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Wird Kuranyi (r.) bald unter den Fittichen von Werder-Coach Schaaf (l.) sein? © getty

Turbulente Zeiten in Bremen: Werder bemüht sich offenbar um Kevin Kuranyi - und hat vor Udine noch andere Baustellen.

Von Tobias Schneider

München - Hinter den Kulissen wird bei Werder Bremen bereits kräftig am neuen Kader gebastelt.

Nach der Steuer-Affäre um Claudio Pizarro sorgt eine weitere Personalie kurz vor dem Hinspiel im UEFA-Cup-Viertelfinale gegen Udine (Do., ab 20.15 Uhr LIVE) an der Weser für Gesprächsstoff.

Wie der "kicker" berichtet, wird Ex-Nationalstürmer Kevin Kuranyi als potenzieller Neuzugang für die nächste Saison heiß gehandelt.

Kuranyi besitzt beim FC Schalke zwar noch einen Vertrag bis 2010, ein Abschied des Stürmers bei den "Königsblauen" steht aber schon seit Längerem im Raum.

Werder klopft an

Nach "kicker"-Informationen haben Bremens Verantwortliche sich bereits bei Kuranyi über dessen Wechselbereitschaft informiert.

Roger Wittmann, der Berater des Stürmers, bestätigte das Bremer Interesse in der "Westfälischen Rundschau": "Davon habe ich auch gehört."

Dem Tabellen-10. steht womöglich ein umfassender Umbruch bevor, insbesondere in der Offensivabteilung.

Was wird aus Pizarro?

Der Verbleib von Chelsea-Leihgabe Pizarro (15 Tore) ist ungewiss. Blues-Eigner Roman Abramowitsch muss im Zuge der Finanzkrise den Gürtel enger schnallen. Unklar ist, ob die Engländer überhaupt an einem Verkauf interessiert sind.

Obendrein schwebt die Steuer-Affäre wie ein Damoklesschwert über Pizarro und dem SVW: Sollte der Peruaner tatsächlich für schuldig befunden werden, droht Pizarro eine Sperre seitens der FIFA - eine Weiterbeschäftigung hätte sich dann vermutlich zerschlagen.

Auch hinter der Zukunft von Markus Rosenberg und Hugo Almeida stehen Fragezeichen. Beide Stürmer haben sich in dieser Saison kaum in Szene setzen können. Gut möglich also, dass sich Werder von zumindest einem der Stürmer trennt.

Saison-Aus für Jensen

Während intensiv über mögliche Neuzugänge spekuliert wird, steht fest, dass Daniel Jensen in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

Der Däne war Anfang der Woche nach Basel und München gereist, um sich an der entzündeten Achillessehne behandeln zu lassen.

Um eine Operation kommt der 29-Jährige nicht herum: "Das hatte ich mir anders vorgestellt. Aber geschockt bin ich nicht. Ich wusste ja, dass etwas nicht in Ordnung ist", sagte der Mittelfeld-Spieler gegenüber der "Kreiszeitung".

Einem Comeback in dieser Spielzeit schiebt Jensen selbst einen Riegel vor.

"Nein, nein - ich habe das mal durchgerechnet. Theoretisch wäre das möglich, aber das Risiko ist einfach zu groß."

Klasnic-Klage vor Gericht

Mit dem "Fall Klasnic" geht unterdessen ein lange schwelender Konflikt in die entscheidende Phase.

Der Stürmer, vor der Saison nach Nantes gewechselt, hatte Bremens Mannschaftsarzt Götz Dimanski und Internistin Manju Guha wegen angeblich fehlerhafter Behandlung verklagt, wodurch seine Nierentransplantation notwendig geworden sei.

Der Kroate verlangt Schadensersatz und Schmerzensgeld, der Streitwert beträgt rund 1,4 Millionen Euro. Ein vom Gericht angestrebter Vergleich kam nicht zustande, die Verhandlung wurde nun auf den 17. April datiert.

"Das wird für mich ein Tag der Befreiung. Es kommen endlich alle Fakten auf den Tisch, und ich kann mich frei äußern", sagte Dimanski gegenüber der "Kreiszeitung".

Schlechte Karten für Klasnic?

Beim Vergleichsangebot waren Klasnic lediglich zehn Prozent des Streitwerts angeboten worden.

"Es gab ein Vergleichsangebot des Gerichts. Aber beide Parteien konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen", bestätigte Enzo Vial von der Pressestelle des Bremer Landgerichts.

Für 17. April sind nun alle Beteiligten zur Verhandlung geladen, ein Urteil wird aber wohl erst Wochen später erfolgen.

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