf Innenbandanriss) kam der erst 17 Jahre alte Marco Terrazino (16.) ins Spiel.

An der Überlegenheit des Aufsteigers änderte dies allerdings nichts. Dennoch brauchten die Gastgeber einen Elfmeter, um in Führung zu gehen.

Elfer umstritten

Die Strafstoß-Entscheidung von Schiedsrichter Wolfgang Stark war allerdings umstritten. Nationalspieler Andreas Beck war von Hannovers Konstantin Rausch nämlich hinter der Torauslinie gefoult worden.

"Wenn das Foul außerhalb des Feldes begangen wurde, war es eine Fehlentscheidung", sagte der für die Unparteiischen zuständige Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes, Rainer Koch.

Die Antwort der Gäste, bei denen der gesperrte Christian Schulz sowie die verletzten Frank Fahrenhorst, Michael Tarnat, Steven Cherundolo und Jan Schlaudraff fehlten, ließ nicht lange auf sich warten.

Tätlichkeit übersehen

Zwei Minuten nach dem Hoffenheimer Treffer nutzte Balitsch nach einem Freistoß von Arnold Bruggink eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr der Gastgeber zu seinem ersten Saisontor - allerdings stand Balitsch bei seinem Treffer wohl im Abseits.

Im Anschluss entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, die vor der Pause nur noch einen Aufreger zu bieten hatte. Dabei versetzte der Hoffenheimer Luiz Gustavo hinter dem Rücken von Schiedsrichter Stark seinem Gegenspieler Bruggink einen Ellbogenschlag, der eigentlich mit einem Platzverweis hätte geahndet werden müssen.

Da der Referee die Szene offentsichtlich nicht gesehen hat, könnte der DFB-Kontrollausschuss anhand der Fernsehbilder Ermittlungen einleiten.

Joker sticht

Nach dem Seitenwechsel bemühten sich die Gastgeber um die erneute Führung, doch Carlos Eduardo scheiterte freistehend an Nationaltorwart Robert Enke (49.). Kurz darauf musste Rangnick erneut wegen einer Verletzung wechseln.

U21-Nationalspieler Jaissle verletzte sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers am Knie und wurde durch den 19 Jahre alten Fabricio ersetzt (56.).

Der im Winter nach Hoffenheim gekommene Brasilianer feierte sein Bundesliga-Debüt. In den letzten 20 Minuten der Partie verstärkte Hoffenheim noch einmal den Druck.

Nationalspieler Marvin Compper vergab per Kopf allerdings die beste Chance (72.). Stattdessen traf der mit einem Kopfverband spielende Eggimann per Kopf nach Freistoß von Bruggink, ehe Joker Wellington (84.) kurz vor Schluss ausglich.

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