Fast alle Top-Teams legen einen Stotter-Start in die Saison hin, auch der FC Bayern. Dort haben offenbar einige ihre Nerven nicht im Griff.

Alles Kopfsache, sagte Stuttgarts Trainer Armin Veh nach der 0:2-Pleite seiner Mannschaft gegen Bayer Leverkusen - und sprach damit wahrscheinlich vielen seiner Kollegen aus dem Herzen.

Denn fast alle Top-Teams haben einen Stotter-Start in die neue Spielzeit hingelegt: Der VfB patzte nach dem Auftaktsieg in Gladbach.

Auch Hertha BSC und Schalke 04 konnten nicht nachlegen, wobei die Gelsenkirchener mit dem 1:1 in Bremen sicher nicht unzufrieden waren. Werder dagegen ist nur Zehnter und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg.

Und auch der Titelverteidiger ist noch sieglos. Doch trotz des 1:1 in Dortmund waren fast alle Verantwortlichen beim FC Bayern - zumindest offiziell - hochzufrieden.

Immerhin verhinderte eine Energieleistung im Westfalenstadion eine Niederlage und damit wohl richtig turbulente Tage in München.

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Dabei sind zwei Zähler nach zwei Spieltagen und der schlechteste Auftakt seit neun Jahren alles andere als ein Ruhmesblatt für den Rekordmeister.

Wie schon gegen den Hamburger SV war auch beim BVB wenig bis nichts vom erhofften Power-Fußball unter Jürgen Klinsmann zu sehen. Der Sturm weiter ein laues Lüftchen, die Abwehr erneut mit großen Problemen und nervlich offenbar auch noch nicht auf der Höhe.

Dass die Bayern-Bosse dennoch nichts von Krise wissen wollten, lag daher an der Tatsache, dass das Team fast 70 Minuten in Unterzahl spielen musste und trotzdem den Rückstand zumindest noch ausgleichen konnte.

Wesentlich härter fiel das Urteil von FCB-Präsident Franz Beckenbauer aus, der die Partie im Fernsehen verfolgte. Den meisten Zorn des "Kaisers" zog dabei Mark van Bommel auf sich, der wegen einer Tätlichkeit bereits seine dritte Gelb-Rote Karte in den letzten zehn Bundesliga-Spielen sah.

Der neue Kapitän sei ein "unbeherrschter Charakter, der sich nicht im Griff hat", schimpfte Beckenbauer. Alles Kopfsache?

Der Niederländer und das gesamte Team müssen jedenfalls schnell die Kurve bekommen, sonst dürfte es in München tatsächlich einen heißen Herbst geben.

Vorerst bleibt die Tabelle mit dem neuen Spitzenreiter Hoffenheim noch eine Momentaufnahme. Allerdings sind sich die meisten Experten einig, dass sich der Aufsteiger mittelfristig oben festsetzen wird - auch Klinsmann und Beckenbauer.

Ob der Neuling schon in dieser Saison dauerhaft vorne mitspielen kann, wird vermutlich auch eine Frage der Nerven sein.

Alles Kopfsache eben.

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