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Mr. Doppelpack: Binnen weniger Minuten netzte Guerrero zwei Mal ein © getty

Die Krise bei Schalke verschärft sich weiter: Gegen müde Hamburger fällt Schalke nichts ein, die Bestrafung folgt auf dem Fuß.

Gelsenkirchen - Rückstände, Verletzte oder Kranke - dank Paolo Guerrero kann den Hamburger SV momentan nichts vom Erfolgsweg abbringen.

Der peruanische Goalgetter sorgte mit einem Doppelpack für einen 2:1 (0:0)-Erfolg beim Krisenklub Schalke 04.

Guerrero führte die Hanseaten bis bis auf einen Punkt an Tabellenführer Hertha BSC Berlin heran und lässt die eigene Fangemeinde weiter vom ersten Meistertitel seit 26 Jahren träumen.

"Das Glück bleibt mir treu. Donnnerstag zwei Tore, heute auch - das war eine perfekte Woche für uns", sagte der 25-Jährige nach seinen Saisontoren 7 und 8 in der 70. und 75. Minute.

Drei Tage zuvor hatte Guerrero mit einem Doppelpack beim 3:2 bei Galatasaray Istanbul schon für die Wende und damit den Einzug in das UEFA-Cup-Viertelfinale gesorgt.

Tanz auf drei Hochzeiten geht weiter

Damit tanzt der HSV weiter auf drei Hochzeiten - und das zur Zeit mit dem letzten Aufgebot. Zu den neun verletzten oder langzeitverletzen Spielern im HSV-Kader kam am Sonntag nun auch noch Stürmerstar Ivica Olic, der wegen einer Grippe passen musste.

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Die Schalker hatten neun Tage zur Vorbereitung, für uns war es das 11. Spiel in 33 Tagen. Das hätte ich nicht erwartet. Das ist einmalig", sagte ein stolzer HSV-Coach Martin Jol.

Ganz anders die Situation bei Schalke 04, für das lediglich Jefferson Farfan (80.) traf.

Schalke fehlt das Selbstvertrauen

Elf Punkte beträgt der Rückstand auf den Champions-League-Qualifikationsplatz, sieben auf die UEFA-Cup-Ränge - an eine Rückkehr in den Europapokal ist kaum zu denken.

"Man konnte bei uns von Beginn an sehen, dass das Selbstvertrauen fehlte.

Auf Schalke passiert immer etwas und das hat natürlich auch einen Einfluss auf die Mannschaft", sagte Trainer Fred Rutten auch mit Blick auf den öffentlichen Wirbel um die Besetzung des Managerpostens.

Immerhin ist ein Nachfolger für Andreas Müller in Sicht.

Vier Kandidaten in engerer Wahl

"Wir haben vier Kandidaten in die engere Wahl genommen", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies vor dem Spiel, "wir müssen jetzt nur den raussuchen, der uns jetzt richtig weiterhilft."

Eine Entscheidung soll bereits in der kommenden Woche fallen.

Als Favorit gilt Ex-Nationatorhüter Oliver Kahn, der am vergangenen Donnerstag mit Tönnies verhandelte.

HSV überlegen

Gegen die schwachen Gastgeber verpasste es der HSV über weite Strecken, seine spielerische Überlegenheit in Torchancen umzumünzen.

Jederzeit war erkennbar, dass die Gäste zielstrebiger und konsequenter zu Werke gingen als die verunsicherten Schalker.

Allerdings geriet das Tor von Manuel Neuer nur selten in Gefahr.

Nach einer zu kurzen Abwehr des Schalker Torhüters setzte Jonathan Pitroipa den Ball übers Tor (5.), dann rettete Neuer gegen Marcell Jansen (13.).

Neuer mit bösem Patzer

Zudem hatte der U21-Nationaltorhüter Glück, als Pitroipa nach einer zu kurzen Kopfballrückgabe von Lewan Kobiashvili erneut das Tor verfehlte (31.).

Beim 0:1 allerdings patzte Neuer, als er am Ball vorbeisprang, und Guerrero völlig unbedrängt einschieben konnte.

Enttäuschte Schalker Fans

Die bis auf Ex-Kapitän Marcelo Bordon (Patellasehnen-Probleme) in Bestbesetzung angetreteten Schalker enttäuschten ihre Fans erneut, spielten viel zu umständlich und kamen kaum zu nennenswerten Torchancen.

HSV-Keeper Frank Rost musste nur eingreifen, als er bei einem Schuss von Heiko Westermann auf dem falschen Fuß erwischt wurde (27.).

HSV-Trainer Jol bot Guerrero als einzigen Stürmer auf. Ihn unterstützte in der Offensive vor allem der starke Jansen, der auch das 2:0 mustergültig vorbereitete.

Ohnehin war die linke Seite beim HSV besonders stark, auch Dennis Aogo sorgte mit seinen Flankenläufen und seinen Standards für Gefahr.

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