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Pjotr Trochowski (r.) wurde beim Länderspiel in Wales für Lukas Podolski eingewechselt © getty

Trotz Verletztunssorgen und Platzverweisen: Hamburg findet einen Weg, wichtige Spiele zu gewinnen. Hoffenheim hat ausgeträumt.

Von Rainer Nachtwey und Björn Huth

München/Hamburg - Es ist derzeit bezeichnend für den Hamburger SV: Paulo Guerrero verließ beim 1:0-Sieg gegen 1899 Hoffenheim in der 14. Minute humpelnd das Spielfeld.

Der Stürmer hatte sich zwei Minuten zuvor am Sprunggelenk verletzt. Den Stürmer ersetzte Piotr Trochowski.

Und ausgerechnet der Einwechselspieler bereitete mit seinem beherzten Antritt und dem getimten Pass auf Jonathan Pitroipa den Siegtreffer vor. (Zum Spielbericht)

"Trochowski hat sehr gut gespielt", lobte Trainer Martin Jol, der Trochowski eigentlich schonen wollte.

"Ich war 14 Tage verletzt, deshalb ist es okay", sagte Trochowski über seine Degradierung auf die Bank zu Sport1.de.

Boateng muss länger ran

Nicht nur in der Offensive, auch im Abwehrverbund springt einer in die Bresche, sobald einer anderer ausfällt.

Collin Benjamin musste aufgrund einer Zerrung in der zweiten Halbzeit passen und der von der U-21-Nationalmannschaft krank zurückgekehrte Jerome Boateng ersetzte ihn auf der Position des rechten Außenverteidigers.

"Jerome hat mir gesagt, dass er wieder spielen kann. Aber eigentlich wollte ich ihn nicht länger als eine Viertelstunde bringen", sagte Jol zu Sport1.de.

Guerrero und Benjamin fehlen voraussichtlich

Trotz des Sieges, der den HSV durch die Niederlage Berlins (BVB stürzt Hertha vom Thron) auf Rang zwei bringt, muss der Trainer drei Rückschläge verkraften.

Guerrero und Benjamin werden für die anstehenden Spiele im Uefa-Cup gegen Manchester City (Do., ab 20.15 Uhr LIVE) und in der Bundesliga beim VfB Stuttgart voraussichtlich nicht zur Verfügung stehen.

"Es sieht für die ganze Woche schlecht aus", sagte Jol.

Schelte für den Kapitän

Gegen ManCity kann Kapitän David Jarolim zwar auflaufen, gegen den VfB muss Jol allerdings auf ihn verzichten. "Die Gelb-rote Karte war absolut unnötig", beschrieb der Trainer Jarolims Fouls an Marvin Compper und Marco Terrazzino innerhalb von fünf Minuten.

Der Tscheche selbst sah dies völlig anders. "Die Gelb-rote Karte war ein Witz. Das erste Foul war eins, aber das zweite nicht", beschwerte er sich bei Sport1.de über die Entscheidung von Schiedsrichter Florian Meyer.

Pitroipa trifft zum ersten Mal

Doch trotz all der negativen Nachrichten überwiegt in Hamburg das Positive. So erzielte Jonathan Pitroipa endlich sein erstes Bundesligator. "Pitroipa wird immer besser", freute sich Jol.

Allerdings hatte er auch etwas an der Leistung des Stürmers aus Burkina Faso auszusetzen. "Wir hätten den Sack viel eher zumachen müssen", meinte Jol, "wenn ich an die Chancen von Pitropia denke."

Trochowski glaubt an den Titel

"Das war ein Arbeitssieg, wir mussten bis zum Schluss zittern", hielt Jol fest, will aber dennoch nicht von der Meisterschaft reden. "Die Leute reden hier in Hamburg über Titel. Uefa-Cup, Pokal, Meisterschaft - nur wir nicht."

Da irrte sich der Coach allerdings. Denn Trochowski gab sich bei Sport1.de weit weniger zurückhaltend.

"Wenn wir weiterhin unsere Punkte sammeln und uns keine Blöße geben, ist dieses Jahr sicherlich etwas drin", sagte er selbstbewusst.

Auch die Meisterschaft? "Auch die Meisterschaft, klar."

Rangnick sauer über nicht gegebenen Elfer

Von diesen Träumen dürften sich die Hoffenheimer endgültig verabschiedet haben. Der Aufsteiger fiel erstmals in dieser Saison aus den ersten Fünf, die die Teilnahme am internationalen Geschäft bedeutet. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trainer Ralf Rangnick wollte die Niederlage nicht ohne Weiteres hinnehmen.

Der Coach beschwerte sich über einen verweigerten Strafstoß, nachdem Dennis Aogo Hoffenheims Stürmer Chinedu Obasi im 16er am Sprunggelenk getroffen und von den Beinen geholt hatte.

"Das war ein glasklarer Elfmeter", wetterte Rangnick. Schiedsrichter Meyer sah dies anders und gab Obasi Gelb wegen einer Schwalbe.

Rangnick baut auf Trio

Auch nach der Rückkehr des Offensiv-Trios Demba Ba, Obasi und Sead Salihovic blieb Hoffenheim zum achten Mal in Folge ohne dreifachen Punktgewinn. "Den dreien merkt man an, dass sie lange verletzt gefehlt haben", sagte Rangnick, der den Kampf um Platz fünf noch nicht aufgegeben hat.

Wie man trotz zahlreicher Verletzungen erfolgreich Fußball spielt, kann er bei seinem Trainerkollegen Martin Jol in Erfahrung bringen.

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