SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold traut Dortmund in der Champions League nicht viel zu: "Bye, bye BVB." Bayern komme hingegen weiter.

Hallo Fußball-Freunde,

es ist mal wieder Champions?League-Woche.

Für Borussia Dortmund ist die Reise in der Königsklasse jedoch bald zu Ende - für die starken Bayern sollte sie noch ein schönes Stück weitergehen.

Bye-bye, BVB: Wie Dortmund Real Madrid packen kann? Gar nicht. Beim BVB fehlt aktuell doch Einiges, und Real steht wesentlich kompakter als noch im Vorjahr.

Für mich ist das insofern eine ganz klar Angelegenheit für die Spanier. Dieses Real hat so viel Qualität, das hat man ja auch gegen Schalke gesehen. Wenn das Bällchen da erst mal ins Laufen kommt... Wirklich nichts gegen den BVB, aber in diesem Punkt sind sie zu weit weg.

Dass manche Experten nun das Vorjahresduell bemühen, in dem Dortmund die Oberhand behielt, ist für mich unerheblich.

Real hat zwar Respekt, aber ich glaube nicht, dass sich Madrid allzu viel mit Dortmund beschäftigt, nachdem sie mit Schalke schon eine deutsche Mannschaft ausgeschaltet haben.

Dazu kommt ja auch noch, dass Robert Lewandowski, der Real vor einem Jahr vier Treffer eingeschenkt hatte, wegen seiner Gelb-Sperre nun nicht mitspielen kann.

Wenn Real zu Hause also gleich ein klares Ergebnis erzielt und ohne Gegentor bleibt, dann war es das wohl schon für den BVB.

Ich glaube deshalb auch, dass Real in diesem Jahr den Einzug ins Finale packt. Auch wenn in der spanischen Liga mal ein Ausrutscher passiert wie im Clasico gegen Barca oder gegen Sevilla.

Ähnlich klar sehe ich den Ausgang des Duells der Bayern gegen Manchester United.

Manchester hat große Problem in diesem Jahr. Die Mannschaft ist über ihren Zenit hinaus, schlichtweg überaltert und auch schlecht zusammengestellt.

Man sieht ja, dass es nicht mal mehr in die Liga langt. Und Wayne Rooney ist sowieso seit langem schon komplett überbewertet.

Kein Wunder also auch, dass sich da alle auf Trainer David Moyes einschießen.

Und auch psychologisch gesehen: Die Spieler waren es immer gewohnt, um Titel zu spielen - das ist nun eine ganz neue Situation für sie.

Das Hauptproblem ist wohl aber, dass die Mannschaft noch immer ihre Identität sucht. Früher haben United-Spieler immer nach dem Maximalen gestrebt, nun hält man in der Premier League gerade so den Anschluss an die oberen Ränge.

Immerhin kann so ein Champions-League-Spiel dazu beitragen, dass man mal wieder aus dem Alltagstrott herauskommt und dadurch vieles wettmacht, was vorher falsch lief.

Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass United die Qualität hat, dies ausgerechnet gegen diese schier übermächtigen Bayern zu schaffen.

Die waren beim 3:3 gegen Hoffenheim vielleicht ein bisschen müde von ihrer Meister-Feier, aber das erneute Triple vor Augen sollte Antrieb genug sein, nun in der Champions League wieder Vollgas zu geben.

Pep Guardiolas Team hat jedenfalls das Zeug dazu, als erstes Team überhaupt den Titel in der Königsklasse zu verteidigen.

Bis zum nächsten Mal,Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt wöchentlich als Kolumnist für SPORT1.

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