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Roberto Hilbert wechselte 2006 aus Fürth nach Stuttgart © getty

Im Sport1.de-Interview erklärt Roberto Hilbert den Aufschwung des VfB in der Rückrunde und seine Ziele für die Nationalelf.

Von Christian Stüwe

Stuttgart - Trotz gelegentlicher Rückschläge wie der 0:4-Pleite gegen Werder Bremen vor zwei Wochen - die Stimmung beim VfB Stuttgart ist gut.

Kein Wunder: die Schwaben sind die zweitbeste Rückrunden-Mannschaft, schoben sich auf Rang sechs vor und kratzen an den UEFA-Cup-Plätzen (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle) .

"Wir wollen unter die ersten Fünf, das ist unser Ziel", kündigt Mittelfeldspieler Roberto Hilbert gegenüber Sport1.de eine Fortsetzung der Aufholjagd an.

Im Interview erklärt er die Hintergründe des Aufschwungs, spricht über gelegentliche Provokationen von Jens Lehmann und seine Absichten bei der Nationalelf.

Sport1: Wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach dem Sieg gegen den Tabellenführer Hertha?

Roberto Hilbert: Die Stimmung ist sehr gut, auch wenn wegen der anstehenden Länderspiele derzeit nicht viele Spieler im Training sind.

Sport1: In der Rückrundentabelle ist der VfB Zweiter. Wie erklären Sie sich den Aufschwung?

Hilbert: Durch den Trainerwechsel hat sich bei uns Einiges geändert, es ist eine gewisse Euphorie entstanden.

Sport1: Also sehen Sie einen recht großen Anteil bei Markus Babbel?

Hilbert: Er hat als Trainer genauso wie der Co-Trainer Rainer Widmayer einen wichtigen Anteil. Aber nach einem Trainerwechsel ist jeder Spieler neu motiviert. Gerade die Spieler, die nicht soviel gespielt haben, pushen sich wieder mehr. Dadurch steigt insgesamt das Niveau. Man gewinnt ein, zwei Spiele und kommt in einen positiven Lauf. Der hat sich glücklicherweise bis jetzt durchgezogen.

Sport1: Der anstehende Trainerlehrgang von Markus Babbel (Babbel hofft auf Lehmann, Gomez und den DFB) ist ein großes Thema. Können Sie sich vorstellen, mit einem Trainer zu arbeiten, der mehrere Tage in der Woche nicht da sein kann?

Hilbert: Ich hoffe natürlich, dass es nicht so weit kommen wird. Ich hoffe, dass eine positive Lösung gefunden wird. Aber im Moment ist das für uns kein Thema.

Sport1: Jetzt hat der VfB 42 Punkte. Noch neun Spiele stehen an. Was ist da noch drin?

Hilbert: Wir wollen unter die ersten fünf. Das ist unser Ziel.

Sport1: An der Tabellenspitze ist alles sehr eng zusammen. Der VfB ist nur sieben Punkte hinter der Hertha. Jens Lehmann hat kürzlich schon angefangen zu rechnen. Ist ein Coup wie bei der Meisterschaft 2007 wieder möglich?

Hilbert: Im Leben kann fast alles passieren. Wir müssen, so wie wir das zuletzt getan haben, von Spiel zu Spiel denken. Von Woche zu Woche, damit wir unsere Punkte holen. Und dann werden wir sehen, wo wir am Ende stehen. Wie sagt man so schön: Abgerechnet wird am Schluss.

Sport1: Die anstehende Vertragsverlängerung von Jens Lehmann sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Beschäftigt es die Mannschaft, ob er weitermacht oder aufhört?

Hilbert: Eher weniger. Klar ist man glücklich und froh, wenn man so einen Torwart wie den Jens hat. Wenn man weiß, dass jemand hinter einem steht, der eine gewisse Ausstrahlung und Erfahrung hat. Der schon seit über 15 Jahren im Profigeschäft ist. Aber es liegt an Jens, ob er noch ein Jahr weitermacht. Wir wären froh, wenn er weiterspielen würde.

Sport1: Gerade in letzter Zeit ist Lehmann wieder durch einige Provokationen und Aktionen sowohl gegen Gegen- wie auch Mitspieler aufgefallen. Sind solche Dinge für die Mannschaft wichtig?

Hilbert: Das gehört einfach dazu. Da ist die Art von Jens. Spieler, die mit ihm zusammengespielt haben, kennen das auch. Er hat große Erfolge gefeiert in seiner langen Karriere. Das spricht für ihn. Wir können mit seiner Art umgehen, ob das Andere können ist relativ egal. Für uns ist das gut, das bringt Stimmung rein.

Sport1: Wie beurteilen Sie ihre eigenen Leistung im Moment?

Hilbert: Ich denke positiv. Ich habe zuletzt gute Leistungen gezeigt und fühle mich topfit. Und auch meine Zweikampfwerte waren nicht schlecht.

Sport1: Stört es Sie, im Moment nicht bei der Nationalmannschaft zu sein?

Hilbert: Natürlich würde ich mich freuen, wieder dabei zu sein. Aber letztendlich müssen das die Leute entscheiden, die dafür zuständig sind. Ich mag meinen Job und versuche, ihn gut zu machen. Irgendwann wird hoffentlich meine Zeit wieder kommen.

Sport1: Die WM in Südafrika bleibt also das Ziel?

Hilbert: Natürlich. Das muss das Ziel sein für jeden Spieler. Wenn das nicht mein Ziel wäre, würde ich etwas falsch machen.

Sport1: Nach der Länderspielpause geht es in Bochum weiter. Der VfL ist ebenfalls im Aufwind. Setzt der VfB dort die Aufholjagd trotzdem fort?

Hilbert: Natürlich wollen wir die Aufholjagd fortsetzen. Wir werden alles dafür tun, in Bochum zu gewinnen. In den letzten Jahren haben wir beim VfL nicht verloren. Es ist noch eine Woche Zeit, hoffentlich kommen alle Spieler gesund zurück. Dann werden wir uns gut vorbereiten und optimistisch nach Bochum fahren.

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