Die Revanche von Magath an Bayern fällt heftig aus. Der Trainer kann sich ein Nachtreten gegen den Ex-Klub nicht verkneifen.

Es ist die Demütigung schlechthin: Wolfsburg führt gegen Bayern 5:1, die Fans in grün-weiß feiern freudentrunken ihre "Wölfe", als die 89. Minute kommt.

Auf der Anzeigetafel leuchtet die Eins auf, Torhüter Diego Benaglio macht für Andre Lenz Platz.

Der Ersatzmann darf teilhaben am historischen Sieg.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die Blamage für den FCB perfekt.

Formvollendet ist sie nicht, denn Felix Magath hätte sich diese letzte spöttische Grußadresse verkneifen sollen.

[image id="b4e77c77-65ef-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Andererseits zeigt diese Geste, wie sehr den Trainer die Entlassung in München aus dem Jahr 2007 noch wurmt.

Mit Schimpf und Schande hatten die Bayern den Trainer von der Säbener Straße gejagt. Zwei Double-Gewinne innerhalb von zwei Jahren konnten ihn in den Augen der FCB-Bosse nicht retten.

Die Bayern fürchteten damals um die Qualifikation für die Champions League. Überhaupt habe Fitness- und Disziplinprediger Magath die Mannschaft spielerisch nicht weiter gebracht, lautete die bitterböse Kritik.

Jetzt hat Magath dem Rekordmeister eine lange Nase gedreht.

In Wolfsburg baute er, unterstützt vom VW-Konzern, eine Mannschaft auf, die beste Chancen auf die Meisterschale besitzt.

Bayern-Manager Uli Hoeneß adelte Magath bereits vor dem Schlagerspiel als einen "alten Schlawiner".

Doch Magath ist mehr als ein Trainerfuchs.

Er kennt nach Stationen bei Hamburg, Nürnberg, Bremen, Frankfurt, Stuttgart und natürlich München die Bundesligaklubs hinter ihren Kulissen wie kaum ein zweiter.

Und er liebt es, allein die Strippen zu ziehen: In Wolfsburg kann er das als Trainer und Manager in Personalunion. An der Isar musste er sich ja mit Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge bei jeder Entscheidung einigen.

Auch wenn er es nicht offen aussprach, Magath nervte das.

In Wolfsburg wurde "König Felix" mit allen Machtinsignien ausgestattet. In zwei Jahren durfte Magath 39 Spieler einkaufen, 40 gab der VfL in der gleichen Zeit ab. Insgesamt steht in der VfL-Transferbilanz ein Minus von 50 Millionen Euro.

Geld, das aber gut angelegt scheint.

Für Magath hat sich der Schritt ins kleine Wolfsburg gelohnt. In der Liga sind er und seine Mannen gefürchtet.

Doch der nach außen oft so kühl wirkende Stratege ist nicht ohne Schwächen - die Verhöhnung der Bayern mittels der Torwart-Auswechslung beweist es.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel