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Am Samstag ständig im Clinch: Franck Ribery (r.) und Andreas Görlitz © imago

Der Bayern-Star bedauert "keine Sekunde" seiner Tätlichkeit gegen Görlitz und fordert besseren Schutz von den Schiedsrichtern.

Von Martin Hoffmann

München - Die User von Sport1.de sind tief gespalten - und das Urteil der Mehrheit überrascht etwas.

51,9 Prozent von über 39.000 Nutzern (Stand Montag, 11 Uhr) sind der Meinung, dass Franck Ribery für seinen Gesichtsklatscher gegen Karlsruhes Andreas Görlitz nicht hätte Rot sehen müssen.

Ein mehrheitliches Plädoyer für Nachsicht gegenüber dem Bayern-Star - obwohl das Regelwerk eigentlich keinen Spielraum bei Tätlichkeiten lässt (Einwurf: Kein Artenschutz für Ribery).

Womöglich herrscht Verständnis für Riberys Ausbruch bei dem 1:0-Sieg (NACHBERICHT: Harmlos, aber erfolgreich), weil er zuvor selbst oft das Opfer von Fouls war - was der Franzose nun auch beklagt.

"War genervt und frustriert"

"Ständig werde ich gezogen, oft habe ich im Spiel zwei bis drei Leute gegen mich, die mir auf die Füße treten. Ich war genervt und frustriert", erklärt er in der "tz".

Er bereue "keine Sekunde dieser Geste. Ich wollte mich schützen und ihn nicht verletzen."

Allerdings sagt Ribery auch: "Trotzdem hätte ich mich über Rot nicht beschweren können."

Ärger über den Schiri

Obwohl der Unparteiische Guido Winkmann ihm nur Gelb zeigte, richtet sich Riberys Ärger auch gegen ihn.

"Ich wünschte, der Schiedsrichter hätte seinen Job etwas besser gemacht - sprich mehr Gelbe Karten an meine Gegenspieler verteilt", wird er in der "Bild" zitiert - die ihm für die Aktion den neuen Spitznamen "Monsieur Rüpel" verpasst hat.

Der Schiri hätte Riberys Gegenspielern so signalisieren können, "dass sie mich etwas ruhiger angehen sollten".

"Man wird irgendwann sauer"

Dass Riberys wegen seiner spielerischen Klasse von Gegenspielern überdurchschnittlich oft unfair gestoppt wird, ist nicht wegzureden.

Genau deshalb wehrte sich FCB-Manager Uli Hoeneß am Samstag auch so heftig gegen journalistische "Moralapostel", die ihn mit der Frage konfrontierten, ob Ribery nicht vom Platz hätte gehen müssen (Schubser im Kindergarten).

"Wenn dir im Spiel etwa zehnmal in die Hacken reingehauen wird, dann wird man irgendwann sauer", rechtfertigt Hoeneß den Ausraster seines Superstars.

Ermittlungen ausgeschlossen

Dass Schiri Winkmann ihn gesehen und nur milde geahndet hat, ist übrigens Riberys großes Glück.

Weil seine Gelbe Karte eine Tatsachenentscheidung war, kann es keine nachträglichen DFB-Ermittlungen geben.

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