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Albert Streit stand gegen Cottbus erstmals in der Startelf des Hamburger SV © getty

Albert Streit steht bei seiner Rückkehr nach Schalke im Fokus. Bei Sport1.de spricht er über seine Gemütslage vor dem Spiel.

Von Julian Ignatowitsch

München - Beim Sonntagsspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem Hamburger SV (ab 16.30 Uhr ) richten sich alle Augen auf einen Spieler: Albert Streit.

Wie wird seine Rückkehr zur alten (ungeliebten) Arbeitsstätte ausfallen?

"Es wird Pfiffe geben", zeigt sich Streit bei Sport1.de überzeugt.

Als Hoffnungsträger wechselte er im Januar 2008 von Eintracht Frankfurt nach Schalke. Doch dort absolvierte der Mittelfeldspieler in einem Jahr nur 14 Bundesliga-Spiele und schmorte allzuoft auf der Bank. Ein verkorkstes Jahr.

Schließlich wurde Streit in der Winterpause aus dem Profi-Kader geworfen und kritisierte S04-Trainer Fred Rutten sowie den damaligen Manager Andreas Müller mit markigen Worten.

Am letzten Tag der Wechselperiode wurde er dann zunächst bis Saisonende an den Hamburger SV ausgeliehen, wo der 29-Jährige nun neuen Mut schöpft.

Im Sport1.de-Interview spricht Streit über das Wiedersehen mit den Königsblauen und seine Ziele mit dem HSV.

Sport1.de: Herr Streit, wie ist Ihre Gemütslage vor der Rückkehr nach Schalke?

Albert Streit: Es ist auf jeden Fall kein normales Spiel. Natürlich bin ich unter den gegebenen Umständen zusätzlich motiviert. Ich möchte aber kein Öl ins Feuer gießen.

Sport1.de: Was für einen Empfang erwarten Sie von den Schalker Fans?

Streit: Ich rechne mit Pfiffen. Wer meint, er müsste pfeifen, soll das tun. Ich habe damit kein Problem.

Sport1.de: Ihre Zeit auf Schalke verlief alles andere als optimal. Würden Sie das vergangene Jahr aus sportlicher Sicht als ein "verlorenes Jahr" bezeichnen?

Streit: Mit der Vergangenheit will ich mich derzeit nicht beschäftigen. In Schalke wurde immer viel über mich geschrieben - auch viel Falsches. Ich blicke jetzt nur nach vorne auf meine Zeit beim HSV.

Sport1.de: Dort zeigt der Trend für Sie jetzt wieder nach oben. Beim 2:0 gegen Cottbus standen sie erstmals von Beginn an in der Startaufstellung.

Streit: Ich hoffe, dass ich meine Qualitäten hier wieder unter Beweis stellen kann. Ich fühle mich sehr wohl und bin dabei, Spielpraxis zu sammeln. Die Leistung in den ersten Spielen war in Ordnung. Ich weiß aber, dass ich viel mehr kann. Das habe ich in der Vergangenheit oft unter Beweis gestellt.

Sport1.de: Wie muss man auf Schalke spielen, um zu punkten?

Streit: Wir müssen selbstbewusst auftreten, früh attackieren und dürfen uns nicht verstecken. Wenn wir Schalke im eigenen Stadion von Beginn an unter Druck setzen, ist viel möglich.

Sport1.de: Sie kennen den Verein und die Spieler. Haben Sie ihren neuen Teamkollegen ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben?

Streit: Wir haben Scouts und Videomaterial. Der Trainer bereitet uns optimal auf das Spiel vor.

Sport1.de: Bei Galatasaray Istanbul hat die Mannschaft unter der Woche eindrucksvoll die nächste Runde im UEFA-Cup erreicht. Gibt das neuen Schwung für die Liga?

Streit: So ein Sieg gibt natürlich Selbstbewusstsein und schweißt die Mannschaft zusammen. Der Erfolg in Istanbul war eine Überraschung, gerade wenn man bedenkt wer derzeit alles fehlt. Wir wissen, dass wir in dieser Saison noch viel erreichen können.

Sport1.de: Also hat Hamburg auch ein Wörtchen im Meisterschaftskampf mitzureden?

Streit: Vom Meistertitel will ich noch nicht sprechen. Das können wir machen, wenn wir drei, vier Spieltage vor Schluss noch oben mit dabei sind. Jetzt gilt es, sich oben festzusetzen und möglichst viele Punkte zu sammeln.

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