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Julian Draxler wechselte 2001 vom SSV Buer zu Schalke 04 © getty

Schalke-Boss Clemens Tönnies will Julian Draxler zum Verbleib überreden, plant aber langfristig nicht mit dem Top-Talent.

Aus Düsseldorf berichten Martin Volkmar und Ivo Hrstic

Düsseldorf - Clemens Tönnies ist derzeit die Ruhe selbst.

Der gelungene Schalker Rückrundenstart mit zwei Siegen hat die Laune beim Aufsichtsratsboss deutlich aufgehellt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Deshalb bleibt er auch im Gespräch mit SPORT1 völlig gelassen, als es um die seit Wochen heiß diskutierte Zukunft von Julian Draxler geht.

Trotz des intensiven Werbens europäischer Spitzenklubs um den zehnfachen Nationalspieler ist Tönnies zuversichtlich, den 20-Jährigen auch über das Ende der laufenden Saison hinaus in Gelsenkirchen halten zu können.

"Noch ein Jahr länger"

"Ich hoffe und arbeite daran, dass er noch ein Jahr länger bleibt", sagte er am Rande der SpoBis in Düsseldorf.

Ein Wechsel käme für das Top-Talent "zu früh". Tönnies meint gar, dass er "gute Chancen" habe, Draxler von einem Verbleib zu überzeugen.

Fest geschriebene Ablöse von 45,5 Millionen

Bei einem entsprechenden Angebot im kommenden Sommer sind Schalke allerdings die Hände gebunden. Draxler verfügt in seinem bis 2018 datierten Vertrag über eine Ausstiegsklausel in Höhe von 45,5 Millionen Euro.

Schon in der Winterpause hatten sich einige Klubs um den Mittelfeldspieler bemüht - allen voran der FC Arsenal mit Draxlers Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski.

Angebot von Arsenal

Ein Angebot der "Gunners" kurz vor Ende des Transferfensters von angeblich 36 Millionen Euro hatten die Gelsenkirchener abgelehnt, eine Fortsetzung des Pokers nach Saisonende ist garantiert.

"Es war so, dass es tatsächlich Offerten gab für diesen Winter. Ich freue mich über die Anfragen.

Auf der anderen Seite zeigt es die Wertschätzung, die ich in diesem Verein genieße, wenn diese Anfragen von Horst Heldt abgelehnt werden, ohne dass ich gefragt werde", hatte Draxler am Samstag vor dem 2:1 gegen Wolfsburg bei "Sky" erklärt (Bericht) .

Auch Tönnies ist sich bewusst, dass Schalke mit der Finanz- und Strahlkraft manches internationalen Konkurrenten wie Chelsea oder Manchester City mittelfristig nicht mithalten kann.

Kein Wechsel zu Bayern

"Irgendwann einmal wird er uns aufgrund seines Talents und des Zugs zu anderen großen Vereinen in Europa verlassen - wer das ignoriert, der verkennt die Tatsachen", meinte Tönnies - schloss aber einen Transfer des Offensivstars zum FC Bayern aus.

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"Dort wird er nicht hinwechseln. Das weiß ich mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit. Julian hat eine bestimmte Region in Europa, wo er unbedingt hin will", sagte Tönnies und nannte als wahrscheinliches Ziel "die Insel", also die Premier League.

Draxler selber hatte seine nähere Zukunft bisher offen gelassen. "So weit habe ich noch nicht gedacht. Ich weiß, dass die nächsten drei Monate sehr schwer werden", sagte er:

"Wir haben mit Schalke viel vor. Ich will mich im Vergleich zur Hinrunde steigern. Das muss ich auch, damit ich auf den WM-Zug aufspringe. Das ist jetzt das übergeordnete Ziel."

Wieder im Lauftraining

Am Dienstag nahm er acht Wochen nach seinem im Champions-League-Spiel gegen den FC Basel am 11. Dezember erlittenen Sehnenabriss im linken Oberschenkel das Lauftraining wieder auf.

Läuft alles nach Plan, kann Draxler in einer Woche ins Mannschaftstraining einsteigen und im Spitzenspiel am 15. Februar bei Bayer Leverkusen sein Comeback geben.

Nicht nur Clemens Tönnies würde es freuen.

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