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Der VfB Stuttgart feierte in der Rückrunde bisher sechs Siege © getty

Der VfB Stuttgart ist neben dem VfL Wolfsburg das Team der Stunde. Selbst Nebenkriegsschauplätze beeindrucken die Schwaben nicht.

Von Felix Götz

München - Als Markus Babbel im November 2008 nach einer 1:4-Pleite beim VfL Wolfsburg das Traineramt beim VfB Stuttgart von Armin Veh übernahm, glaubten nur eingefleischte VfB-Fans noch an eine erfolgreiche Saison. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Schwaben rangierten mit acht Punkten Rückstand auf einen UEFA-Cup-Platz auf Rang elf, spielten einen teilweise gruseligen Fußball und auch in der Mannschaft schien es nicht mehr zu stimmen.

Seither ist einiges passiert: Vor dem Spiel am Sonntag (ab 16.30 Uhr LIVE) gegen den Hamburger SV hat der Deutsche Meister von 2007 wieder große Ziele vor Augen.

Der VfB ist neben Wolfsburg die Mannschaft der Stunde. In der Rückrunde kassierten die Stuttgarter lediglich eine Niederlage (0:4 in Bremen) und sammelten 20 Punkte - nur die "Wölfe" sind mit 25 Zählern erfolgreicher.

Babbel hält den Ball flach

Seit dem Last-Minute-Sieg in Bochum (2:1) (Lehmanns Bock lässt Stuttgart jubeln) sind die Schwaben Fünfter und haben nur noch sechs Punkte Rückstand auf Tabellenführer Wolfsburg.

Mit einem Sieg gegen den HSV könnte der VfB sogar wieder Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen aufnehmen.

Trotzdem hält Babbel (Trainerportrait) den Ball flach: "Diesen UEFA-Cup-Platz gilt es nun in den letzten acht Endspielen zu verteidigen."

"Jetzt geht es erst los"

Etwas offensiver äußerte sich Manager Horst Heldt gegenüber der "Stuttgarter Zeitung": "Jetzt geht es eigentlich erst richtig los. Unsere Ausgangsposition ist gut, aber nicht optimal."

Selbst Nebenkriegsschauplätze wie das Interesse vom AC Mailand an Serdar Tasci und die Unzufriedenheit von Bankdrücker Khalid Boulahrouz ("Ich habe das Gefühl, in Stuttgart gegen eine Wand zu laufen"), bringen die Stuttgarter nicht aus dem Konzept, auch wenn Heldt warnt.

"Wir müssen uns jetzt auf das Wesentliche fokussieren. Wenn einer meint, dass wir schon etwas erreicht hätten, dann sind wir schnell wieder nur Siebter oder Achter."

Kompromiss mit dem DFB?

Auch das Gezerre mit dem DFB in Sachen Trainerlehrgang steht derzeit nicht an erster Stelle.

"Das interessiert mich im Moment nicht", sagt Babbel. Dabei gibt es in dieser Frage vielleicht bald Positives zu vermelden.

Der Klub steht kurz vor einer Kompromisslösung mit dem DFB, die es dem Trainer ermöglicht, in Stuttgart sein Amt weiter auszuführen und gleichzeitig in Köln die Ausbildung zu machen.

Der Lehrgang soll offenbar nur noch von Montag bis Mittwoch stattfinden, so dass genügend Zeit zur Spielvorbereitung bleibt.

Lob von Hitzfeld

Wie auch immer diese Geschichte endet: Die Gründe für den Höhenflug der Stuttgarter sind hauptsächlich bei Babbel zu suchen.

"Ich habe den Bayern-Spieler Markus Babbel verantwortungsbewusst und sehr stressresistent erlebt. Außerdem strahlt er eine große innere Ruhe aus. Genau diese Stärken spielt er nun auch als Trainer aus. Außerdem hat er dem VfB den Glauben an die eigene Stärke zurückgegeben", lobte Ottmar Hitzfeld bereits vor einiger Zeit gegenüber der "Stuttgarter Zeitung".

Der 36-Jährige verlieh dem VfB durch einen Systemwechsel wieder mehr Stabilität.

Er lässt konsequent mit zwei Sechsern spielen - zuletzt füllten diese Rolle Thomas Hitzlsperger und Sami Khedira vorzüglich aus.

Klare Hierarchie erkennbar

Außerdem hat es der ehemalige Verteidiger geschafft, im Team eine klare Hierarchie aufzubauen. Ganz wichtig dabei: Jens Lehmann.

"Er hat sehr viel Erfahrung und spricht auch unangenehme Dinge an. Das hilft der Mannschaft letztlich weiter", sagt der zuletzt starke Stürmer Cacau über den 39 Jahre alten Keeper.

Mit ein Grund, warum Heldt den Vertrag mit dem 69-maligen Nationalspieler um ein Jahr bis 2010 verlängert hat.

Dass Lehmann dem VfB erhalten bleibt ist also sicher. Ob auch Trainer Babbel beim VfB vor einer rosigen Zukunft steht, werden die nächsten Wochen zeigen ? auf und außerhalb des Rasens.

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