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Marvin Compper (l.) wechselte 2007 von Gladbach nach Hoffenheim © getty

Bei Hoffenheim läuft es nicht rund. Bei Sport1.de spricht Marvin Compper über die Probleme und seine Ambitionen in der Nationalelf.

Von Christian Stüwe

München - 1899 Hoffenheim war die Überraschung der Hinrunde.

Zu den großen Gewinnern gehörte neben Torjäger Vedad Ibisevic auch Kapitän Marvin Compper, der im November sogar in der deutschen Nationalmannschaft debütierte.

Doch in der Rückrunde läuft es beim Aufsteiger nicht mehr rund. Nur ein Sieg holte die Truppe von Coach Ralf Rangnick aus den letzten acht Partien.

Zuletzt gab es fünf Unentschieden in Serie, der Herbstmeister rutschte auf Platz fünf ab.

Im Sport1.de-Interview spricht Compper über die Hoffenheimer Probleme und seine Aussichten im DFB-Team.

Sport1.de: Herr Compper, nach der sensationellen Hinrunde hängt Hoffenheim im Moment etwas durch. Wo sehen Sie die Gründe dafür?

Marvin Compper: Die Gegner haben sich besser auf uns eingestellt. Zudem haben wir auch mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Wir konnten keine zwei Spiele in Folge mit der gleichen Aufstellung spielen. Es fällt leichter, wenn man Woche um Woche mit der gleichen Elf auflaufen kann.

Sport1.de: Wie sehr vermissen Sie Vedad Ibisevic?

Compper: Natürlich sehr. Er hat in der Hinrunde in 17 Spielen 18 Tore gemacht. Wenn man solch einen Spieler nicht vermisst, dann wäre das sehr eigenartig. Ich wünsche mir, dass er so gesund und stark wie möglich zurückkommt. Aber jetzt müssen wir solange auf andere Spieler setzen, die seine Rolle füllen.

Sport1.de: Ist vielleicht auch mittlerweile die Aufstiegseuphorie weg, die in der Hinrunde noch da war?

Compper: So richtig euphorisch waren wir nie. Wir haben uns auf jedes Spiel gefreut, aber das ist nach wie vor der Fall. Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Das war in der Hinrunde so und das wird auch weiterhin so sein. Wir nutzen die Länderspielpause jetzt, um Kräfte zu sammeln. Es kommen die einen oder anderen Spieler von ihren Verletzungen wieder zurück und dann knüpfen wir an die Leistung an, die wir in der Hinrunde gebracht haben.

Sport1.de: Zu den Verletzungen kamen auch andere Unruhen hinzu. Zum Beispiel die Doping-Affäre oder Rote Karten. Wie hat das die Mannschaft belastet?

Compper: Ich würde nicht sagen, dass es uns belastet hat, aber ganz spurlos geht das an uns auch nicht vorüber. Bei uns ist es noch etwas schwieriger, weil wir eine junge Mannschaft sind. Nichtsdestotrotz waren wir nicht so schlecht. In der einen oder anderen Situation hat uns vielleicht das nötige Quäntchen Glück gefehlt.

Sport1.de: Es gab Kritik am Training von Ralf Rangnick. Gibt es damit auch irgendwelche Zusammenhänge?

Compper: Wir haben einfach Pech. Wir hatten unglückliche Verletzungen. Da kann man keinen Zusammenhang sehen.

Sport1.de: Sie haben fünf Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze. Was glauben Sie, ist noch drin?

Compper: Es ist alles abhängig von den Ergebnissen. Wenn wir weiter unentschieden spielen, dann wird es schwer, da zu bleiben, wo wir jetzt sind. Wenn wir wieder gewinnen, dann ist alles möglich.

Sport1.de: Sie blicken also eher nach oben, als nach unten?

Compper: Wir geben uns auf jeden Fall nicht mit irgendetwas zufrieden. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wenn man die letzten neun Spiele alle gewinnen will, dann ist es klar, dass man sich nach oben orientiert.

Sport1.de: Für Sie persönlich ist die Hinrunde auch sehr gut gelaufen. Wie sehen Sie ihre eigene Leistung im Moment?

Compper: Ich bin definitiv auf dem aufsteigenden Ast. Nach dem zweiten Spiel habe ich mich an der Wade verletzt, bin gegen Leverkusen ausgefallen. Gegen Stuttgart habe ich wieder gespielt, gegen Dortmund fehlte ich wegen der fünften Gelbe Karte. So kam ich nicht wirklich in den Rhythmus rein. Die letzten Partien habe ich durchgespielt und fühle mich von Spiel zu Spiel besser. Für mich persönlich war meine Leistung gegen Hannover die beste der Rückrunde. Darauf muss ich aufbauen und gegen Hamburg noch einen drauflegen.

Sport1.de: Die Nationalspieler sind gerade unterwegs. Stört es Sie, dass Sie nach ihrem ersten Länderspiel nicht dabei sind?

Compper: Nein, ich konzentriere mich darauf, dass ich an meine Leistungsgrenze komme und diese auch verbessere. Ich habe in letzter Zeit nicht alle Spiele gemacht. Dazu lief es nicht sehr gut. Deswegen war es für mich auch nicht so überraschend, dass ich diesmal nicht eingeladen wurde. Ich werde einfach im Training und in den Spielen Gas geben, damit ich das nächste Mal wieder dabei bin.

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