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Claudio Pizarro (M.) hat bislang 100 Bundesligatore geschossen © imago

Werder Bremens Rückkehrer krönt seine Leistung gegen Schalke nicht mit einem Tor, trotzdem erntet der Stürmer viel Lob.

Von Jessica Pulter und Jan Wilke

München/Bremen - Es dauerte keine Minute bis Claudio Pizarro sich zum ersten Mal den Ball aus dem Mittelfeld geholt hatte.

Keine vier Minuten, bis er zum ersten Mal von Kollege Torsten Frings in der Spitze gesucht wurde.

Und keine acht Minuten, bis der Stürmer frei vor Schalkes Keeper Mathias Schober auftauchte und den Führungstreffer für Werder Bremen auf dem Fuß hatte.

Es sollte nicht seine einzige Chance beim 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Schalke 04 sein.

Lob vom Coach

Pizarro vergab sie alle, aber dennoch war sein Trainer zufrieden. "Es war hervorragend, was Claudio gezeigt hat", erklärte Thomas Schaaf.

"Er konnte nur einmal mit der ganzen Mannschaft trainieren. Dafür hat er das perfekt gemacht. Das zeigt seine Qualitäten."

Comeback bei Werder

Knapp sieben Jahre ist es her, dass der Peruaner für die Grün-Weißen auf Torejagd ging. Über die Stationen FC Bayern und FC Chelsea kehrte er erst in dieser Woche wieder an die Weser zurück.

"Ich bin froh, dass ich wieder hier bin. Und so ein gutes Spiel habe ich lange nicht gehabt", meinte "Piza", dem man kaum anmerkte, dass er seit Februar kein reguläres Saisonspiel mehr absolviert hat.

Pizarro fügte sich nahtlos ins Spiel der Bremer ein, kannte bereits die Laufwege seiner Mitspieler und arbeitete auch im Mittelfeld gut mit.

Nur mit dem Torschießen wollte es noch nicht klappen, denn zwei Mal vergab der Stürmer frei vor dem Schalker Tor.

"Ihm fehlt Kaltschnäuzigkeit"

"Claudio hat trotzdem gezeigt, dass er uns weiterhelfen kann", meinte der Ex-Schalker Sebastian Boenisch.

"Ihm fehlt noch die Kaltschnäuzigkeit", erklärte Frings, der in der 64. Minute selbst das Führungstor für Bremen erzielte.

Stärker in Halbzeit zwei

Bis dahin waren die als Tabellenführer angereisten Schalker mit den Bremern auf Augenhöhe.

Denn erst in der zweiten Halbzeit übernahm Werder mehr die Kontrolle, ging in Führung und hätte durch Naldo (81.) und Hugo Almeida (83.) das Spiel für sich entscheiden können.

Kein Lohn für die Mühen

Doch die Chancen blieben ungenutzt und Schalke kam in der 85. Minute nach einer Standardsituation durch Heiko Westermann zum Ausgleich.

"Wir haben den Lohn für unsere Arbeit nicht abgeholt und unsere Möglichkeiten nicht genutzt", musste Schaaf danach auch eingestehen.

Der Coach hat aber auch Grund für Optimismus, denn mit Bielefeld und Schalke hat man zwei Angstgegner in dieser Hinrunde bereits hinter sich, gegen die man in den letzten Jahren immer wieder Rückschläge einstecken musste.

Selbstvertrauen getankt

Schalke kann mit dem Punktgewinn ebenfalls zufrieden nach Hause fahren, auch wenn die Gelsenkichener die Tabellenführung abgaben.

"Es war wichtig, hier nicht verloren zu haben", erklärte Torhüter Schober, der den verletzten Manuel Neuer wieder sehr gut ersetzte. "Das gibt uns Selbstvertrauen für das Spiel am Mittwoch bei Atletico Madrid."

Ohne Angst nach Madrid

Dort steht für die "Knappen" das Rückspiel (Hinspiel 1:0) in der Champions-League-Qualifikation gegen die Spanier an.

"Wir brauchen am Mittwoch keine Angst zu haben, wenn wir eine ähnliche Leistung zeigen wie heute", meinte Ivan Rakitic.

Ein 1:1 wie gegen Bremen würde den Schalkern ja auch schon reichen.

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