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Mit drei Treffern ist Vedad Ibisevic (l.) bester Torjäger © imago

1899 Hoffenheim und Gladbach sind gemeinsam aufgestiegen, doch in der Bundesliga ist erst eine Mannschaft angekommen.

Von Michael Schulz

München - 1899 Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach haben beide in der aktuellen Tabelle eine Null stehen - allerdings an unterschiedlichen Stellen.

Nach dem 1:0-Erfolg des Klubs aus dem 3300 Einwohner zählenden Stadteil von Sinsheim gegen die "Fohlen" aus Mönchengladbach (265.000 Einwohner) wird deutlich, dass die beiden Aufsteiger momentan Welten trennen.

Hoffenheim hat nach zwei Spielen sechs Punkte und 4:0 Tore. Der fünfmalige Deutsche Meister hingegen null Zähler und 1:4 Tore.

Statistik spricht für 1899

Daher ist das Team von Trainer Ralf Rangnick vor den Sonntagsspielen alleiniger Tabellenführer, während die Borussia Schlusslicht ist.

Und die Statistik spricht für den Spitzenreiter: Noch nie ist in der 45-jährigen Bundesliga-Geschichte der Erste des zweiten Spieltages am Saisonende abgestiegen.

Ibisevic gelassen

"Zurzeit zählt nicht, was wir für einen Platz haben. Es ist wichtig, dass wir von Woche zu Woche gut spielen", sagte Vedad Ibisevic, der in der 31. Minute den Siegtreffer erzielte.

Der Bosnier ist mit drei Treffern gemeinsam mit dem Bielefelder Artur Wichniarek Führender in der Torjägerliste.

Ibisevic hätte seine Trefferquote im Mannheimer Carl-Benz-Stadion, wo sein Verein in den kommenden sechs Monaten die Heimspiele austragen wird, noch erhöhen können.

Doch der 24-Jährige vergab ebenso mehrfach (60., 63., 86.) wie sein Sturmpartner Demba Ba (29., 48., 67. und 80.).

Demba Ba im Pech

"Demba Ba hat hervorragend gespielt und hätte zwei Tore verdient gehabt", sagte Trainer Ralf Rangnick: "Wir hätten mehr Tore schießen können, hatten aber Pech."

Entweder stand die Querlatte wie bei einem Kopfball von Per Nilsson (70.) im Weg, oder der beste Borusse: Keeper Christofer Heimeroth.

"Wichtig ist, dass wir hinten zu Null spielen und beim Gegner wenig Chancen zugelassen haben", erklärte Rangnick: "Gerade gegen eine offensivstarke Mannschaft wie Gladbach."

Compper warnt

Großen Anteil daran hatte ausgerechnet der Ex-Borusse Marvin Compper. Der Innenverteidiger stoppte die wenigen Angriffe der Borussia mit seinen Abwehrkollegen souverän. .

"Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet. Die ersten beiden Spiele sind perfekt gelaufen und wir haben die optimale Ausbeute geholt", sagte Compper, schob jedoch eine Warnung hinterher. Die Saison sei noch lang und es gebe so viele Beispiele von Mannschaften, die gut gestartet sind und später dann jäh abgestürzt sind. "Wir müssen weiter so konzentriert arbeiten. Dann bin ich frohen Mutes", meinte Compper.

Rangnick gibt Frist

"Wir sind nicht so naiv zu glauben, dass dies dauerhaft die Realität widerspiegelt", erklärte Rangnick: "Mehr Aussagekraft gibt es erst nach zehn Spieltagen."

Bis dahin werden auch der Nigerianer Chinedu Obasi (Olympia) und wahrscheinlich Eren Derdiyok (FC Basel) im Team sein. Angeblich soll der Transfer des Schweizer Nationalspielers kurz vor dem Abschluss stehen.

Schwacher Sturm

Verstärkung braucht auch Mönchengladbach. Vor allem am gegnerischen Sechzehner war das Team von Jos Luhukay am Samstag oft mit dem Latein am Ende. Entweder sind seine Stürmer noch nicht in Form (Oliver Neuville und Rob Friend) oder zu harmlos (Karim Matmour, Roberto Colautti).

Luhukay fordert Geduld

Von einem Fehlstart wollten weder Heimeroth ("Wir haben in Ansätzen gezeigt, dass wir es besser Fußball spielen können"), noch Jan-Ingwer Callsen-Bracker ("Wir machen nur zu viele individuelle Fehler, aber wir sind ein Team um diese auszubügeln") sprechen.

"Nach zwei Spieltagen fallen keine Entscheidungen. Wir müssen und werden weiter daran glauben, dass die Wende kommt. Ich zweifle keine Sekunde daran", meinte auch Trainer Luhukay.

Nationalspieler mahnen

Kritischere Töne stimmten die beiden deutschen Nationalspieler an. "Wir müssen in den nächsten Tagen viel analysieren", sagte Marin.

"Wir müssen endlich unsere Chancen nutzen", forderte Oliver Neuville: "Der Einsatz war zwar da, aber am Ende stehen null Punkte nach zwei Spielen. Das ist die Lage."

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