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Grafite erzielte in 40 Bundesligaspielen 29 Tore und legte neunmal auf © getty

Wolfsburgs Grafite scheint vor dem Duell gegen Bayern in der Form seines Lebens zu sein. Er spricht über die Torjägerkanone, Magath und die Selecao.

Von Christian Stüwe

München - Am Donnerstag ist Grafite 30 Jahre alt geworden.

Für einen Fußballer, gerade für einen Stürmer, eigentlich ein reifes Alter. Doch der Brasilianer in Diensten des VfL Wolfsburg zeigt keine Spur von Altersmüdigkeit.

Ganz im Gegenteil. Er scheint in der Form seines Lebens zu sein.

Selbst eine schwere Verletzung, der Bruch des Felsenbeins am Kopf, konnte Grafite nicht daran hindern, 18 Saisontore zu erzielen und die Torjägerliste anzuführen.

Dafür benötigte der Stürmer gerade einmal 16 Einsätze.

Am Wochenende steht nun für Grafite und den VfL Wolfsburg das große Verfolgerduell gegen Bayern München (ab 15 Uhr LIVE) an. Mit einem Sieg sollte für die "Wölfe" im Meisterschaftsrennen einiges möglich sein.

"Über die Meisterschaft machen wir uns gar keine Gedanken", sagt Grafite allerdings im Sport1.de-Interview, lässt aber durchblicken, dass sich die Wolfsburger gegen den Rekordmeister dennoch etwas ausrechnen.

Grafite spricht auch über seine Chancen in der brasilianischen Nationalelf, Sturmkollege Edin Dezko und Trainer Felix Magath.

Sport1: Im letzten Spiel haben Sie Ihren 18 Saisontreffer erzielt und liegen nun mit Vedad Ibisevic an erster Stelle der Torjägerliste. Ist die Torjägerkanone ihr Ziel?

Grafite: Nein. Natürlich freue ich mich über jedes Tor, mit dem ich der Mannschaft helfen kann. Und wenn ich damit in der Torschützenliste weiter nach oben klettere, ist es doppelt schön. Aber im Vordergrund steht der Erfolg des Teams. Was nutzt mir die Torjägerkanone, wenn wir unsere Ziele am Ende nicht erreichen?

Sport1: Trotzdem haben Sie gute Aussichten auf die Torjägerkanone. Wer sind die härtesten Konkurrenten?

Grafite:(lacht) Mein Teamkollege Edin Dzeko zum Beispiel. Vedad Ibisevic wäre ein sehr harter Konkurrent gewesen, es tut mir leid, dass er sich so schwer verletzt hat und ich wünsche ihm, dass er bald wieder zurück auf dem Platz ist.

Sport1: Sie waren verletzt und gesperrt, haben nur 16 Spiele für 18 Treffer gebraucht. Wie erklären Sie sich die sensationelle Quote?

Grafite: Ich profitiere in meinem Spiel natürlich auch von meinen Teamkameraden. Es gibt kein Erfolgsgeheimnis, es sind die Früchte meiner täglichen Arbeit. Natürlich ist die Bundesliga auch perfekt für mein Spiel. Hier wird nach vorne gespielt und nicht der Ball im Mittelfeld hin- und hergeschoben.

Sport1: Sie haben einmal für Brasilien gespielt. Hoffen Sie dank solcher Leistungen auf weitere Einsätze, zumal es im Angriff der Selecao nicht optimal läuft?

Grafite: Natürlich hoffe ich auch die Selecao. Aber die Konkurrenz auf dieser Position ist sehr, sehr groß. Es sind die am härtesten umkämpften Plätze und von Weltstars besetzt.

Sport1: Mit dem VfL Wolfsburg sitzen Sie Hertha BSC im Nacken. Wie groß schätzen Sie die Meisterschaftschancen ein?

Grafite: Über die Meisterschaft machen wir uns gar keine Gedanken. Unser Ziel ist es, die Platzierung aus dem Vorjahr zu bestätigen und wieder einen Platz im internationalen Geschäft zu erreichen. Da sind wir auf einem guten Weg.

Sport1: Der VfL hat zu Hause überhaupt erst einen Punkt abgegeben und ist die beste Rückrundenmannschaft. Hält die Serie auch im anstehenden Spiel gegen Bayern München?

Grafite: Das hoffe ich doch. Die Heimstärke ist unser großes Plus und wir müssen sie auch gegen den FC Bayern München wieder unter Beweis stellen. Die Unterstützung des Publikums beflügelt uns dabei natürlich ungemein.

Sport1: Wie wollen Sie die Bayern besiegen?

Grafite: Bayern ist ein sehr starker Gegner. Aber wir wollen trotzdem offensiv spielen. Wir sind - wie gesagt - sehr heimstark und werden auch gegen Bayern unsere Chancen bekommen.

Sport1: Ist es ein Vorteil, dass Trainer Felix Magath vorher bei Bayern München war und den Gegner kennt?

Grafite: Das kann natürlich ein Vorteil sein, aber über den FC Bayern München muss man eigentlich nicht mehr viele Worte verlieren. Der Name spricht für sich und ist Motivation genug.

Sport1: Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit Felix Magath im Allgemeinen?

Grafite: Er ist ein sehr guter Trainer und ich lerne jeden Tag von ihm. Unter ihm habe ich mich in Wolfsburg weiterentwickelt und sehr viel Spaß an der täglichen Arbeit. Das Training ist hart, aber es bringt uns dorthin, wo wir aktuell stehen. Dessen ist sich jeder Spieler bewusst.

Sport1: Ihr Vertrag läuft noch bis 2011. Sehen Sie ihre Zukunft in Wolfsburg?

Grafite: Ich fühle mich mit meiner Familie sehr wohl in Wolfsburg. Über alles andere mache ich mir momentan keine Gedanken.

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