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Jürgen Klopp trainierte von 2001 bis 2008 den 1. FSV Mainz 05 © getty

Im Interview mit Sport1.de spricht Dortmund-Trainer Jürgen Klopp über seine Vertragsverlängerung und seine Ziele mit dem BVB.

Von Christian Stüwe

München - Jürgen Klopp und Borussia Dortmund: Diese Konstellation soll in Zukunft Erfolge garantieren. (Trainerporträt)

Davon sind zumindest BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Manager Michael Zorc überzeugt, die von einem "langfristigen Projekt" sprechen.

Obwohl die Borussia zu diesem Zeitpunkt noch kein Spiel in 2009 gewonnen hatte, wurde der Vertrag mit Klopp bis 2012 vorzeitig verlängert.

Im Interview mit Sport1.de spricht der 41-Jährige über seine Vertragsverlängerung, die sportliche Zwischenbilanz, seine Ziele mit dem BVB und sein Verhältnis zu Stürmer Alexander Frei.

Sport1.de: Herr Klopp, Sie haben Ihren Vertrag vorzeitig bis 2012 verlängert. Sie waren zuvor sieben Jahre Trainer in Mainz. Können Sie sich ein ähnlich langfristiges Engagement auch in Dortmund vorstellen?

Jürgen Klopp: Mein Vertrag läuft jetzt bis 2012. Dann bin ich vier Jahre bei Borussia Dortmund, und vier Jahre sind im Profifußball eine beachtlich lange Zeit. Ich glaube, es wäre nicht seriös, jetzt über die Zeit danach zu spekulieren.

Sport1.de: Hat es Sie überrascht, dass das Angebot zur Vertragsverlängerung kam, obwohl Ihre Mannschaft zu dem Zeitpunkt noch keinen Sieg in 2009 eingefahren hatte?

Klopp: Nein, ich war schon länger mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc im Gespräch. Unsere Zusammenarbeit ist von großem Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägt. Wir planen langfristig.

Sport1.de: Was ist nach dem Sieg gegen Bremen in dieser Saison für den BVB noch möglich?

Klopp: Ach wissen Sie, vor dem Spiel haben uns viele Journalisten im Niemandsland der Tabelle gesehen. Nach dem 1:0 sollte ich direkt über internationale Ambitionen Auskunft geben. Fest steht: Wir wollen das nächste Spiel gewinnen.

Sport1.de: Inwiefern konnten Sie bei der Borussia schon ihre Vorstellungen von Fußball umsetzen? Trägt die Mannschaft schon Ihre Handschrift?

Klopp: Ich sehe uns am Anfang eines Erfolg versprechenden Weges. Wir haben eine Mannschaft, die noch längst nicht am Ende ihrer Möglichkeiten ist.

Sport1.de: Die Borussia steht auf Rang neun. Wie fällt Ihre sportliche Zwischenbilanz aus?

Klopp: Wir haben durch zu viele Unentschieden einige Punkte liegen lassen, hatten allerdings auch mit langen Verletzungszeiten wichtiger Spieler zu kämpfen.

Sport1.de: Publikumsliebling Alexander Frei spielt unter Ihnen keine so große Rolle wie zuvor. Planen Sie trotzdem weiter mit ihm?

Klopp: Entschuldigung, aber das ist eine merkwürdige Frage. Alex Frei (Spielerportrait) hat sich nach schweren Verletzungen wieder großartig in die Mannschaft gekämpft. Wir alle beim BVB wissen, was wir an ihm haben.

Sport1.de: Sie haben Neven Subotic aus Mainz mitgebracht, er hat sich zum Stammspieler und Leistungsträger entwickelt. Werden Sie auch weiterhin auf junge, eher unbekannte Spieler setzen, oder muss die Mannschaft mit gestandenen Spielern verstärkt werden?

Klopp: Sinnvollerweise muss man beides tun, um erfolgreich zu sein.

Sport1.de: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sprach anlässlich Ihrer Vertragsverlängerung von einem "langfristigen Projekt". Was sind aus Ihrer Sicht die Inhalte dieses Projektes?

Klopp: Es geht darum, das erstklassige Reservoir junger Spieler, die in den Nachwuchsmannschaften der Borussia spielen, zu nutzen. Wir können und wollen keine teuren Stars kaufen, sondern Talente selber entwickeln und formen.

Sport1.de: Als nächstes steht das Spiel bei Tabellenführer Hertha an. Was macht Sie optimistisch, dort zu gewinnen?

Klopp: Die Tatsache, dass meine Mannschaft sich auswärts fast durchweg sehr couragiert und gut präsentiert hat. Dazu kommt, dass unsere unvergleichlichen Fans uns auch im Berliner Olympiastadion wieder zu Tausenden Rückendeckung geben werden.

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