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Oliver Kahn beendete nach Saisonende 2008 seine aktive Karriere © imago

Der Ex-Keeper hat das Angebot der "Königsblauen" abgelehnt. Für den Rest der Saison wird ein Interims-Coach von außen gesucht.

Gelsenkirchen - Oliver Kahn wird nicht Manager des FC Schalke 04. Der ehemalige Bayern-Keeper hat den "Königsblauen" abgesagt.

"Ich hätte es supergerne gemacht, aber das Angebot kam sechs Monate zu früh", erklärte Kahn dem "kicker".

Er habe noch zu viele geschäftliche Verpflichtungen. So müsse er in den kommenden drei Monaten für je zehn Tage nach Südafrika, Asien und Brasilien reisen - genau zu der Zeit, in der die Schalker die kommende Saison planen müssen.

"Es ist nicht schlimm, das reißt uns nicht um", kommentierte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies die Absage.

Kahn hatte vergangene Woche ein erstes Gespräch mit ihm geführt - worauf Tönnies noch erklärt hatte, die Wahrscheinlichkeit, dass der ehemalige Nationaltorhüter als Nachfolger von Andreas Müller anheuern würde, wäre "hoch". Kahn dagegen hatte sich Bedenkzeit erbeten.

Weiterer prominenter Name auf dem Zettel

Neben Kahn soll auch ein zweiter prominenter Kandidat abgewunken haben: Rudi Völler.

"Express" und "Westfälische Rundschau" hatten übereinstimmend berichtet, dass Schalke interessiert sei, den Leverkusener Sportdirektor abzuwerben.

"Rudi Völler passt. Zu 100 Prozent", antwortete Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der den neuen starken Mann im Alleingang sucht, auch gleich die Frage, ob Völler dem Anforderungsprofil entsprechen würde.

Völlers "starke Einbindung in Leverkusen" - er hat beim Werksklub noch Vertrag bis 2010 - spreche jedoch dagegen. Ob er nach Wegen suchen würde, wie er Völler aus dem Deal herausbekommen könnte, wollte Tönnies aber "nicht kommentieren".

Dementi aus Leverkusen

Darüber, wie er Völler nach Schalke lotsen könnte, muss sich Tönnies nach "Express"-Informationen aber wohl keine Gedanken mehr machen.

Der Bayer-Sportdirektor habe war Gespräche bestätigt, sehe seine Zukunft aber in Leverkusen. Völler wird auch immer wieder als Nachfolger von Uli Hoeneß beim FC Bayern ins Gespräch gebracht..

Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser hatte zwar dementiert, dass Völler überhaupt mit den Schalkern gesprochen habe, wunderte sich aber auch nicht, dass dessen Name im Zusammenhang mit Schalkes Managersuche genannt wurde.

"Es wäre schon erstaunlich, wenn der Name Rudi Völler nicht gefallen wäre. Es hat schon ziemlich lange gedauert, bis es der Fall war", sagte Holzhäuser.

Büskens und Mulder nicht wieder Nothelfer

Wer immer der neue Manager wird: Er soll für S04 den neuen Trainer aussuchen, während der Klubs selbst parallel noch nach einem Übungsleiter für den Rest der Saison fahndet.

Die bisherigen Assistenten Mike Büskens und Youri Mulder werden den Job nicht machen, sie bleiben in der zweiten Reihe.

"Die beiden gehörten zum Team von Fred Rutten. Daher sehen wir es als die bessere Lösung an, einen Trainer von außen dazuzuholen", erklärte Präsident Josef Schnusenberg.

Büskens und Mulder hatten Schalke 2008 nach der Trennung von Mirko Slomka bis zum Saisonende trainiert. Es hieß aber, dass Büskens nicht noch einmal den Nothelfer geben wollte. Laut Medienberichten war dies auch ein Grund für die Hängepartie bei Ruttens Beurlaubung (Aus für Fred Rutten).

Der neue Chefcoach, der dem am Donnerstagabend beurlaubten Rutten folgen soll, bleibt nur für zwei Monate im Amt. "Es kann nur eine Lösung für neun Spiele sein", sagte Schnusenberg: "Der Trainer, der die Mannschaft für die Zukunft aufbauen soll, muss vom neuen Manager ausgesucht werden."

Veh: "Ich mache gerne wieder was"

Als Kandidat für den Trainerposten in der neuen Saison gilt der Ex-Stuttgarter Armin Veh.

Der 48-Jährige war im vergangenen November vom VfB beurlaubt worden und wäre sogar sofort verfügbar.

"Ich habe immer gesagt, dass ich gerne wieder was mache, wenn ein interessantes Angebot kommt", erklärt Veh, will sich aber "an überhaupt keinen Spekulationen beteiligen, egal um welchen Verein es sich handelt".

Schnusenberg tritt ab

Präsident Schnusenberg kündigte derweil noch an, sein Amt als Vereinsvorsitzender im Sommer 2010 niederzulegen, wenn sein Vertrag ausläuft.

"Dann bin ich 69. Dann wird es langsam Zeit, mich um andere schöne Dinge des Lebens außerhalb von Schalke zu kümmern", sagte der Präsident, ließ sich allerdings ein Hintertürchen offen: "Falls man mich noch brauchen sollte, könnten wir darüber reden."

Schnusenberg ist seit 1994 im Schalker Vorstand und seit 2007 Vorsitzender.

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