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Wolfsburg-Trainer Magath wurde 2005 und 2006 Meister mit den Bayern © imago

Nach der 5:1-Gala gegen Bayern wehrt sich Wolfsburg-Trainer Felix Magath im DSF-Doppelpass gegen Kritik am Torhüterwechsel.

München - Mit dem 5:1-Sieg über seinen Ex-Verein hat Felix Magath seinen bisher größten Erfolg als Wolfsburg-Trainer gefeiert.

Dennoch sieht er im DSF-Doppelpass den Triumph über die Bayern nicht nur positiv. Magath äußert sich außerdem zur neuen Favoritenrolle des VfL, den kritisierten Torhüterwechsel im Spiel gegen die Münchner und seine Gemütslage nach dem Erfolg gegen den ehemaligen Arbeitgeber.(zum Spielbericht: "5:1! Wolfsburg macht sein Meisterstück")

Felix Magath über:

?den 5:1-Sieg gegen den FC Bayern:

"Mit so einem Spiel, so einem Ereignis hat man zu tun, ich habe mich noch die ganze Nacht damit beschäftigt. Mit so etwas kann man nie rechnen. Ich war überrascht. Der FC Bayern hat stark begonnen und das hat uns schon beeindruckt.

Man geht dann in die Halbzeit und versucht, die Mannschaft aufzurichten und hofft, dass man das gut hinkriegt. Wir haben aus meiner Sicht dadurch gewonnen, dass wir mit Josue einen überragenden Spieler hatten, der für mich sein bestes Spiel überhaupt gemacht hat.

Und Misimovic hat gearbeitet wie nie. Damit hatten wir das Zentrum dicht und Ribery war leichter zu kontrollieren."

?die Favoritenrolle des VfL Wolfsburg:

"Das ist ja gar nicht zu verhindern. Ich habe mich deshalb gar nicht so gefreut über das Ergebnis. Wenn man gegen den FC Bayern so hoch gewinnt, wird man automatisch Titelfavorit. Dagegen kann man sich gar nicht wehren.

Das ist jetzt nur eine Zwischenstation. Wenn wir nach dem 34. Spieltag noch da stehen, dann wären wir wirklich ganz oben angekommen. Wir hatten in dieser Saison schon viele Meisterfavoriten wie Leverkusen, Hoffenheim, Hertha usw. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die sind jetzt alle hinter uns. Es sind noch acht Spieltage und wir brauchen noch möglichst viele Siege."

?den kritisierten Torhüterwechsel kurz vor Spielende:

"Man ist immer empfindlich, wenn man verliert. Wenn ich damals in der Mannschaft stand und wir verloren haben, haben wir nicht geschaut, was der Gegner macht, sondern was wir verkehrt gemacht haben.

Uns war schon bewusst, dass da jemand empfindlich reagieren könnte. Wie aber dann der eine oder andere Spieler reagiert hat, halte ich für völlig daneben.

André Lenz ist ein Spieler, der normalerweise nicht im Mittelpunkt steht. Er ist ein sehr dankbarer und wertvoller Spieler, der uns den Sieg festgehalten hat, obwohl in der zweiten Reihe steht. Und nächste Woche sitzt er wieder klaglos auf der Bank.

Er hat nicht nur Diego Benaglio unterstützt, auch wenn der mal nicht gut gehalten hat, sondern auch die ganze Mannschaft. Er übernimmt Verantwortung. Ich habe versprochen, ihn einzusetzen, wenn es die Situation erlaubt.

Ich habe doch vorher nicht gewusst, dass wir gegen Bayern München mal in so eine Situation kommen, die uns das ermöglicht. Er wird über die Saison hinaus einen Vertrag erhalten, weil er so wertvoll ist."

?eine eventuelle persönliche Genugtuung:

"Ich habe immer schon gesagt, ich habe größten Respekt vor dem, was der Vorstand von Bayern München für diesen Klub leistet. Ich habe diese Entscheidung damals akzeptiert (gemeint ist seine Entlassung als Trainer des FC Bayern, Anm. d. Red.).

Und ich bin Uli Hoeneß dankbar, dass er mir damals die Gelegenheit gegeben hat, mit dem FC Bayern zweimal Meister und Pokalsieger zu werden. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein, denn ich habe davon auch profitiert.

Ich wünsche dem FC Bayern nie was Schlechtes, sondern immer was Gutes - es sei denn, sie spielen gegen eine Mannschaft, die ich gerade trainiere."

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