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Angschlagen, aber einsatzbereit: 1899-Stürmer Boubacar Sanogo © getty

Das Lazarett ist überfüllt: Beim enttäuschenden Remis gegen Hannover verletzen sich zwei Abwehrspieler, zudem droht eine Sperre.

Sinsheim - Dem geschockten Ralf Rangnick war das Ergebnis fast völlig egal.

"Das Resultat ist nachrangig. Bei uns herrscht eine absolute Seuche", jammerte der sichtbar mitgenommene Trainer von Bundesliga-Herbstmeister 1899 Hoffenheim,.

Das 2:2 (1:1) gegen Hannover 96 interessierte Rangnick nur am Rande.

Grund für die Niedergeschlagenheit war nicht das siebte Spiel ohne Sieg in Folge, sondern die schweren Verletzungen der beiden Stammkräfte Matthias Jaissle und Andreas Ibertsberger.

Ermittlungen gegen Luiz Gustavo

Außerdem leitet der Deutsche Fußball-Bund aufgrund der TV-Bilder Ermittlungen gegen 1899-Mittelfeldspieler Luiz Gustavo wegen des Verdachts auf eine Tätlichkeit ein.

U-21-Nationalspieler Jaissle erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie und fällt für den Rest der Saison aus. Der Innenverteidiger wird in den kommenden Tagen operiert und muss ein halbes Jahr pausieren.

Beim Österreicher Ibertsberger wurde ein Innenbandriss im rechten Knie diagnostiziert. Der Außenverteidiger wird mindestens sechs Wochen fehlen.

Damit ist das Lazarett des Aufsteigers, in dem sich bereits die Leistungsträger Demba Ba, Chinedu Obasi, Sead Salihovic und Vedad Ibisevic befinden, überfüllt.

"Jede Woche neue Hiobsbotschaften"

"Wir haben fast jede Woche Hiobsbotschaften zu verkraften. Das ist schon brutal", meinte Rangnick, der in den nächsten Wochen improvisieren muss.

"Wir sind immer noch auf dem fünften Platz. Wir müssen versuchen, Alternativen zu finden", sagte der Coach, zurückgreifen kann.

Der DFB-Kontrollausschuss wird ab Montag gegen den Brasilianer ermitteln, dem Mittelfelspieler droht eine Sperre.

Luiz Gustavo hatte seinem Gegenspieler Arnold Bruggink hinter dem Rücken von Schiedsrichter Wolfgang Stark einen Ellbogenschlag verpasst (36.), der mit einem Platzverweis hätte geahndet werden müssen.

"Ich habe die Szene erst im Fernsehen gesehen. Wenn ich sie auf dem Platz gesehen hätte, wäre es eine Rote Karte gewesen", erklärte Stark.

Da der Unparteiische die Tätlichkeit nicht gesehen hat, kann der Kontrollausschuss anhand der TV-Bilder Ermittlungen einleiten.

Schiedsrichter Stark mehrmals im Mittelpunkt

Stark und seine Assistenten standen zudem in zwei weiteren Szenen im Blickpunkt.

Zunächst verhängte der Unparteiische einen Strafstoß gegen Hannover, weil Hoffenheims Nationalspieler Andreas Beck von Konstantin Rausch gefoult worden war. Allerdings ließ sich nicht endgültig klären, ob Beck auf oder hinter der Torauslinie gefoult wurde.

"Wenn das Foul außerhalb des Feldes begangen wurde, war es eine Fehlentscheidung", sagte der für die Unparteiischen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

Stark verteidigte allerdings seine Entscheidung, die zur Führung Hoffenheims durch den von Kapitän Selim Teber verwandelten Strafstoß (20.) führte: "Der erste Kontakt war noch auf der Linie".

Nur zwei Minuten später erkannten Stark und sein Team das Ausgleichstor von Hanno Balitsch an, obwohl der bei seinem ersten Saisontor im Abseits stand (22.).

96: Zweiter Auswärtspunkt

Vor 31.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena sorgten der wegen einer Platzwunde mit Kopfverband spielende 96er Mario Eggimann (74.) und der sechs Minuten zuvor eingewechselte Brasilianer Wellington (84.) für den Endstand in einer unterhaltsamen Partie.

Das am Ende gerechte Ergebnis sorgte dafür, dass Hannover nach zuvor sieben Auswärtspleiten in Folge wieder einen Punkt holte und der umstrittene Trainer Dieter Hecking durchschnaufen darf.

"Ich bin mit dem Unentschieden zufrieden und die Mannschaft ist es auch", sagte Klubchef Martin Kind, in dessen Klub es angeblich "nie eine Diskussion um den Trainer gegeben hat".

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