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Trainer-Trio mit Feuer: Oliver Reck (l.), Youri Mulder (M.) und Mike Büskens © imago

Nach dem Sieg gegen die Arminia erhalten Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck Zuspruch. Neue Sündenböcke sind auch gefunden.

Bielefeld - Als in der Nachspielzeit sogar Kevin Kuranyi traf, schien das sportliche Glück endgültig zurück bei Schalke 04.

Nachdem er nach Lattenkopfball, Pfostenschuss und Abseitstor schon der Verzweiflung nahe schien, besiegelte der Ex-Nationalspieler mit seinem Treffer den 2:0 (1:0)-Sieg bei Arminia Bielefeld.

Ein einziges Spiel unter dem Trainer-Trio um "Euro-Fighter" Mike Büskens genügte, um die Atmosphäre in der Mannschaft sowie zwischen Fans und Spielern beim Chaos-Klub der letzten Wochen zu entspannen.

- doch die Anhänger des Bundesligisten haben nach den Entlassungen von Manager Andreas Müller und Trainer Fred Rutten längst neue Sündenböcke auserkoren.

Schnusenberg verweigert

Josef Schnusenberg lächelte nach dem eigentlich erlösenden Sieg jedenfalls nur gequält. Die Fan-Gesänge gegen ihn und Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies nagten an dem Präsidenten. Ein böses Fan-Plakat hatte ihm sogar die Sprache verschlagen.

"Vorstand und Tönnies - Maul halten", stand darauf zu lesen, und so verweigerte Schnusenberg nach dem Spiel öffentliche Kommentare. "Das Plakat war so deutlich zu sehen, da muss ich mich jetzt auch dran halten", meinte er verbittert.

Bordon will doch bleiben

Der Zorn auf die Vereinsführung war jedoch der einzige Stimmungskiller nach dem Sieg beim Lieblingsgegner in Ostwestfalen. Die Interimstrainer Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck feierten ein gelungenes Comeback und den siebten Sieg im achten Spiel ohne Niederlage.

Die Spieler wurden von den Fans minutenlang vor der Kurve gefeiert. Und der in der Ehre gekränkte Ex-Kapitän Marcelo Bordon will nach seiner Abschiedsankündigung unter der Woche nun doch seinen Vertrag bis 2011 erfüllen.

"Alles ist möglich"

"Ich habe wieder Spaß am Fußball. Wenn der Verein mit mir zufrieden ist, bleibe ich", meinte der stolze Brasilianer, der allerdings einen Bußgang der Klubführung erwartet: "Sie müssen zu mir kommen und sagen, was ihre Philosophie ist."

Derweil sprach sich Jermaine Jones, der in Bielefeld als Kapitän fungierte, schon vorsichtig für einen Verbleib des Trainer-Trios über das Saisonende hinaus aus: "Sie haben bisher sehr gute Arbeit geleistet. Wenn die Mannschaft funktioniert und Erfolg hat, ist alles möglich."

"Ich liebe Fußball"

Auch Büskens, der mit seinen Helfern bereits am Ende der vergangenen Saison eingesprungen war und mit 16 von 18 möglichen Punkten die Champions-League-Qualifikation erreicht hatte, schloss eine längere Amtszeit nicht aus.

Allerdings ist er offenbar auch noch nicht sicher, ob er sich den Stress an vorderster Front antun soll.

"Das war die turbulenteste Zeit in den 17 Jahren, die ich auf Schalke bin", sagte er nach dem Erfolg, den Jefferson Farfan eingeleitet hatte (45.): "Ich liebe Fußball. Aber ich muss nicht in der ersten Reihe stehen. Ich habe mich auch als Co-Trainer sehr wohl gefühlt."

Kuranyi ist erleichtert

Ausdrücklich lobte der 41-Jährige noch einmal seinen bisherigen Chef Rutten, "der sehr, sehr gute Arbeit geleistet hat". Deshalb ließ Büskens auch im selben System spielen, mit fast denselben Akteuren. Die Stimmung war jedoch besser.

"Wir sind erleichtert nach den turbulenten letzten Wochen", meinte Kuranyi. Und Jones blies zum Angriff auf die UEFA-Cup-Ränge(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) : "Wir haben gezeigt, dass wir eine Serie starten können."

Schwick sorgt sich

Davon ist die Arminia derzeit weit entfernt. "Das kratzt an der Moral", sagte Trainer Michael Frontzeck nach der zweiten Niederlage in Folge und nun schon sechs Heimspielen ohne Sieg.

Und da sogar "Lebensversicherung" Artur Wichniarek seit 601 Minuten auf sein 13. Saisontor wartet, macht sich auch Präsident Hans-Hermann Schwick Sorgen. "Ich hoffe, dass alle die Nerven bewahren."

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