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Toni Kroos wechselte 2006 von Hansa Rostock in die Jugend des FC Bayern © getty

Nachdem Real bereits mit Toni Kroos über einen Wechsel im Sommer klar war, soll sich Madrid nun auch mit Bayern geeinigt haben.

Von Martin Volkmar und Christian Ortlepp

München - Das ging schneller als gedacht: Der Transfer von Toni Kroos zu Real Madrid ist offenbar perfekt.

Wie die bei Real Madrid sehr gut informierte Madrider Sportzeitung "Marca" in ihrer Donnerstag-Ausgabe auf der Titelseite berichtet, haben sich der FC Bayern und der spanische Champions-League-Sieger auf eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro geeinigt.

"Hecho!", schrieb das Blatt in dicken weißen Buchstaben auf seiner Titelseite, also: "Tatsache!"

(840492DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt)

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Ein letztes Bayern-Angebot abgelehnt

Kroos habe demnach zuvor ein letztes Angebot der Münchner zur Verlängerung seines bis 2015 laufenden Vertrags abgelehnt.

Der Mittelfeldspieler soll eine deutliche Aufstockung seines angeblich bei 4,5 Millionen Euro brutto liegenden Jahresgehalts gefordert haben, dem wollte der FCB nicht nachkommen.

[kaltura id="0_bxjzunvn" class="full_size" title="Kroos Wechsel zu Real riskant"]

Der 24-Jährige erhält laut "Marca" nun bei den Königlichen einen Vertrag über fünf Jahre verdient fünf Millionen Euro netto im Jahr.

Bestätigung wohl erst nach der WM

Der deutsche Rekordmeister wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, dementierte ihn aber auch nicht.

Von Real Madrid gab es ebenfalls keinen Kommentar, womit auch erst nach der WM in Brasilien zu rechnen ist.

Schon vor wenigen Tagen hatte sich Real nach SPORT1-Informationen mit Kroos-Berater Volker Struth auf einen Deal geeinigt, auch wenn der Berater dies bestritt.

Der deutsche Nationalspieler sagte SPORT1 im Interview nach dem 2:1-Viertelfinalsieg über Algerien, er werde die Meldungen während der Endrunde nicht kommentieren:

"Ich habe es schon gesagt: Ich spiele hier eine WM und das ist das Wichtigste. Ich kann ja nicht zu allem etwas sagen, was irgendwo steht. Es wurden ja schon alle Vereine durchgezählt: von Manchester über Chelsea bis hin zu Barcelona und Real Madrid. Es wird nach der WM eine Entscheidung geben, die wird dann auch mitgeteilt."

Selbiges wiederholte er am Donnerstag auf der offiziellen FIFA-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankreich: "Ich kann nicht jeden Bericht kommentieren. Ich habe klar gesagt, dass es während der WM keine Entscheidung geben wird und ich mich auch von nichts ablenken lasse."

Schon seit 2012 im Fokus von Real

Real beobachtet Kroos wegen seiner vielfältigen Einsetzbarkeit im Mittelfeld schon seit der überragenden Leistung des 48-maligen Nationalspielers im Champions-League-Halbfinale 2012.

Zudem ist Kroos der Wunschspieler von Trainer Carlo Ancelotti, der mehr Balance zwischen Offensive und Mittelfeld herstellen will und Zweifel am älter werdenden Xabi Alonso und am technisch limitierten Sami Khedira hat.

Bayern-Trainer Pep Guardiola hätte den spielstarken Kroos aus ähnlichen Gründen dagegen gerne zumindest bis Vertragsende 2015 gehalten, hielt sich aber offenbar komplett aus den Vertragsgesprächen raus.

Bayern wollten rasche Entscheidung

Zuletzt hatten die Münchner Kroos, an dem auch andere Topklubs wie der FC Barcelona, Arsenal, Chelsea und Manchester United interessiert waren, die Pistole auf die Brust gesetzt und eine schnelle Entscheidung über seine Zukunft gefordert.

Nun hat der Double-Gewinner die geforderte Klarheit, um die Personalplanung für die neue Saison voranzutreiben.

Durch den Abgang von Kroos wird ein Wechsel von Xherdan Shaqiri unwahrscheinlich, den der FC Liverpool angeblich verpflichten will.

Der Schweizer ist unzufrieden, da er im Vorjahr meist nur zweite Wahl war.

Rückkehr von Ribery unklar

Doch die Bayern wollen den 22-Jährigen nach seiner überzeugenden WM halten, da auch die Rückehr von Franck Ribery völlig offen ist.

Der Franzose musste wegen anhaltender Bandscheibenprobleme die WM absagen und wird erst nach seinem Urlaub einer genauen Untersuchung unterzogen.

Nach jetzigem Stand ist eine Rücken-OP nicht notwendig, dennoch ist die Dauer seiner Zwangspause unklar.

Darüber hinaus werden zahlreiche WM-Teilnehmer erst verspätet in die Saisonvorbereitung einsteigen, was in der Vergangenheit häufig zu Problemen beim Bundesligastart geführt hatte.

Trotz allem bleibt das Mittelfeld auch ohne Kroos das Prunkstück der Bayern. Für die fünf Plätze gibt es aktuell neben Ribery und Shaqiri acht weitere hochkarätige Kandidaten:

Thomas Müller, Arjen Robben, Javi Martinez, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Mario Götze, Neuzugang Sebastian Rode oder der noch rekonvaleszente Thiago.

Godin statt Vidal

Daher sind die Münchner nach SPORT1-Informationen auch nicht an Arturo Vidal (Juventus Turin) interessiert, den italienische Medien ins Gespräch gebracht hatten.

Vielmehr sucht der neue Sportdirektor Michael Reschke, der aktuell bei der WM in Brasilien potenzielle Kandidaten beobachtet, eher Spieler für die Defensive.

Topkandidat soll dabei der uruguayische Innenverteidiger Diego Godin von Aletico Madrid sein, der angeblich rund 20 Millionen Euro Ablöse kostet.

Zudem ist der Kolumbianer Juan Cuadrado, der rechts offensiv und defensiv spielen kann, im Bayern-Fokus.

Derzeit verlangt der AC Florenz aber noch eine utopische Ablösesumme von 40 Millionen Euro, zudem ist auch der FC Barcelona am 26-Jährigen dran.

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