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Werders Spielmacher Diego (r.) fehlt am Samstag zum letzten Mal © getty

Vier Monate nach der 1:5-Klatsche und der Entlassung von Mirko Slomka kehrt Schalke nach Bremen zurück und will Revanche nehmen.

Von Jan Reinold

München - Gut vier Monate nach der 1:5-Klatsche bei Werder Bremen und der anschließenden Entlassung des damaligen Trainers Mirko Slomka kehrt Schalke 04 am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) zum Spitzenspiel des zweiten Spieltages ins Weserstadion zurück.

Und das frühe Kräftemessen mit dem Vizemeister ist für den Vorjahres-Dritten nicht nur ein Kampf um drei Punkte, sondern auch um die Ehre.

"Alle, die im April auf dem Platz standen, werden sich daran erinnern", erklärt Schalkes Kapitän Marcelo Bordon mit Blick auf die höchste Bundesliga-Niederlage der "Knappen" seit August 1996 (0:4 in Stuttgart).

"Wir haben etwas gutzumachen", stellt der Brasilianer klar. "Das Ziel muss für uns alle heißen, drei Punkte zu holen."

Statistik spricht für Schalke

Geht es nach der Statistik, stehen die Chancen der "Königsblauen" auf Wiedergutmachung im Weserstadion gar nicht schlecht.

Denn Werder gewann von den letzten sieben Aufeinandertreffen in der Liga nur besagte Partie am 13. April 2008.

In den restlichen sechs Spielen ging Schalke vier Mal als Sieger vom Platz, zwei Mal trennte man sich Unentschieden.

Mit viel Rückenwind nach Bremen

Zudem kommt Schalke mit dem Rückenwind aus sechs Zu-Null-Siegen aus den letzten sechs Pflichtspielen an die Weser.

"Wir wollen natürlich die Partie für uns positiv gestalten", kündigt S04-Trainer Fred Rutten daher selbstbewusst an.

Allerdings betont der Niederländer, dass "es erst der zweite Spieltag ist. An diesem Spiel hängt nicht der Ausgang der gesamten Saison". Und auch die 1:5-Niederlage der Königsblauen aus der Vorsaison interessiert Rutten wenig.

"Davor hat die Mannschaft dort mit 2:0 gewonnen. Viel wichtiger ist doch: Wie muss ich das Spiel bestreiten, damit die eigene Mannschaft am Ende erfolgreich ist."

S04 plagen Verletzungssorgen

Verzichten müssen die Schalker bei diesem Vorhaben allerdings neben dem Langzeitverletzten Torwart Manuel Neuer (Mittelfußbruch), "Kampfschwein" Jermaine Jones (Syndesmosebandriss) und Olympiafahrer Rafinha auch auf die verletzten Millioneneinkäufe Jefferson Farfan (Schultereckgelenksprengung) und Orlando Engelaar (Riss des Kniescheibenbandes).

"Wir haben eine große Kabine", will Rutten die zahlreichen Ausfälle aber nicht als Ausrede gelten lassen.

"Unsere Stärke in diesem Jahr ist der große Kader. Jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, dass wir auf allen Positionen doppelt besetzt sind", meint auch Bordon.

Niemeyer und Hunt fallen aus

Beruhigen dürfte die Westfalen zudem die Tatsache, dass auch die Bremer vor dem Knaller einige prominente Ausfälle zu beklagen haben.

Per Mertesacker befindet sich nach seiner Knieoperation noch in der Reha, Peter Niemeyer (Knieprobleme) und Aaron Hunt (Muskelfaserriss in der Wade) verletzten sich unter der Woche und stehen der Mannschaft gegen Schalke definitiv nicht zur Verfügung.

Zudem fehlt weiterhin Spielmacher Diego, der am Freitag zusammen mit seinem Landsmann Rafinha für Brasilien die Bronzemedaille bei Olympia gewann (3:0 gegen Belgien).

Pizarro vor Comeback

Einsatzbereit ist hingegen Chelsea-Leihgabe Claudio Pizarro, der nach sieben Jahren in der Ferne nach Bremen zurückgekehrt ist.

Der Peruaner trainiert zwar erst seit Dienstag mit seinen neuen, alten Kollegen und hat in der Saisonvorbereitung der "Blues" wegen einer Wadenzerrung kein Testspiel bestritten, dennoch versichert der 29-Jährige: "Vom Kopf her bin ich auf jeden Fall bereit".

Ähnlich sieht das auch Werder-Trainer Thomas Schaaf: "Claudio hat die Einheiten gut genutzt, deshalb stehen seine Einsatzchancen gut", sagt der 47-Jährige.

Traumtor gegen Schalke

Auch die fehlende Spielpraxis seines Star-Stürmers schreckt Schaaf nicht ab.

"Er ist sehr erfahren, ihm muss man nicht mehr viel erklären. Er weiß doch, wie er sich auf dem Platz zu bewegen hat", lobt der Trainer.

Das dürfte allemal für Partien gegen Schalke gelten, denn am 17. Februar 2001 sorgte Pizarro mit einem Traumtor bei Werders damaligem 2:1-Sieg für das 1:0, als er den Ball nach einem 40-m-Pass des heutigen Schalkers Mladen Krstajic aus der Luft annahm, einmal auf dem Fuß tänzeln ließ und direkt weiter über Torwart Oliver Reck hinweg ins Tor lupfte.

"Wie könnte ich so ein Tor vergessen", sagt Pizarro: "Es war das schönste meiner Karriere."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bremen: Wiese - C. Fritz, Prödl, Naldo, Pasanen - Baumann, Frings, D. Jensen, Özil - Rosenberg, Pizarro.Schalke: Schober - Westermann, Höwedes, Bordon, Pander - F. Ernst - Grossmüller, Kobiashvili - Halil Altintop, Kuranyi, Rakitic.Schiedsrichter: Fleischer (Sigmertshausen)

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