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Der Brasilianer Alex Silva (r.) gewann in Peking Olympia-Bronze © getty

Nach dem glücklichen Last-Minute-Sieg gegen den KSC bleiben dem HSV noch acht Tage, um für 20 Millionen Euro neue Spieler zu holen.

Hamburg - Dem Kraftakt folgt die Herkulesaufgabe:

Nach seinem ersten Bundesliga-Sieg will Trainer Martin Jol bis zum offiziellen Transferschluss am 31. August Einnahmen von geschätzten 20 Millionen Euro in geeignetes Personal für den Hamburger SV investieren.

"Ich hoffe, wir haben nächstes Wochenende ein paar personelle Möglichkeiten mehr", erklärte Jol nach dem glücklichen 2: 1 (1:0) des HSV gegen den Karlsruher SC durch das Last-Minute-Tor von Joris Mathijsen schmunzelnd.

Nach den Transfers von Kapitän Rafael van der Vaart (Real Madrid) und Vincent Kompany (Manchester City) stehen Millionen für angekündigte Reinvestitionen bereit.

Beiersdorfer kündigt Neue an

HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer zeigte sich optimistisch: "Wir versuchen natürlich noch, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden und werden das auch kommende Woche noch tun. Aber noch gibt es nichts zu verkünden."

Bislang einziger Coup auf dem Transfermarkt war die Verpflichtung von Mladen Petric von Borussia Dortmund im Tausch für Mohamed Zidan.

Ein Mittelfeld- und ein Abwehrspieler stehen offenbar noch auf Jols Wunschzettel.

Silva-Wechsel fast perfekt

So gut wie perfekt ist offenbar der Wechsel des brasilianischen Olympia-Teilnehmers Alex Silva. Der HSV-Aufsichtsrat gab am Sonntag grünes Licht für die Verpflichtung des 23-jährigen Innenverteidigers FC Sao Paolo. Die Ablösesumme soll 6,5 Millionen Euro betragen.

Anfang der Woche soll der Deal perfekt gemacht werden.

Angeblich auch Einigkeit mit Monzon

Bereits seit Wochen bemühen sich die Hamburger zudem um den argentinischen Verteidiger Luciano Monzon von CA Boca Juniors. Laut Pedro Pompilio, Präsident der Boca Juniors, ist der Wechsel bereits in trockenen Tüchern: "Wir sind uns mit dem HSV komplett über den Transfer einig", sagte Pompilio dem Radiosender "Radio La Red".

"Die Gespräche waren sehr lang, aber jetzt ist endlich alles arrangiert", so der Präsident weiter. "Monzon wird direkt von China nach Europa reisen, um mit dem HSV über einen Vertrag zu verhandeln. Wenn das klappt, geht der Wechsel über die Bühne."

Für Monzon, der mit der argentinischen Nationalmannschaft im Olympia-Finale in China gegen Nigeria 1:0 gewann, soll eine Ablösesumme von 5,2 Millionen Euro fällig sein.

Zudem soll Interesse am Senegalesen Baye Djiby Fall (23) von Odense BK und dem Ex-Bremer Leon Andreasen (25) bestehen, der den FC Fulham verlassen will. Bei beiden soll die Ablöse jeweils bei vier Millionen Euro liegen.

Defensive offenbart Schwächen

In der Defensive können die Hamburger Verstärkungen auch gut gebrauchen. Gegen den KSC offenbarten die Hanseaten eine Woche nach dem starken Auftritt mit dem 2:2 bei Meister Bayern München Schwächen.

Nachdem die Gastgeber vor 50.637 Zuschauern zunächst durch ein Eigentor des Karlsruhers Tim Sebastian (33.) glücklich in Führung gegangen waren, nutzte Sebastian Freis (67.) eine der sich bietenden Möglichkeiten zum verdienten Ausgleich für die Gäste.

Kreativität fehlt

"Gegen Bayern waren wir in jedem Zweikampf voll dabei. Diesmal hat immer etwas gefehlt", sagte dann auch Torschütze Mathijsen.

Und Martin Jol ergänzte: "Unser Spielaufbau war zu langsam und im Mittelfeld hat es uns an Kreativität gefehlt."

Petric mittendrin statt nur dabei

18 Minuten vor dem Ende brachte der 52-Jährige den kroatischen Neuzugang Petric, der an der entscheidenden Szene maßgeblich beteiligt war.

Erst bekam er einen Eckball zugesprochen, obwohl er selbst zuletzt am Ball war, dann war er Sekunden später mit dem Kopf am Ball, bevor dieser Mathijsen einschussbereits vor die Füße fiel.

"Es ist schön, wenn man mit dem Köpfchen beim entscheidenden Tor dabei ist", sagte Petric.

KSC nicht "ganz hellwach"

Beim KSC sorgte die Situation Sekunden vor dem Abpfiff indes für viel Frust.

"Mit dieser Niederlage werden wir noch einige Zeit hadern. Meine Spieler waren auch eine halbe Stunde nach Spielschluss immer noch völlig demoralisiert", sagte Trainer Edmund Becker, dessen Team einen Punkt verdient gehabt hätte.

Eine Woche nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen den VfL Bochum konnte der KSC-Coach seiner Mannschaft nur einen Vorwurf machen: "Wir waren ein einziges Mal in diesem Spiel nicht ganz hellwach - das hat die Partie entschieden."

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