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Dietmar Beiersdorfer bestritt als Aktiver ein A-Länderspiel für Deutschland © getty

Dietmar Beiersdorfer wird neuer Vorstandsvorsitzender beim Hamburger SV. Der 50-Jährige unterschreibt einen langjährigen Vertrag.

Hamburg - Das Comeback kann beginnen: Fünf Jahre nach seinem mit viel Ärger und Frust verbundenen Abgang als Sportdirektor zieht Dietmar Beiersdorfer erneut in die Chefetage des Hamburger SV ein - diesmal allerdings als Vorstandschef.

Der ehemalige Nationalspieler hat am Mittwoch einen Vertrag als Klubboss unterzeichnet.

"Das ist für mich ein ganz besonderer und emotionaler Tag. Ich bin stolz und glücklich, die Neuaufstellung des HSV mitgestalten zu können", sagte der 50-Jährige.

Der Verein sprach lediglich von einem "langjährigen Vertrag", die Rede ist von einer Laufzeit bis 2017.

Zähe Gespräche mit Zenit

In zähen Gesprächen mit seinem bisherigen Arbeitgeber Zenit St. Petersburg hatte Beiersdorfer in den vergangenen Tagen in der russischen Metropole seine vorzeitige Freigabe ausgehandelt.

Offizieller Dienstbeginn des gebürtigen Franken ist der 1. Juli. Dann tritt die Ende Mai von der Mitgliederversammlung beschlossene Strukturreform in Kraft.

Auch der designierte Aufsichtsratsvorsitzende Karl Gernandt freut sich auf die Zusammenarbeit: "Dietmar Beiersdorfer ist genau der richtige Mann, der unseren HSV voranbringen wird. Ich wünsche ihm viel Glück und Erfolg bei seiner neuen Aufgabe."

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Schwierige Mission für den Rückkehrer

Fest steht: Auf Beiersdorfer, der die sportlichen Geschicke der Hanseaten zwischen 2002 und 2009 leitete und den HSV 2009 ins Halbfinale des DFB- sowie UEFA-Pokals führte, wartet in der Hansestadt eine immense Herausforderung.

Der Gehaltsetat des teuren Kaders muss von 43 auf 38 Millionen Euro gesenkt und gleichzeitig ein schlagkräftiges Team für die kommende Saison zusammengestellt werden.

Nach der katastrophalen Saison mit dem Fast-Abstieg soll Beiersdorfer wieder Ruhe in den Klub bringen und, viel wichtiger, mittelfristig wieder dahin führen, wo sich der HSV vor allem selbst am liebsten sieht: nach Europa. (SHOP: Jetzt HSV-Fanartikel kaufen).

Noch kein Angebot für van der Vaart

Größtes Sorgenkind des Kaders ist sicher Kapitän Rafael van der Vaart.

Nach seiner verletzungsbedingten WM-Absage sinken die Chancen des Klubs, den niederländischen Spitzenverdiener (Vertrag bis 2015) noch in diesem Sommer loszuwerden.

"Es gab noch keine offizielle Anfrage eines Vereins für Rafa", sagte (Noch-)Sportchef Oliver Kreuzer: "Rafa hat hier noch ein Jahr Vertrag und wird am 18. Juni zum Trainingsauftakt wieder hier auf der Matte stehen."

Auch Jansens Zukunft noch offen

Auch bei Marcell Jansen ist die Zukunft offen.

Sollte der HSV im Buhlen um den Augsburger Linksverteidiger Matthias Ostrzolek am Ende die Nase vorne haben, könnte ein Verkauf Jansens Geld in die klammen Vereinskassen spülen. Jansens Vertrag läuft bis 2015 und beinhaltet eine Ausstiegsklausel in Höhe von fünf Millionen Euro.

Ein Klacks mit Blick auf die rund 100 Millionen Euro Schulden, die auf dem Klub lasten.

Bleibt Lasogga womöglich doch?

Unklar ist zudem, was aus dem abwanderungswilligen Hakan Calhanoglu wird oder ob der zuletzt von Hertha BSC ausgeliehene Pierre-Michel Lasogga bei einem Einstieg finanzstarker Investoren vielleicht doch an der Elbe bleibt.

Zurzeit weiß keiner so recht, wie das HSV-Gesicht der kommenden Saison aussehen wird.

Und endgültige Entscheidungen wird es wohl erst Anfang Juli geben.

Dann soll die HSV-Fußball-AG ins Handelsregister aufgenommen worden sein - und die Zukunft des neuen HSV mit Beiersdorfer beginnen.

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