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Jefferson Farfan markiert kurz vor der Pause das 1:0 für Schalke © getty

Die drei Interimstrainer bringen Schalke in Bielefeld wieder in die Spur. Jefferson Farfan und Kevin Kuranyi treffen.

Bielefeld - Chaos-Klub Schalke 04 hat beim Comeback von "Eurofighter" Mike Büskens als Interimstrainer zumindest sportlich wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert.

Nach turbulenten Wochen siegte der siebenmalige Deutsche Meister bei Arminia Bielefeld 2:0 (1:0) und schob sich zumindest vorübergehend bis auf vier Punkte an die UEFA-Cup-Plätze heran.

Den ersten Erfolg nach zuvor zwei Niederlagen sicherten der peruanische Zehn-Millionen-Einkauf Jefferson Farfan (45.) und Kevin Kuranyi (90.+3).

"Es war eminent wichtig, dass wir dieses Spiel gewinnen konnten. Damit wir endlich mal wieder vier bis fünf Tage Ruhe haben", sagte Büskens: "Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir Bielefeld zunächst viel zugestanden haben und die Defensive etwas vernachlässigt haben."

Für Büskens, der einem offiziell gleichberechtigten Trainertrio mit Youri Mulder und Oliver Reck vorsteht und zuvor von einer Minimalchance auf das Erreichen der internationalen Wettbewerbe gesprochen hatte, war es der sechste Sieg im siebten Bundesligaspiel ohne Niederlage.

Bereits am Ende der vergangenen Saison war das Trio um Büskens für sechs Spiele eingesprungen und hatte Schalke mit 16 von 18 möglichen Punkten in die Champions-League-Qualifikation geführt.

Für die Bielefelder, die zum fünften Mal in Folge zu Hause ohne eigenes Tor gegen die Königsblauen verloren, war es eine bittere Niederlage.

Im Falle eines Sieges von Borussia Mönchengladbach am Sonntag beim Schlusslicht Karlsruher SC würde die Arminia auf den Relegationsplatz abrutschen.

Das sechste Heimspiel ohne Sieg für Bielefeld

Die Niederlage am Freitag war bereits das sechste Heimspiel in Folge ohne Sieg, der in dieser Saison bereits zwölf Mal erfolgreiche Torjäger Artur Wichniarek blieb auch in seinem 200. Ligaspiel für die Arminia ohne Treffer und wartet nun schon seit 601 Minuten auf ein Erfolgserlebnis.

"Viel besser als wir kann man es gegen eine Spitzenmannschaft wie Schalke nicht machen", sagte Trainer Michael Frontzeck. "Leider sind wir mal wieder nicht belohnt worden. In der zweiten Hälfte war Schalke dann aber überlegen."

Mit einer zumindest kämpferisch verbesserten Leistung zogen die Schalker Spieler schnell die Fans wieder auf ihre Seite.

Diese hatten nach den Entlassungen von Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten aber schon einen neuen Sündenbock auserkoren.

Fans fordern Tönnies-Rücktritt

Mit Plakaten und Sprechchören forderten die Anhänger den Rücktritt von Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies. Dieser hat auch knapp vier Wochen nach der Entlassung Müllers und zahlreichen Absagen noch keinen neuen Manager gefunden.

Büskens hatte vor 27.300 Zuschauern wie angekündigt das 4-3-3-System und damit dieselbe taktische Ausrichtung wie sein bisheriger Chef Rutten gewählt.

Nach guten ersten zehn Minuten verfielen die Gäste aber wieder in die Lethargie der letzten Wochen und wirkten verkrampft.

Bielefeld nicht zielstrebig in der Offensive

Bielefeld war nun bis zur Pause das bessere Team, ließ wie so oft aber die Zielstrebigkeit in der Offensive vermissen und wurde prompt bestraft.

Nach einem Hackentrick von Vicente Sanchez verwertete Farfan eine mustergültige Flanke von Außenverteidiger Christian Pander zum 0:1. Bielefelds Torhüter Dennis Eilhoff gab dabei allerdings keine gute Figer ab.

Eilhoff hätte beim Kopfball des Peruaners im Fünf-Meter-Raum eingreifen müssen.

Kuranyi trifft zweimal Aluminum

Nach dem Wechsel schien die Führung den Schalkern zunächst Sicherheit zu geben. Nach einem Latten-Kopfball (46.) und einem Abseitstor (52.) von Kuranyi entpuppte sich dies jedoch als Strohfeuer.

Kuranyi scheiterte in der 89. Minute freistehend am Pfosten.

"Wir haben jetzt wieder ein bisschen mehr Ruhe drin, die braucht man zum Fußball spielen", bemerkte Jermaine Jones, der die Mannschaft als Kapitän auf dem Platz führte.

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