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Franck Ribery kam 2007 für 25 Millionen Euro von Olympique Marseille nach München © getty

Der Bayern-Manager fürchtet, dass die Berater des Superstars einen Abgang forcieren - und stichelt weiter Richtung DFB.

Von Martin Hoffmann

München - Bis zum Jahr 2011 ist Mittelfeld-Superstar Franck Ribery vertraglich an den FC Bayern gebunden - "ohne jede Klausel" wie Uli Hoeneß jetzt wieder betont.

Trotzdem: Gerüchte über einen vorzeitigen Abgang des Mittelfeldwirblers wollen nicht verstummen. Seit Neuestem wird auch dem neureichen Manchester City Interesse nachgesagt (City lockt Ribery und Henry).

Und auch Hoeneß gibt jetzt in einem "Bild"-Interview zu, dass ein Verbleib Riberys keine Selbstverständlichkeit ist.

"Unser Ziel ist es, Franck mit aller Macht zu halten", hält er zwar fest: "Aber das wird ein brutaler Kampf."

Sorge vor Einflüsterungen

Sorgen bereitet Hoeneß vor allem, dass Riberys Umfeld ihn zu einem Weggang verleiten könnte.

"Berater verdienen generell nur an Transfers, nicht wenn der Spieler jahrelang beim gleichen Verein bleibt", weiß der FCB-Manager.

"Und sie wollen sicher weiter verdienen. Dessen müssen wir uns bewusst sein."

Es passt ins Bild, dass Riberys Berater Alain Migliaccio sich immer mal wieder in Interviews zu Wort meldet und Wechselszenarien zu einem Großklub wie Barcelona oder Manchester United entwirft.

"Er fühlt sich wohl"

Hoeneß ist allerdings überzeugt, dass Ribery von sich aus nicht zu einem Wechsel tendiert.

"Er und seine Familie fühlen sich hier sehr wohl", so Hoeneß 81256(DIASHOW: Hoeneß' beste Sprüche).

Allerdings sieht Hoeneß einen Faktor, der Riberys Meinung ändern könnte: "Nur eine Aussichtslosigkeit auf einen internationalen Titel könnte seine Meinung in Richtung Wechsel verändern."

Domino-Effekt erwartet

Diese Aussichtslosigkeit sieht Hoeneß zwar nicht, aber er weiß, dass sich sein Klub für die Champions League qualifizieren muss, "um im Kampf um Ribery gute Karten zu haben".

So oder so erwartet Hoeneß aber, dass das Thema Ribery-Wechsel bald wieder hochkocht: "Es wird sich in den nächsten Monaten alles entwickeln" - abhängig davon, was sich bei Europas Großklubs tut.

"Kauft ein Klub irgendwo einen Star weg, so wird der abgebende Klub sich mit den Millionen neu umschauen. Möglicherweise auch bei Ribery. Das ist ein Domino-Effekt."

Oberste Devise: "Nicht wackeln"

Hoeneß ist sicher, dass bald Anfragen eintreffen werden: "Deshalb wird es die wichtigste Sache sein, dass wir nicht wackeln und uns klar äußern, dass wir ihn halten."

Passiere dies nicht, "kommt Unruhe rein, dann wittern seine Berater ihre Chance".

Wenn sein Klub aber bis zum Ende der Transferperiode am 31. August erfolgreich auf ein Bleiben Riberys beharren würde, "dann können wir danach sogar versuchen, seinen Vertrag über 2011 hinaus zu verlängern".

Neue Sticheleien gegen Löw und DFB

Der Ärger zwischen Hoeneß und der Bundesliga sowie dem DFB und Bundestrainer Joachim Löw (Löw kontert Hoeneß-Kritik - Bierhoff warnt) schlägt derweil durch eine weitere Wortmeldung des Bayern-Managers in der "tz" neue Wellen.

"Hoeneß reicht Löw die Hand" lautet die Überschrift in dem Blatt - aber es ist eine Handreichung, die im Paket mit neuen Sticheleien kommt.

Einerseits erklärt Hoeneß zwar, dass es keinen "Konflikt" und auch keine "Kluft" gebe: "Das Verhältnis ist überhaupt nicht gestört."

So ganz passt das aber nicht zu Hoeneß' weiteren Äußerungen in Richtung des Verbands.

"Dann sollen sie den Mund halten"

"Wir haben doch nicht damit angefangen", meint Hoeneß da zu den jüngsten Meinungsverschiedenheiten: "Die haben permanent die Qualität der Bundesliga infrage gestellt. Das kann man ja machen, aber bitte intern."

Es gehe nicht an, "dass die Leute vom DFB und der Bundestrainer permanent über die Bundesliga herziehen".

Wenn die DFB-Oberen kein Problem mit der Bundesliga hätten - so wie sie es zuletzt immer wieder betonten -, "dann sollen sie den Mund halten".

Harte Worte - begleitet aber von der Feststellung, dass es keinen "Friedensgipfel" brauche: "Man muss nur richtig zuhören, dann kann man das Thema beerdigen."

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