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Frust pur: Daniel Ziebig (vorn) und Atan Cagdas müssen die nächste Pleite verdauen © getty

Während Frankfurt einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt macht, hadern die Lausitzer mit sich und dem Schiedsrichter.

München - Aufatmen auf der einen, tiefe Enttäuschung auf der anderen Seite.

Während sich Eintracht Frankfurt durch das 2:1 gegen Cottbus (zum Spielbericht) mit nunmehr 29 Punkten im gesicherten Mittelfeld befindet, geht in der Lausitz weiter die Angst vor dem Abstieg um.

"Wenn wir das nächste Spiel gegen Arminia Bielefeld verlieren, dann ist ein Nicht-Abstiegsplatz nicht mehr zu erreichen", meinte Energie-Keeper Gerhard Tremmel.

Die 1:2-Niederlage war die insgesamt fünfte Pleite in Folge, Tremmel befürchtet Schlimmes: "Uns fehlt momentan der Glaube, solche Spiele gewinnen zu können."

Cottbus vergeigt Führung

Trotz einer guten Leistung in der ersten Halbzeit rückt für den Tabellenvorletzten aus Cottbus der zweite Bundesliga-Abstieg nach 2003 immer näher.

Nicht zuletzt, weil die Lausitzer nach dem Wechsel völlig den Faden verloren.

"Wir haben offenbar Angst vor guten Resultaten. Nach einer Führung kommen wir immer von unserem Weg ab. Da zeigen wir keinen Charakter", kritisierte Energie-Trainer Bojan Prasnikar nach der 16. Saisonniederlage.

Mit vielen guten Worten will der 56-Jährige seine Elf für das "Endspiel" gegen Bielefeld stark reden: "Kein anderes Ergebnis als ein Sieg spielt da eine Rolle."

Pechvogel Ziebig

Vorwürfe an die Adresse von Pechvogel Ziebig wollte Prasnikar aber nicht richten.

Der Abwehrspieler hatte einen 35-m-Freistoß von Eintracht-Standardspezialist Markus Steinhöfer unglücklich zum 1:2 (51.) ins eigene Netz abgefälscht.

Aber auch ohne das Zutun Ziebigs wäre der Ball im Tor gelandet. Ziebig gab dem Ball keine Richtungsänderung mit - der Treffer wurde also Steinhöfer gutgeschrieben.

"Der Ball wurde immer länger"

"Der Ball wurde immer länger, ich konnte ja meinen Kopf nicht einfach einziehen. Das ist alles sehr bitter", klagte Ziebig und forderte verzweifelt einen Befreiungsschlag:

"Am Samstag geht es für uns um alles. Wir müssen den Kopf bis dahin frei kriegen und endlich gewinnen."

In der vergangenen Saison hatten die Cottbuser im Saison-Endspurt mit fünf Heimsiegen in Folge den Klassenerhalt doch noch geschafft.

Zwei Strittige Elfmeter

Dabei waren die Lausitzer am Main wie so oft in den vergangenen Begegnungen in Führung gegangen.

Dimitar Rangelov hatte einen zumindest fragwürdigen Strafstoß verwandelt (11.), nachdem der Frankfurter Benjamin Köhler seinen Gegenspieler Emil Jula im Strafraum leicht touchiert hatte.

"Das war keine Aktion zum Gegner", wehrte sich Köhler, der nur vier Minuten später "Wiedergutmachung" betrieb.

Nach einer Flanke Köhlers sprang der Ball dem fallenden Dusan Vasiljevic an den Arm. Und erneut entschied Schiedsrichter Peter Gagelmann auf Strafstoß.

Was dem Referee herbe Kritik von Tremmel einbrachte: "Das läuft gegen uns immer so. Der Schiri soll in die Politik gehen", schimpfte Tremmel.

Tolles Comeback vom Liberopoulos

Der Cottbuser Schlussmann war beim Elfmeter von Nikos Liberopoulos (15.) machtlos.

Der Grieche, der sein achtes Saisontor erzielte, feierte damit nach knapp sechswöchiger Verletzungspause wegen eines Zehenbruchs ein gelungenes Comeback.

Sogar das Ausgleichstor rechnete Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel Liberopoulos zur Hälfte an.

"Da hat er Ziebig sehr gut bedrängt", lobte Funkel, der den ersten Heimsieg der Eintracht seit dem 6. Dezember 2008 wie auch Michael Fink als richtungweisend beurteilte.

"Das war ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt", meinte Fink.

Der Mittelfeldspieler wird die Hessen nach der Saison wohl verlassen.

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