Dem Franzosen gehen die Gäule durch. Er sieht aber nur Gelb. Unverständlich ist auch die Reaktion von Bayern-Manager Uli Hoeneß.

25 Millionen Euro auf zwei Beinen - Franck Ribery ist im Moment der spektakulärste Spieler, den die Bundesliga zu bieten hat.

Schnell, druckvoll und vor allem nicht auszurechnen sind seine Dribblings - ebenso wie viele seiner Zuspiele.

Ein Beispiel: der Zuckerpass auf Jose Ernesto Sosa zum Siegtor der Münchner gegen Karlsruhe.

Doch wer Ribery stoppt, ihn permanent doppelt und den Ball abjagt, nervt nicht nur den Franzosen, sondern nimmt ihm auch früher oder später die Lust am Spielen.

Und Bayern verliert im Zeitraffer an Klasse.

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Dieses Konzept verhalf unter anderem dem 1. FC Köln zum Erfolg in der Arena.

Auch Fouls gehören zum zwar nicht erlaubten, aber doch selbstverständlichen Repertoire im Wettrüsten "Verteidiger gegen Ribery".

Jetzt hat Ribery zurückgeschlagen. Nicht gerempelt oder geschubst, sondern seinem Gegenspieler Andreas Görlitz ins Gesicht geschlagen.

Eine Tätlichkeit und eine glatt Rote Karte.

Möchte man meinen, doch Schiedsrichter Guido Winkmann zeigte nur Gelb.

Aus Respekt vor dem Tricks des Franzosen? Oder weil es nur logisch ist, dass Ribery - immer wieder gepiesackt - reagiert?

Man weiß es nicht.

Jedenfalls konnte der Schiedsrichter die Szene gut sehen. Der Franzose hatte einfach Glück, dass Winkmann - warum auch immer - Milde walten ließ.

Uli Hoeneß meinte jedoch eine völlig richtige Entscheidung beobachtet zu haben. Der Bayern-Manager bewertete die Tätlichkeit im Nachklang als "eine völlig harmlose Geschichte".

Und rechtfertigte seinen Superstar, dass sich jemand nun mal irgendwann wehre, wenn er ständig Tritte in die Hacken bekomme.

Die Fürsorge des Managers für seinen Schützling ist verständlich. Dennoch: In der Sache liegt er falsch. Ribery hätte Rot sehen müssen.

Artenschutz für einen Star kann es nicht geben.

Vielmehr müssen die Schiedsrichter genauer hinsehen, was die Angriffe auf den Supertechniker betrifft.

Das gilt aber ebenso wie die Momente, in denen Ribery das Temperament durchgeht.

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