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Jonathan Pitroipa wechselte im Sommer von Freiburg zum HSV © getty

Die Hertha sieht sich trotz des Absturzes nicht in der Krise, der HSV zeigt sich in Sachen Problembewältigung meisterlich.

Von Melanie Läufle

München - Durch die Wolfsburger Gala gegen den FC Bayern gerieten die beiden anderen Titelkandidaten aus Hamburg und Berlin fast völlig aus dem Blickfeld.

Dabei zeigt vor allem der HSV, zumindest was den Teamgeist angeht, meisterliche Qualitäten. Auch die Hertha sieht sich trotz zweier Niederlagen am Stück nicht in der Krise.

"Es kommt immer darauf an, wie man Rückschläge verarbeitet. Wir haben ein Team, dass dies kann und einen Trainer, der ganz genau weiß, wo er jetzt ansetzten muss", äußert sich Manager Dieter Hoeneß im "Kicker" zuversichtlich.

"Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es gibt Niederlagen, die enttäuschender sind", so Hoeneß weiter.

"Brust raushalten"

"Der Kopf ist jetzt ganz wichtig, wir dürfen diesen Chancen nicht zu lange nachtrauern, sondern müssen wieder aufstehen und die Brust raushalten", fordert Kapitän Arne Friedrich.

Verteidiger Josip Simunic glaubt ebenfalls weiter an die Meisterschaft: "Wir wollen unseren Traum am Leben halten."

Alles drin

Trainer Favre beteuert zwar, dass der Druck beim Verlust der Tabellenspitze keine Rolle spielte. "Das hat damit nichts zu tun. Es war schon oft eng. Nur da haben wir unsere Chancen genutzt."

Dennoch scheint dem Hauptstadt-Klub die Verfolgerrolle besser zu liegen. Vor allem in der Vorrunde unterschätzte der ein oder andere Gegner noch die Favre-Truppe. Als die Hertha dann auf Rang eins stand, nahmen die Konkurrenten das Team ernst. Als Tabellenführer verloren die Berliner zuletzt die Partien in Stuttgart und gegen Dortmund.

Die Partie gegen Hannover ist ruchrungsweisend für die "Alte Dame". Meisterschaft, Champions-League, Uefa-Cup ? alles ist möglich, da der Abstand weder nach vorne noch nach hinten besonders groß ist. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Titelträume

Beim HSV sind die Titelträume noch um einiges realistischer.

Als einziger Klub tanzen die Norddeutschen noch auf drei Hochzeiten. In der Liga liegen die Hamburger punktgleich mit Wolfsburg auf Rang zwei. Außerdem stehen sie im DFB-Pokal Halbfinale und im Uefa-Cup Viertelfinale (Donnerstag, ab 20.15 Uhr LIVE) .

"Was hier passiert, ist ein Wunder", meint Abwehrspieler Collin Benjamin im Hinblick auf die Personalprobleme.

Viele Verletzte

Beim Blick auf die Verletztenliste könnte einem um den HSV tatsächlich Angst und Bange werden. Paulo Guerrero und Collin Benjamin mussten gegen Hoffenheim verletzt raus.

Bastian Reinhardt und Timothee Atouba spielen seit Wochen nicht, Demel braucht auch noch Genesungszeit und ob Alex Silva am Donnerstag einsatzfähig ist, entscheidet sich kurzfristig.

Benjamin cool: "Na und? Dann kommen halt andere rein und machen ihr Ding."

Spiel bezeichnend

Das Spiel am Sonntag war der beste Beweis dafür: Der für den verletzten Guerrero eingewechselte Piotr Trochowski bereitet das entscheidende Tor von Jonathan Pitroipa vor. Der sein erstes Bundesligator erzielte.

Jerome Boateng setzte sich trotz Grippe auf die Bank, wollte aber nur im Notfall spielen. Durch Benjamins verletzungsbedingtes Aus in der Halbzeit musste er dann 45 Minuten lang ran, opferte sich auf und verschwand nach Abpfiff völlig fertig in der Kabine.

Viel Spaß in Hamburg

"Was wir gespielt haben, war nicht meisterlich", so Trainer Martin Jol nach dem Spiel. Doch bei all den Sorgen wird das zur Nebensache. Im Gegenteil, die Hamburger genießen das derzeitige Geschehen.

"Wir haben unglaublich viel Spaß, das hilft uns in dieser Situation", erklärt Kapitän Jarolim. Auch wenn die Spielweise in der zweiten Hälfte gegen Hoffenheim nicht überzeugend wirkte -

Die Art und Weise, wie die Hamburger ihre Sorgen bewältigen, ist zumindest schon meisterlich.

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