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Am Boden: Emil Jula musste mit Energie Cottbus die vierte Pleite in Folge hinnehmen © getty

Cottbus macht das Spiel, Köln die Tore. Die anhaltende Ungefährlichkeit verstärkt die Abstiegs-Sorgen in der Lausitz.

Cottbus - Verkehrte Welt in der Lausitz.

Der 1. FC Köln lieferte laut Matchwinner Milivoje Novakovic ein "Spiel ohne Bundesliga-Niveau" ab, doch am Ende schlichen die Spieler von Energie Cottbus wie geprügelte Hunde vom Platz.

Der Stachel über die 100. Niederlage im Fußball-Oberhaus saß tief bei den Lausitzern, die das Saisonziel Klassenerhalt nach dem unglücklichen 0:2 (0:2) gegen Köln und der vierten Niederlage in Folge immer mehr aus den Augen verlieren.

"Das Spiel ist relativ einfach erklärt: In der ersten Halbzeit hat uns Köln eingeschläfert und in der zweiten Hälfte unsere Fehler eiskalt bestraft", sagte Manager Steffen Heidrich.

"Wenn wir vorm Tor nicht explodieren, wird es eng"

Beim Blick auf die Statistik, die für Energie einen Ballbesitz von 62 Prozent und eine Torschuss-Bilanz von 19:5 aufwies, schüttelte der Manager fassungslos den Kopf und meinte: "Davon können wir uns nichts kaufen. Wenn wir vor dem Tor nicht endlich explodieren, wird es eng. "

Zwar bleibt zumindest Relegationsplatz 16 bei zwei Punkten Rückstand auf Borussia Mönchengladbach in greifbarer Nähe, doch die derzeitige Harmlosigkeit im Angriff macht kaum Hoffnung auf eine baldige Aufholjagd.

"Wir üben das pausenlos im Training, aber bei unseren Stürmern fehlt im Moment der letzte Tick Aggressivität", haderte Trainer Bojan Prasnikar und flüchtete sich in Durchhalteparolen: "Wir müssen weiter an uns glauben, dann kommt das Glück irgendwann zurück."

Anschauungsunterricht von Novakovic

Kostenlosen Anschauungsunterricht in Sachen Effektivität bekamen die Energie-Stürmer von Novakovic erteilt.

Kölns Kapitän machte aus zwei Torschüssen zwei Treffer und sorgte fast im Alleingang dafür, dass sich der Aufsteiger vorerst aller Abstiegssorgen entledigt hat.

In der 51. Minute nutzte er einen Patzer von Energie-Torhüter Gerhard Tremmel, der einen Schuss von Petit unglücklich abklatschen ließ.

Fünf Minuten später verwandelte Novakovic einen Foulelfmeter, nachdem er selbst vom Türken Cagdas zu Boden gezerrt worden war.

"Kein Bundesliga-Niveau"

Besonders glücklich schien der slowenische Nationalstürmer, der zuvor fünf Spiele nicht getroffen hatte, aber nicht zu sein.

"Das war ein schlechtes Spiel ohne Bundesliga-Niveau", sagte Novakovic nach seinen Saisontreffern Nummer 13 und 14.

"Wir dürfen uns über den Sieg freuen, aber nicht über die Leistung."

Auch FC-Trainer Christoph Daum sprach nach dem ersten Erfolgserlebnis seit dem 2:1-Coup bei Meister Bayern München vor genau einem Monat von einem "glücklichen Sieg".

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Gewissermaßen hatte Köln die Gastgeber mit deren eigenen Waffen geschlagen.

Der Aufsteiger agierte vor der Vierer-Abwehrkette mit drei defensiven Mittelfeldspielern und nutzte die wenigen Möglichkeiten eiskalt.

"Fußball ist nun einmal ein Ergebnissport, und das Resultat hat heute anders als zuletzt gestimmt", sagte Daum zufrieden.

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