Ex-Bayern-Coach Jupp Heynckes spricht zudem über Uli Hoeneß, Real Madrid, seine Zukunft und die Gründe für die Dominanz des FCB.

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Von Martin Volkmar und Mathias Frohnapfel

München - Jupp Heynckes tut der Ruhestand sichtlich gut.

Bester Laune präsentierte sich der frühere Erfolgscoach des FC Bayern am Freitag auf einem Werbetermin im Münchner Einkaufszentrum "Riem Arcaden" im Gespräch mit SPORT1-Moderatorin Anna Kraft.

Und er ließ durchblicken, dass er noch enge Kontakte zu seinem Ex-Klub hat. So glaubt der 68-Jährige an einen Verbleib von Toni Kroos beim FCB.

"Ich habe mit Toni gesprochen. Wenn er meine Worte ernst nimmt, wird er bleiben. Sowas wie den FC Bayern finden Sie derzeit in ganz Europa nicht", sagte Heynckes.

"Er wäre gut beraten, zu verlängern. Er hat ein gutes Angebot on den Bayern vorliegen. Das weiß Toni auch. Ich hoffe, dass es auch sein Berater weiß."

Offerte von Manchester United

Der Mittelfeldspieler, dessen Vertrag 2015 ausläuft, soll aber auch lukrative Angebot aus dem Ausland haben. Vor allem die Offerte von Manchester United ist demnach sehr konkret.

"Ich spiele bei Bayern München - und das ist auch gut so", hatte Kroos am Rande der Viertelfinal-Duelle mit ManUnited in der Champions League gesagt. Die Verhandlungen mit dem deutschen Rekordmeister liegen aber vorerst auf Eis.

[kaltura id="0_uqwdlkdp" class="full_size" title="Watzke Bayern hat uns nicht gerettet"]

Derweil besuchte Heynckes bei seiner Stippvisite an der Isar auch seinen Ex-Klub und soll sich auch mit Uli Hoeneß treffen. Zur Haftstrafe des früheren Bayern-Bosses wollte sich der ehemalige Trainer nicht konkret äußern.

"Jeder weiß, dass Uli mein Freund ist und es immer bleiben wird. Wir haben oft telefoniert, ich war auch bei Familie Hoeneß zwischendurch. Aber ich will dazu nicht weiter ins Detail gehen."

Keine Rückkehr auf die Trainerbank

Klarer äußerte sich Heynckes zu seiner eigenen Zukunft, die er nicht mehr auf der Trainerbank sieht ? auch nicht als Nationalcoach. "Ich habe auf Alltagsmodus umgestellt und bin wieder Normalbürger", erklärte der Routinier.

"Es wäre nicht zuträglich, über eine solche Möglichkeit zu sprechen. Ich hatte letzten Sommer so lukrative Angebote, wie ich sie mir nicht hätte vorstellen können. Aber ich denke nicht daran, auf die Trainerbühne zurückzukommen."

Stattdessen schaue er sich die Spiele des FC Bayern als "Fan" an, meinte Heynckes. Dies sei "überwiegend ein Genuss".

"Bayern wird international führend sein"

"Ich glaube, dass die Bayern in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht nur in der Bundesliga, sondern auch international führend sein werden", sagte Heynckes:

"Die Optionen sind da, das Triple zu wiederholen. Und die Mannschaft hat noch eine große Zukunft vor sich, weil die Altersstruktur stimmt. Und weil in Lewandowski nächste Saison der weltbeste Stürmer kommt."

Daher sieht er den Titelverteidiger auch als Favorit im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid. "Real hat in Deutschland fast nur Pleiten erlebt", meinte der frühere Coach der "Königlichen", der sich mit den Münchnern im letzten Halbfinal-Duell 2012 durchgesetzt hatte.

"Bayern ist in Madrid immer in der Lage, ein Tor zu erzielen. Und zu Hause sind sie eine Macht. Deshalb haben sie gute Chancen, ins Finale einzuziehen."

"Dortmund fast auf Augenhöhe"

Vorher allerdings steht am Samstagabend in der Allianz Arena das Duell gegen Borussia Dortmund an.

"Ich denke, es kann ein interessantes Spiel werden, da sich beide Teams fast auf Augenhöhe begegnen. Dortmund hat gegen Real fantastischen Fußball gespielt. Das zeigt, dass die Bundesliga in den nächsten Jahren vielleicht doch nicht so langweilig wird wie befürchtet", erklärte Heynckes.

"Jede Mannschaft wird eine gute Leistung bringen wollen, weil der psychologische Effekt enorm wichtig ist. Schließlich kann es noch ein Wiedersehen im Pokalfinale geben."

Sein Tipp für Bayern gegen Dortmund: 2:2.

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