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Als Spieler gewann Hoeneß mit Bayern dreimal den Europapokal der Landesmeister © getty

Die Suche nach einem Nachfolger für Hoeneß als Bayern-Manager wird konkreter. Dennoch will sich der FCB alle Zeit lassen.

Von Martin Volkmar

München - Bei der Suche nach einem Nachfolger von Bayern-Manager Uli Hoeneß lichtet sich ganz langsam der Nebel.

Hoeneß selber gab nun erstmals die Zahl der Kandidaten bekannt: "Derzeit sind es so zehn."

Auch der Kreis wird etwas überschaubarer, denn einige Namen kann man bereits von der Liste streichen: Oliver Kahn, DFL-Boss Christian Seifert, Paul Breitner und Oliver Bierhoff.

"Der DFB ist mein erster Ansprechpartner. Ich werde im Sommer mit Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach über die Zukunft reden und danach wird klar sein, was ich machen werde", sagte Nationalmannschafts-Manager Bierhoff Sport1.de.

Bierhoff will nicht Vereinsmanager werden

"In meiner derzeitigen Planung für 2010 habe ich aber nicht vorgesehen, irgendwo Vereinsmanager zu werden."

Auch mit Kahn rechnet Hoeneß offenbar nicht - zumindest in nächster Zeit.

"Selbst wenn Oliver Kahn auf Schalke unterschreibt, hat der FC Bayern noch immer einen Manager. Wir lassen uns Zeit mit dieser Suche und warten bis zum Sommer", sagte der FCB-Boss, der am Jahresende aufhören will, der "Bild".

Skepsis über Kahn auf Schalke

Den Job auf Schalke traut Hoeneß dem Ex-Nationalkeeper ohne Bedenken zu. Fraglich sei allerdings, ob die S04-Fans das ehemalige Feindbild akzeptieren würden. Und ob sich die Königsblauen dem "Diktat von Oliver unterordnen würden".

Hoeneß selber wird seinen Nachfolger dem FC Bayern keineswegs aufdiktieren. Vielmehr werde die Entscheidung im "engen Schulterschluss" getroffen zwischen Vorstand und der Spitze des Aufsichtsrats um Franz Beckenbauer.

Den Wechsel auf Beckenbauers Posten als Aufsichtsratsboss und Vereinspräsident will Hoeneß entgegen aller Spekulationen auch nicht verschieben. Auch wenn die Entscheidung schwieriger als der Kauf eines Superstars sei.

"Bauchgefühl sagt: 2010 nicht mehr Manager"

"Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich 2010 nicht mehr Manager bin. Ich habe, ehrlich gesagt, panische Angst davor, dass wir es verpassen, die Weichen rechtzeitig für die Zukunft zu stellen", sagte er.

"Mein Traum ist es, zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge, Karl Hopfner und ja vielleicht auch mit Paul Breitner im Aufsichtsrat zu sitzen und zu sehen, dass der Verein weiter gut läuft. Es wäre schön, wenn dann die nächste Bayern-Generation mit den Scholls, Jeremies', Nerlingers und Kahns das alles so weiterführt."

Womit zweierlei klar sein dürfte: Breitner ist trotz anderslautender Aussagen von Beckenbauer definitiv kein Kandidat als Manager.

"Das war von Anfang an nicht angedacht und ist es jetzt auch nicht", bestätigte Breitner, der gerne als Vorstandsberater weitermachen will.

Nerlinger oder Scholl als Sportdirektor?

Und nach Möglichkeit soll ein ehemaliger Spieler den Job des Sportdirektors übernehmen. Derzeit gelten vor allem der aktuelle Teammanager Christian Nerlinger sowie Mehmet Scholl als erste Anwärter.

Daneben soll zusätzlich ein Experte für den Marketing- und Sponsoringbereich eingestellt werden, wie Hoeneß bestätigte. Laut "kicker" war DFL-Geschäftsführer Seifert, Ex-Vorstand von Karstadt, der Wunschkandidat, erteilte dem Rekordmeister aber eine Absage.

Insgesamt umfasse die Liste seiner möglichen Nachfolger etwa zehn Personen, so Hoeneß weiter: "Darunter hochkarätige Namen. Wir werden noch einige Gespräche führen und fühlen uns überhaupt nicht unter Zeitdruck."

Rummenigge: Nicht den Fehler der Schalker machen

So sieht es auch Rummenigge.

"Wir sollten das sehr unaufgeregt diskutieren, weil wir ausreichend Zeit haben. Die sollte man in Ruhe nutzen und nicht den Fehler begehen, den uns gerade die Kollegen in Schalke vormachen: hektisch zu agieren", sagte er der "Abendzeitung".

Kurzfristig richtet der Vorstandsboss aber zunächst den Blick auf die entscheidende Saisonphase:

"Wir wollen Meister werden, werden aber versuchen, unsere kleine Chance in der Champions League zu nutzen. Unser Ziel ist zumindest ein Tor in Barcelona zu erzielen, um im Rückspiel die Tür aufzuhalten."

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