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Luca Toni schoss in 47 Bundesliga-Spielen für den FC Bayern 33 Tore © getty

Während der FCB auf ein Comeback seines Stürmers vor Ende der Länderspielpause hofft, schließt Hoeneß Stürmerkäufe aus.

Von Martin Hoffmann

München - "Drei Stürmer reichen aus." Es ist ein Satz, den Uli Hoeneß vor der Saison immer und immer wieder zu Protokoll gegeben hat.

Man könnte meinen, dass der Bayern-Manager diese Worte nach den Verletzungen von Miroslav Klose und Luca Toni bereut.

Von wegen: Hoeneß bleibt bei der Devise, dass weniger mehr ist - und schließt auch für die kommende Saison einen Nachkauf für den Angriff aus.

"Wir haben uns dazu entschlossen, in die kommende Saison mit Luca Toni, Miroslav Klose, Ivica Olic und Thomas Müller zu gehen", stellte er im "Münchner Merkur" klar: "Lieber habe ich mal ein paar Wochen einen Engpass als eine ganze Saison ein Theater wie mit Lukas Podolski."

Müller allein im Sturmtraining

Aktuell muss der FC Bayern einen ebensolchen Engpass verkraften. Im Training hat der Rekordmeister derzeit nicht einen seiner etatmäßigen Stürmer zur Verfügung.

Miroslav Klose hat nach seiner Sprunggelenks-OP gerade erst mit der Reha begonnen, Luca Toni schuftet in Bologna für ein Comeback nach seinen Achillessehnenproblemen. Und Lukas Podolski ist mit der Nationalelf unterwegs.

Nachwuchstalent Thomas Müller ist also gerade ganz allein im Sturmtraining.

Alle Hoffnungen bei den Bayern ruhen darauf, dass Toni rechtzeitig bis zum Ende der Länderspielpause wieder fit wird. Denn ohne ihn dürfte es kompliziert werden in den wegweisenden Duellen beim punktgleichen VfL Wolfsburg (4. April) und in Barcelona (8. April).

Kein Typ wie Toni

"Allein die Präsenz von Luca vorne drin sorgt immer für Unruhe in den gegnerischen Abwehrreihen", meint Außenverteidiger Christian Lell gegenüber Sport1.de.

Diese Präsenz hat beim mühseligen 1:0 gegen Karlsruhe sichtlich gefehlt (NACHBERICHT: Harmlos, aber erfolgreich): Podolski strahlte sie nicht aus - auch weil er ein ganz anderer Typ als der wuchtige Strafraumstürmer Toni ist.

Dasselbe gilt für Nachwuchsmann Müller, der gegen Karlsruhe auf der Bank blieb. (Eiskalter Bomber-Lehrling - Thomas Müller im Porträt)

Das eigentlich aus dem Mittelfeld stammende Talent ist ebenfalls spielender Stürmer statt Brecher, die "Toni-Power" hat der drahtige, fast 20 Kilo leichtere Müller schon allein von den körperlichen Anlagen her nicht.

Notfallplan mit van Buyten

Das Sturm-Dilemma ist so groß, dass Klinsmann sogar schon einen ganz abenteuerlich anmutenden Notfallplan entworfen hat. Wenn alle Stricke reißen würden, "müssen wir eben Daniel van Buyten vorne reinschmeißen", erklärte er als Reaktion auf Kloses Verletzung.

Der kopfballstarke Verteidiger wird von Klinsmann immer mal wieder in der Schlussphase nach vorn geschickt - so auch gegen Karlsruhe, wo der Belgier sieben Minuten vor Schluss für Podolski kam.

Aber ein ganzes Spiel im Angriff? "Ich glaube nicht, dass er im Sturm eine wirkliche Alternative ist", denkt nicht nur Lell.

Keinen vor Müllers Nase setzen

Mittelfristig wünscht Hoeneß, dass Müller als vollwertige Alternative im Sturm etabliert wird. Auch deshalb will er für die neue Saison vorne nicht nachlegen.

"Wenn wir einen weiteren fertigen Spieler holen würden, würde Thomas Müller doch wieder nur auf der Bank sitzen. Aber wir wollen einem jungen Spieler hier mal wieder eine Chance geben."

"Trap" nach Ribery-Ersatz befragt?

Im Mittelfeld sondieren die Bayern dafür aber offenbar den Markt. Laut der englischen Tageszeitung "The Sun" hat sich der Rekordmeister bei seinem Ex-Coach Giovanni Trapattoni nach seiner Meinung zu Celtic Glasgows Aiden McGeady erkundigt.

Der 22-jährige Mittelfeldspieler ist in der von Trapattoni trainierten Nationalelf Irlands eine wichtige Säule.

Der Marktwert des beidfüssigen Flügelspielers wird auf rund sieben Millionen Euro taxiert. Er gilt als potenzieller Ersatzkandidat für den Fall, dass Franck Ribery dem Bayern den Rücken kehrt.

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