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Jürgens Klinsmann ist seit 2008 Bayern-Coach, Felix Magath trainierte bis 2007 den FCB © getty

Es ist das Topspiel des 26. Spieltags: Der VfL Wolfsburg empfängt den FC Bayern zur Vorentscheidung in der Meisterschaft.

München - Für den FC Bayern stehen die wohl wichtigsten Tage der ganzen Saison an.

Erst das Spitzenspiel beim VfL Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr LIVE), dann der Kracher beim FC Barcelona (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE).

Doch es wird heikel: Denn Trainer Jürgen Klinsmann hatte in den vergangenen knapp zwei Wochen zum Teil nur acht Profis im Training.

Erst am Freitag werden die letzten Nationalspieler von diversen WM-Qualifikationsspielen in Südamerika wieder in München eintrudeln.

Doch Klinsmann will vor dem Bundesliga-Duell Zweiter gegen Zweiter beim punkt- und torgleichen VfL nicht lamentieren.

"Ernst zu nehmender Konkurrent"

"Wir können uns erst ab Freitag so richtig mit Wolfsburg beschäftigen. Die Zeit ist zwar verdammt kurz, aber diese Situation ist man ja beim FC Bayern gewohnt. Schön wäre es nur, wenn alle mit Erfolgserlebnissen und ohne Verletzungen zurückkommen", sagte der Bayern-Coach gelassen.

Über die Bedeutung der beiden Saison-Höhepunkte sind sich beim FC Bayern ohnehin alle einig.

"Wenn wir in Wolfsburg gewinnen, ist das eine Vorentscheidung. Auch ein Unentschieden lässt uns noch alles offen", meinte Uli Hoeneß vor dem Duell mit Ex-Trainer Felix Magath, dessen VfL der Bayern-Manager als "ernst zu nehmenden Konkurrenten" im Titelkampf ansieht.

Ein Auge schielt nach Barcelona

Für Klinsmann wird das Spiel "ein Kraftakt und vorentscheidend im Kampf um die Meisterschaft und die Champions-League-Qualifikation für die nächste Saison. Es steht also viel auf dem Spiel".

Natürlich schielt der ehemalige Bundestrainer mit einem Auge auch schon nach Barcelona.

"Es entscheidet sich in Wolfsburg auch, ob wir mit breiter Brust nach Barcelona fahren werden. Wir brauchen dort viel Selbstvertrauen. Von daher kann man beide Spiele gar nicht trennen", meinte er.

Er forderte seine Stars deshalb auf, "gegen Wolfsburg schon alles abzurufen. Die Mannschaft muss da an ihre Grenzen gehen."

Schmaler Grat

Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich die Münchner in den kommenden Tagen bewegen, wie auch Torwart Michael Rensing (Rensing kämpft um seine Zukunft) erkannt hat.

"Das ist immer schwierig, wenn ein solches absolutes Highlight wie gegen Barcelona vor der Tür steht. Auf der anderen Seite wissen wir auch, dass in der Liga jetzt jedes Spiel ein Finalspiel ist. Wir dürfen nicht locker lassen. Deswegen ist Wolfsburg mindestens genauso wichtig wie Barcelona", sagte der Keeper.

Und deshalb sei Ex-Coach Magath "jetzt auch unser Feind".

"Luca ist hungrig"

Groß ist bei den Münchnern die Erleichterung, dass Torjäger Luca Toni seine Achillessehnen-Verletzung, die ihn vier Wochen außer Gefecht setzte, rechtzeitig überwunden hat.

Seit Montag ist der Weltmeister wieder im Mannschaftstraining, seit Mittwoch trifft er wieder. In einem Test gegen die eigenen Junioren gelang Toni beim 6:1 ein Hattrick.

"Luca ist hungrig", sagte Klinsmann - was Toni am Donnerstag unterstrich: "Ich bin wieder fit. Ich hoffe, dass ich 90 Minuten durchhalte. Ich kann es gar nicht mehr erwarten, das Adrenalin im Spiel wieder zu spüren."

Den FC Bayern sieht der Italiener in Wolfsburg im Vorteil: "Immer wenn es darauf ankommt, sind wir da. Es ist wichtig, zu zeigen, dass wir der FC Bayern sind." (zum Artikel: "Ich laufe nackt über den Marienplatz")

Auch Massimo Oddo, der zuletzt wegen einer Wadenverletzung ausgefallen war, meldete sich zurück. Verzichten müssen die Bayern in Wolfsburg allerdings auf den gelbgesperrten Martin Demichelis sowie die weiterhin verletzten Hamit Altintop und Miroslav Klose.

Hoeneß-Nachfolge vertagt

Die Gespräche über einen Nachfolger von Manager Uli Hoeneß und über eine neue Führungsstruktur hat der Meister derweil erst einmal vertagt.

"Bis Ende dieser Saison liegt sowohl beim Aufsichtsrat als auch beim Vorstand des Klubs die ausschließliche Konzentration auf dem sportlichen Tagesgeschäft. Erst danach werden diese beiden Gremien gemeinsam über die personelle Besetzung der künftigen Führungsebene der FC Bayern München AG entscheiden", erklärte der Verein am Donnerstag.

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