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Sport1.de-Redakteur Mathias Frohnapfel (r.) und Massimo Oddo beim Interview © getty

Bayern-Verteidiger Massimo Oddo spricht im Sport1.de-Interview über die Chancen gegen Barcelona und das Versagen der Serie A.

Über den FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Ein schöner Spruch ist das: Man wächst an seinen Aufgaben.

Die Aufgabe, die das Los in Europas Luxusliga dem FC Bayern zugeteilt hat, heißt FC Barcelona.

Vielleicht die derzeit beste Mannschaft der Welt.

Massimo Oddo weiß das. Doch solche Missionen wie im Viertelfinale der Champions League reizen ihn, zumal der Italiener mit dem AC Mailand bereits den Pott mit den großen Ohren spazieren getragen hat.

Die Widerstände waren damals nicht minder groß - landauf, landab spottete man in Italien offen oder klammheimlich über die "anziani" ("Alten") des AC Milan. Der Ausgang ist bekannt.

In K.o.-Spielen ?zählt nicht nur der technische Aspekt? erklärt Massimo Oddo Sport1.de. Und die Wadenverletzung, die den Bayern-Abwehrspieler derzeit piesackt, soll bis zum großen Auftritt im Camp Nou am 8. April längst auskuriert sein.

Im Exklusiv-Interview spricht er über die Herausforderungen der Königsklasse und seine Freunschaft zu Luca Toni. Außerdem verrät der 32-Jährige, was es mit dem Traum auf sich hat, Sportminister in Italien zu werden.

Sport1.de: Herr Oddo, im Viertelfinale der Champions League muss der FC Bayern gegen den großen Favoriten Barca spielen. Wie können Sie der Mannschaft mit Ihrer Erfahrung am besten helfen?

Massimo Oddo: Hier haben wir unglaubliche Spieler, die mich um nichts an Erfahrung beneiden müssen. Lahm hat im Halbfinale der WM gespielt, Ze Roberto hat - ich weiß nicht wie oft - für Brasilien gespielt, Demichelis für Argentinien. Auch van Bommel hat sehr viel Erfahrung. Sie wissen, dass es in der Champions League auf viele Faktoren ankommt, um sie am Ende zu gewinnen. Dazu gehört auch ein wenig Glück. Wir sind auf dem Papier nicht so gut besetzt wie Liverpool, Manchester oder Barcelona, aber in den ganz engen Spielen kannst du über dich hinauswachsen.

Sport1.de: Von den Teams, die jetzt im Viertelfinale stehen, welches ist aus Ihrer Sicht das stärkste?

Oddo: Nach meiner Erfahrung in der Champions League ist Liverpool wohl als am gefährlichsten einzustufen.

Sport1.de: Warum Liverpool?

Oddo: International sind sie sehr gefürchtet, denn sie sind sicher die kompakteste Mannschaft mit einer unwahrscheinlichen Erfahrung. Das galt auch für Milan, als wir die Champions League gewonnen haben. Da waren wir den anderen Teams nicht überlegen, aber mit der Erfahrung und mannschaftlichen Geschlossenheit hatten wir Erfolg. In solchen Spielen zählt also nicht nur der technische Aspekt.

Sport1.de: Was war denn der ausschlaggebende Punkt bei Milans Triumph 2007?

Oddo: Mit Sicherheit der Kopf. Viele haben das Milan-Team damals für zu alt gehalten. Schon das treibt dich an, das Gegenteil zu beweisen. Die Qualität der Spieler war wichtig, ihre Erfahrung und die Kampfkraft der Mannschaft. Und sicher hat uns auch der Verein geholfen, der hinter uns und dem Trainer stand - gegen alle Widrigkeiten.

Sport1.de: Inter ist nun im Achtelfinale gegen Manchester United ausgeschieden, keine einzige italienische Mannschaft hat sich durchgesetzt. Woran liegt das aus Ihrer Sicht? Große finanzielle Mittel sind ja in der Serie A wie in der Premier League vorhanden.

Oddo: In den vergangenen Jahren sind auch italienische Mannschaften weitergekommen, jetzt gibt es eben eine Übermacht der englischen Teams. Aber in einer Champions-League-Partie wie zwischen Inter und Manchester, da kann jede der beiden Mannschaften sich durchsetzen. Ich glaube nicht, dass die italienischen Teams den Engländern unterlegen sind. In solchen Moment spielt auch das Glück und die Tagesform eine Rolle.

Sport1.de: Also sehen Sie keinen Unterschied, was die Klasse und die Geschwindigkeit anbetrifft, mit der die Top-Teams der Premier League agieren?

Oddo: Sicher hatte Manchester nach den beiden Spielen das Weiterkommen verdient, aber ich sehe nicht diesen Unterschied zwischen Italien und England. Und wenn es wieder zu einem Aufeinandertreffen käme, ist nicht gesagt, dass erneut die drei englischen Teams weiterkämen.

Hier gehts zum zweiten Teil des Interviews

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