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Was für ein Tor! An der kompletten Bayern-Abwehr vorbei, schiebt Grafite den Ball ins Tor © getty

Wolfsburg ist neuer Spitzenreiter. Bayern erlebt das schlimmste Debakel seit Jahren. Und Grafite macht das Tor des Jahres.

Wolfsburg - Das "magische Dreieck" des VfL Wolfsburg hat Titelverteidiger Bayern München entzaubert und sich mit dem Sprung an die Tabellenspitze zum Titelkandidaten Nummer eins aufgeschwungen.

Beim 5:1 (1:1) über den Rekordmeister demütigten die "Wölfe" dank ihres überragenden Trios Grafite, Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic das Team von Trainer Jürgen Klinsmann und setzten sich erstmals seit November 2004 an die Tabellenspitze.

Für die Bayern war es dagegen ein herber Rückschlag auf dem Weg zur angestrebten 22. Meisterschaft und die höchste Niederlage seit dem 26. Januar 2002 (1:5 bei Schalke).

Je ein Doppelpack von Dzeko (63./65. Minute) und Grafite (74./77.) sowie ein Treffer von Christian Gentner (44.) brachten den Niedersachsen den achten Sieg in Folge.

Bayern-Rückkehrer Luca Toni hatte für das zwischenzeitliche 1:1 (45.) gesorgt.

Für den VfL war es erst der dritte Erfolg im 12. Liga-Heimspiel gegen die Bayern, die nach vier Pflichtspielsiegen in den letzten Partien wieder eine Niederlage hinnehmen mussten.

Anfängliche Schwierigkeiten auf beiden Seiten

Im Spitzenspiel der zuvor punkt- und torgleichen Tabellenzweiten hatten beide Mannschaften anfänglich Schwierigkeiten, ihr druckvolles Offensivspiel zu entwickeln.

Dabei hatte der Rekordmeister aus München zunächst die größeren Spielanteile, ohne jedoch zu zwingenden Angriffsaktionen zu kommen.

Keine Gefahr in den Strafräumen

So umkämpft fast jeder Ball im Mittelfeld war, so harmlos blieben beide Team zu Beginn vor dem gegnerischen Tor.

Einen ersten gelungenen Angriff der Bayern über Philipp Lahm konnte Bastian Schweinsteiger mit einem Kopfball am Wolfsburger Fünfmeterraum nicht verwerten (5.).

Auch die erste Gelegenheit des VfL durch einen Schuss von Dzeko (15.) blieb ungenutzt.

Die bis dahin beste Möglichkeit vergab der Bosnier ebenfalls, als er nach starker Vorarbeit seines Landsmanns Zvjezdan Misimovic in der 23. Minute aus 13 m freistehend Lahm anschoss.

Doppelschlag vor der Pause

Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit wurden die Bemühungen auf beiden Seiten dann doch belohnt.

Zunächst war Gentner nach einer Ecke von Misimovic zur Stelle und köpfte völlig frei aus 5 m unhaltbar für Bayern-Keeper Michael Rensing ein.

Doch gleich im Gegenzug fiel das 1:1 durch Toni, der im Nachschuss VfL-Schlussmann Diego Benaglio überwand.

Dieser hatte zuvor einen Kopfball von Lucio gerade noch klären können, brachte bei Tonis Abstauber die Fäuste aber erst hinter der Linie an den Ball.

Wolfsburg wird immer stärker

Nach dem Seitenwechsel dominierten zunächst wieder die Abwehrreihen. Nach einer Stunde wurden die Platzherren allerdings immer stärker und kamen so zum Erfolg.

Nachdem Dzeko eine Flanke von Marcel Schäfer in der 61. Minute noch knapp verpasst hatte, ließ er sich die Gelegenheit zu seinem 14. Saisontor zwei Minuten später nicht mehr nehmen.

Schäfer hatte dabei erneut die Vorarbeit von der linken Seite geleistet.

Grafite mit Traumtor

Die Bayern hatten den Schock des erneuten Rückstands wohl noch nicht verarbeitet, als Dzeko kurz darauf erneut zuschlug.

Über nur drei Staionen kam der Ball letztlich von Misimovic zum bosnischen Nationalstürmer, der Rensing aus 15 m erneut keine Chance ließ.

Neun Minuten später durfte sich auch noch Grafite doppelt in die Torschützenliste eintragen. Beim 5:1 tanzte er die gesamte Bayern-Abwehr aus und schob den Ball mit der Hacke aufreizend lässig über die Linie.

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