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Jan Simak hat einen Vertrag bis 2010 beim VfB Stuttgart unterschrieben © getty

Gegen Leverkusen will Stuttgarts Spielmacher Jan Simak mit einem eher düsteren Kapitel seiner Vergangenheit endgültig abschließen.

Von Andreas Messmer

München - Für Stuttgarts Spielmacher Jan Simak ist die Partie gegen Bayer Leverkusen (Sa., ab 15 Uhr LIVE) eine ganz besondere.

Für den 29-Jährigen geht es darum, seine klasse Leistung vom vergangenen Wochenende zu bestätigen, als er zwei Tore beim 3:1-Sieg gegen Gladbach vorbereitete.

Gleichzeitig wird der Besuch der Werkself bei Simak Erinnerungen an ein eher düsteres Kapitel seiner Karriere wecken. 2002 wechselte der Mittelfeldstratege von Hannover 96 zu Leverkusen. Rund 6,5 Millionen Euro war der hoch talentierte Tscheche den Bayer-Verantwortlichen wert.

Als Nachfolger von Michael Ballack war er eingeplant und entsprechend hoch waren die Erwartungen.

Pflegefall statt Ballack-Ersatz

Was folgte, war Ernüchterung: in 22 Spielen erzielte er magere drei Tore und anstatt sportliche Schlagzeilen zu schreiben, tauchte sein Name im Zusammenhang mit Alkohol-Eskapaden und Undiszipliniertheiten in der Presse auf.

Als "Pflegefall" gebrandmarkt, verließ er Leverkusen schon nach einer Saison wieder. Nach Zwischenstationen in Hannover, Prag und Jena heuerte er schließlich im Sommer 2008 beim VfB an - seine nächste große Chance, bei einem Top-Klub Fuß zu fassen.

Seine Vergangenheit scheint er auf und verarbeitet zu haben. "Ich habe mein Leben auf den Kopf gestellt", sagt Simak: "Versagensängste plagen mich heute nicht mehr."

Personalprobleme beim VfB

Wenn am Samstag sein Ex-Klub bei den Schwaben gastiert, sei das aber "vor allem ein wichtiges Spiel, weil wir erstmals vor eigenem Publikum spielen", betont der Spielmacher im "kicker".

Der Druck scheint ihm weniger auszumachen als früher. Auch, weil VfB-Coach Armin Veh voll auf den Dribbelkünstler setzt.

So ließ der Trainer den Tschechen im UI-Cup gegen Saturn Ramenskoje trotz durchwachsener Leistung lange auf dem Feld. Mit einem herrlichen Freistoßtor in der Schlussphase zahlte er das Vertrauen zurück.

Boulahrouz "im Normalfall nicht dabei"

Auch am Sonntag, wenn es gilt, den Traumstart in die neue Runde perfekt zu machen, wird Veh wohl wieder auf Simak hinter den Spitzen setzen.

Wer seine Nebenmänner sein werden, ist derweil noch offen. Die Schwaben plagen Personalprobleme.

Neuzugang Khalid Boulahrouz wird voraussichtlich erneut fehlen. "Er ist im Normalfall noch nicht dabei", sagte Veh: "Es ist zwar besser geworden, aber wir wollen kein Risiko eingehen." Den Niederländer plagt noch immer eine Verletzung am Sprunggelenk.

Magnin und Khedira angeschlagen

Ein Fragezeichen steht hinter den Einsätzen von Ludovic Magnin und Sami Khedira.

Magnin hatte sich im Länderspiel der Schweiz eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen.

Khedira bekam im Training einen Schlag auf den Knöchel. "Sein Syndesmoseband ist gezerrt. Wenn er richtig Schmerzen hat, dann lassen wir ihn weg, aber es ist in jedem Fall nichts Gravierendes", sagte Veh.

Cacau (Adduktorenbeschwerden) und Marco Pischorn (Wadenbeinbruch) fehlen definitiv. Kurzfristig wird sich der Einsatz der Mexikaner Ricardo Osorio und Pavel Pardo entscheiden, die erst am Freitag von einem Länderspiel aus Mexiko zurückkehrten.

"Es waren nur sieben Leute da"

Veh ist mit seinen Sorgen nicht allein. "Es gab in dieser Woche wegen der Länderspielabstellungen nur wenige Trainingseindrücke, denn es waren nur sieben Leute da", klagte auch Leverkusens Trainer Bruno Labbadia.

Torhüter Rene Adler fehlt erneut. Bernd Schneider, Patrick Sinkiewicz, Hans Sarpei und Vratislav Gresko befinden sich nach ihren Verletzungen immer noch in der Reha.

Leverkusen schon unter Druck

Labbadia und seine junge Truppe stehen nach dem verpatzten Auftakt gegen Dortmund (2:3) bereits unter Druck.

"Wir haben zeitweise sehr, sehr guten Fußball gespielt, aber defensiv auch Fehler gemacht", sagte Labbadia.

Er weiß, dass sich speziell seine Defensiv-Abteilung steigern muss, damit die Leistung seiner Schützlinge nicht erneut unbelohnt bleibt: "Sie sind spielstark, haben ihre Stärken in der Offensive und ich bin mir deshalb sicher, dass uns ein heißer Tanz erwarten wird."

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