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Der FC Bayern ist Jürgen Klinsmanns erste Station als Vereinstrainer © imago

In einer "Wutrede" wendet sich Jürgen Klinsmann, Coach des FC Bayern, am Tag nach der Blamage in Wolfsburg an seine Mannnschaft.

München - Die Mannschaft hilflos, der Trainer wütend und der Vorstand geschockt.

Nach dem 1:5 (1:1)-Debakel beim neuen Bundesliga-Spitzenreiter VfL Wolfsburg 88688(Die besten Bilder) und vor dem wichtigsten Spiel des Jahres in der Champions League beim FC Barcelona (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE) geht es laut Jürgen Klinsmann um "die Zukunft des FC Bayern".

Der Coach redete seiner Mannschaft nach der höchsten Niederlage seit mehr als sieben Jahren ins Gewissen - und forderte eine deutliche Reaktion für das Hinspiel im Viertelfinale beim spanischen Tabellenführer.

"Mir geht es darum, dass jeder begreift, was nun auf dem Spiel steht: das gesamte Jahr 2009, die Zukunft des FC Bayern", sagte der 44-Jährige am Sonntag.

Zuvor hatte er den Profis in einer Ansprache "sachlich, ruhig, aber deutlich" gedroht: "Sie müssen wissen, dass es irgendwann mal Konsequenzen geben kann."

Anders als nach anderen Niederlagen mit den Bayern versuchte Klinsmann nicht, die Dinge zu beschönigen, sondern meinte: "Was da vorgefallen ist, das köchelt. Da ist eine Enttäuschung da, eine Wut, die in mir kocht."

Klare Botschaft

Er habe seine Mannschaft "mit der klaren Botschaft" nach Hause geschickt, "dass sich jeder Gedanken macht. Wir riskieren den Titel, das können wir uns nicht erlauben. Wir können noch alles gewinnen, aber wir müssen umdenken." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das gelte vor allem für die Profis, denn: "Ich habe zehn Monate den Kopf hingehalten, jetzt sind die Spieler dran. Ich verlange, dass sie sich zusammenreißen für den FC Bayern."

Nach einer Pleite wie in Wolfsburg müsse man auch mal den Mumm haben, die Schuld bei sich zu suchen, forderte Klinsmann - doch die Mannschaft hatte sich ebenso wie die sichtlich angeschlagenen Bosse gedemütigt und wortlos durch den Hinterausgang der Arena verzogen.

Kapitän Mark van Bommel gelobte einen Tag danach immerhin Besserung. "Der Trainer hat recht, dass wir uns hinterfragen müssen. Wer im Kopf schwach ist, gehört nicht zum FC Bayern", sagte er.

Mentale Probleme

Doch Klinsmann hatte eben diese mentalen Probleme bei seiner Elf ausgemacht.

Nach dem 1:0 der Gastgeber durch Christian Gentner (44.) brachte Luca Toni die Bayern zwar noch einmal zurück (45.), doch in der "inakzeptabelen" (Klinsmann) zweiten Halbzeit gingen sie im Wolfsburger Sturmwirbel unter.

Als Tabellenvierter ist der Abonnementmeister zwar noch nicht aus dem Titelrennen, und Klinsmann ist auch "nach wie vor überzeugt, dass wir Meister werden".

Nicht mehr Meisterfavorit

Doch angesichts von drei Punkten Rückstand auf Wolfsburg sind die Bayern zumindest nicht mehr erster Favorit. "Der VfL steht dort, wo wir stehen wollten", gab Klinsmann zu.

Vor Barca habe er "weniger Bammel als vor Frankfurt oder dem Karlsruher SC", meinte Klinsmann mit Blick auf seine Mannschaft, die "das Alltagsgeschäft vernachlässigt", in Europa zuletzt aber stark spielte.

"Es geht nur mit Willenskraft, Aufopferungsbereitschaft und mit Laufen, Springen, Rennen", betonte Klinsmann.

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