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Massimo Oddo spielte von 2002 bis 2006 für Lazio Rom © getty

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Massimo Oddo über seine erste Zeit in München und Teamkollege Luca Toni.

Sport1.de: Herr Oddo, Sie stehen beim FCB mit Christian Lell im Konkurrenzkampf um den Posten auf der rechten Außenbahn. Können Sie beide der Mannschaft mit unterschiedlichen Qualitäten helfen?

Oddo: Das ist eine Frage, die Sie dem Trainer stellen müssen. Sicherlich sind wir keine ähnlichen Spieler.

Sport1.de: Ihre Stärken liegen besonders in der Offensive?

Oddo: Auch Christian Lell hat dort Qualitäten. Es geht nicht um eine bestimmte Art anzugreifen oder zu verteidigen. Wir sind eben ziemlich unterschiedliche Spielertypen. Das kann man auch sehen. Bewerten sollen das aber andere.

Sport1.de: Wollen Sie auch nächste Saison für Bayern spielen?

Oddo: Das ist eine Frage, die man dem Klub stellen muss: Wollt ihr mit Oddo weitermachen oder nicht. Ich werde in der Öffentlichkeit keine Werbung für mich machen, so etwas entscheidet man zusammen mit dem Verein. Ich bin hier und es macht mir Spaß, jetzt warte ich ab, was passiert.

Sport1.de: Luca Toni hat sich damals sehr über Ihre Verpflichtung gefreut. Ist Ihre Freundschaft durch die Zeit in München gewachsen?

Oddo: Luca und ich waren schon zuvor befreundet, haben viele Jahre zusammen in der Nationalmannschaft gespielt. Es ist klar, dass wir als zwei Italiener hier viel zusammen unternehmen und dazu auch andere Freunde einladen.

Sport1.de: Wie würden Sie nach sieben Monaten in Deutschland Ihre sprachlichen Fortschritte beschreiben?

Oddo: Es ist bestimmt eine schwierige Sprache. Ich probiere aber sie zu sprechen. In der Stadt helfe ich mir meist mit Englisch, aber natürlich kann ich auch ein paar Dinge auf Deutsch erfragen.

Sport1.de: Im Vergleich mit Luca Toni gelten Sie etwas ehrgeiziger, was das Deutsch-Lernen anbetrifft.

Oddo: Nein, Luca spricht schon deutsch. Er ist nur etwas schüchtern.

Sport.de: Es muss für Sie eine spannende Erfahrung sein, nun im Ausland zu leben.

Oddo: Es kommt darauf an, wo du hingehst. Ich habe viele Freunde, die nach England gewechselt sind. Die Integration ist für sie nicht leicht. Auch ich hatte am Anfang etwas Angst, wusste nicht, wie Ausländer hier aufgenommen werden. In Italien ist die Integration von ausländischen Spielern außergewöhnlich, so habe ich es zumindest erlebt. Sie werden gut aufgenommen, zum Essen eingeladen? In München war es für mich genauso.

Sport1.de: Man spricht viel von den Unterschieden zwischen Deutschland und Italien. Welche Dinge sind in Deutschland ähnlich wie in Italien?

Oddo: München ähnelt einer italienischen Stadt. Ich wusste, dass es eine schöne Stadt ist, das hat auch Luca schon vorher erzählt. Überrascht hat mich die Ordnung und Sicherheit, die es hier gibt, sowohl in der Stadt als auch im Sport.

Sport1.de: Sie haben den deutschen Fußball mal als "verrückt" bezeichnet, weil in der Bundesliga so offen gespielt wird, mit vielen Toren. Was meinen Sie damit?

Oddo: Also es ist unzweifelhaft, dass man im deutschen Fußball eher mal ein 5:4, 5:3 sieht als in Italien. Aber es passiert auch in Italien, dass es ein 2:2 gibt, nachdem eine Mannschaft 2:0 führte.

Sport1.de: Es heißt, Ihr Traum wäre es, einmal Sportminister in Italien zu werden. Stimmt das?

Oddo: Ein Traum, das bedeutet doch zum Beispiel so etwas wie, der reichste Mann der Welt zu werden (lacht). Das ist also schon etwas schwieriger. Aber etwas politisch zu bewegen in Italien, ist kein Traum, sondern umsetzbar, wenn man will. Das könnte ein Weg sein, der mir später gefallen könnte. Aber da ist noch nichts entschieden.

Sport1.de: Was würden Sie politisch ändern?

Oddo: Vieles.

Sport1.de: Und bezogen auf den Fußball?

Oddo: Viele Dinge in Italien, etwa die Gesetze zur Gewalt im Fußball, dann die Gesetzgebung, die die Vereine anbetrifft. Auch was die Stadien und Jugendarbeit angeht, gibt es viel zu tun.

Sport1.de: Also in ein paar Jahren sehen wir Sie dann vielleicht als engagierten Politiker in Italien?

Oddo: Ach, mir würde vieles Spaß machen. Auch Unternehmer oder Fußballtrainer zu werden. Das liegt jedoch alles ziemlich in der Zukunft.

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