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Mario Götze wechselte im Sommer für 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Bayern. ZUM DURCHKLICKEN: Mario Götzes Karriere in Bildern © getty

Mario Götze befindet sich seit dem vorzeitigem Titelgewinn im Formtief. Seine fehlenden Einsatzzeiten gefährden zwei Ziele.

Von Denis de Haas

München -Mario Götze durfte seine ausgezeichnete Technik vorführen. Er streichelte die Kugel mit Eleganz, bewegte sie hin und her, kein Real-Spieler konnte ihn dabei stören.

Das lag zweifelsohne auch an Götzes Platz und am Spielgerät: Der Mittelfeldspieler saß beim FC Bayern wieder nur auf der Bank und guckte seinen Kollegen zu. Und anstatt den geliebten Ball auf seinem Fuß tänzeln zu lassen, musste er sich mit einer Kaugummi-Spielerei begnügen.

Auf dem Platz ist der 21-Jährige nur als Teilzeitkraft gefragt. 19 Minuten in Madrid, noch mal 19 Minuten in München - mehr Einsatzzeit gönnte Trainer Pep Guardiola seinem Schützling im Champions-League-Halbfinale nicht.

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Als der Spanier Götze am Dienstag in die Partie brachte, war das Debakel schon besiegelt (BERICHT: Fiasko statt Finale).

Willkommensgeschenk für Guardiola

Eigentlich hatten sie beim FC Bayern eine Hauptrolle für Götze vorgesehen. In den großen Spielen sollte er seine großen Fähigkeiten zeigen. Deshalb hat der Verein vor einem Jahr 37 Millionen Euro an Borussia Dortmund überwiesen. Götze galt als Willkommensgeschenk für Guardiola.

"Die Chance, mit diesem außergewöhnlichen Trainer zusammenzuarbeiten, wollte er sich nicht entgehen lassen. Das finde ich auch absolut nachvollziehbar", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp, als im April 2013 die Transferbombe platzte.

Doch nun wirkt es so, als würde Götze in seiner neuen Umgebung fremdeln.

Vergleiche mit Iniesta

Im Herbst und Winter trumpfte er noch groß auf. Der Edeltechniker zeigte, warum er oft mit Andres Iniesta vom FC Barcelona verglichen wird und als weltweit bester Spieler seines Jahrgangs gilt. Er dribbelte sich in die Herzen der Fans, schoss außerdem ein wichtiges Tor gegen den in München ungeliebten Ex-Klub aus Dortmund.

Doch seit die Bayern die Meisterschaft perfekt gemacht haben, zeigt seine Formkurve nach unten.

Bei Hertha BSC gab er mit seinem Tor noch den Startschuss zur Titelparty. Anschließend hatte er in Bundesliga und Champions League Ladehemmung. In den neun Einsätzen nach Berlin erzielte er kein Tor mehr und gab gerade mal eine Vorlage.

Zuletzt hatte er auch wenig Zeit, sich zu beweisen. Die Frage, ob er nun auf der Zehner-Position oder als falsche Neun besser aufgehoben ist, stellte sich zuletzt nicht mehr.

Es ging nur darum, wie lange der Nationalspieler in den wichtigen Spielen zum Zuge kommt. Obwohl auch Konkurrenten wie Thomas Müller und Mario Mandzukic zuletzt selten in Bestform spielten, saß Götze auf der Bank.

Schüchtern in den Katakomben

Der Status als Edeljoker dürfte das Selbstvertrauen beim ohnehin schüchternen Spieler weiterhin ankratzen. Wenn der Bayern-Profi aus den Katakomben Richtung Mannschaftsbus läuft, lächelt er die Journalisten oft nur an und vertröstet sie mit einem Verweis auf seine Teamkollegen.

"Arjen kommt gleich. Mit dem könnt ihr reden", erklärte Götze zuletzt nach einem Spiel gegen den FC Arsenal. Während Robben sprach, setzte sein junger Teamkollege die Kopfhörer auf und ging weiter.

Nächstes Ziel Pokalfinale

Für Götze gibt es nun noch zwei Möglichkeiten, zurück ins Rampenlicht zu kommen. Beim Pokalfinale gegen den Ex-Klub sollte er auf einen Einsatz brennen. Zumal er 2012 das Endspiel im Berliner Olympiastadion nur als Zuschauer verfolgen konnte. Damals sah der Dortmunder Götze, wie sein Team die Bayern auseinandernahm.

Und nach dem Finale steht das nächste große Ziel an: die WM in Brasilien. Es ist Götzes zweites Turnier mit der Nationalmannschaft.

Bei der EM 2012 kam er - nach einer längeren Verletzungspause - nur zu einem Kurzeinsatz. In Brasilien will er mit Sicherheit wieder mehr spielen und weniger mit einem Kaugummi im Mund auf seinen Einsatz warten.

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