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Wolfsburgs Sascha Riether (l., mit Grafite) traf in zum zweiten Mal in der Saison © imago

Felix Magaths "Wölfe" verhindern nur knapp das Ende ihrer Erfolgsserie - und verweigern weiter das Bekenntnis zum Titelkampf.

Von Martin Hoffmann

München - Hans Meyer ist bekanntermaßen ein alter Trainerfuchs, dem man jede Kriegslist zutrauen kann.

Es war womöglich eine, als der Gladbach-Coach vor dem Duell gegen Wolfsburg so warme Worte über die Qualitäten des Tabellenführers fand - auch abseits des Sturmduos Grafite und Edin Dzeko.

"Dahinter steht eben auch ein Gebilde, das stabil ist und sie perfekt in Szene setzt", hielt Meyer fest.

Womöglich haben sich die Hintermänner des Sturmduos von dem Lob einlullen lassen, denn das sonst so stabile Gebilde hat in Gladbach gewackelt wie lange nicht.

Zusammengestürzt ist es aber eben nicht. Stattdessen bedeutete das 2:1 im Borussia-Park (SPIELBERICHT: Wolfsburgs Serie hält an) das mittlerweile neunte Kapitel in der unheimlichen Erfolgsgeschichte der "Wölfe".

Ein bekanntes Spielchen

Weiter ging es hinterher auch mit einem zur Routine gewordenen Spielchen, nämlich dem Versuch von Felix Magath und seinen Mannen ein offensives Bekenntnis im Titelkampf hören. Das Ergebnis: Das übliche Abwiegeln.

"Ein Blick auf die Tabelle ist zwar nicht verboten, aber dafür haben wir gar keine Zeit", behauptete etwa 0:1-Schütze Edin Dzeko: "Wir blicken weiter von Spiel zu Spiel." (DATENCENTER: Der 27. Spieltag)

Und der Trainer mahnte: "Es ist noch eine lange Strecke zu gehen. Man hat an Berlin gesehen wie schnell es geht."

Keine dominante Vorstellung

Ausgerechnet nach dem Spiel in Mönchengladbach aus der Deckung zu kommen, wäre für den tiefstapelnden Tabellenführer aber auch etwas skurril gewesen. Er war schließlich alles andere als eine dominante Vorstellung, die Wolfsburg ablieferte.

Die beste Offensive der Rückrunde glänzte nur unregelmäßig. Und die beste Defensive der Rückrunde offenbarte lang nicht mehr gesehene Schwächen 91615(DIASHOW: Die Bilder des Spieltags).

Außenbahnen nicht gut abgedichtet

Besonders der quirligen Marko Marin entzog sich immer wieder dem Zugriff der Wolfsburger. Drei "Wölfe" holten sich nach Fouls gegen den Jungnationalspieler Gelbe Karten ab - Marins direkter Gegenspieler Peter Pekarik gar schon nach drei Minuten.

Auch Außenverteidiger-Kollege Marcel Schäfer sah links gerade in der ersten Hälfte nicht gut gegen Karim Matmour aus.

Gladbach hätte mit zwei bis drei Toren in Führung gehen können, doch durch eine miese Chancenverwertung brachten sich die Gladbacher um den Lohn ihrer Offensivmühen.

Gladbachs grober Schnitzer

Und durch einen groben Abwehrschnitzer ließen sie das Spiel dann zu Wolfsburgs Gunsten kippen.

Bei Dzekos Führungstor hatte man den Eindruck, als hätte er eine gerichtliche Verfügung gegen Gladbachs Verteidiger erwirkt, sich ihm nicht mehr als fünf Meter zu nähern.

Nach dem 1:0 sah Wolfsburg schon mehr nach Titelkandidat aus: Effektiverer Spielaufbau, bei Bedarf taktisch kluges Tempodrosseln und weniger Fehler in der Defensivarbeit.

"Wenn du so ein Spiel gewinnst..."

Die Pointe, die dann kam: Gerade als Wolfsburgs Pflichtsieg schon ausgemacht schien, kam über Dantes Kopfball der Ausgleich. Doch es spricht für die Wölfe, dass sie hinterher unbeirrt zur Schlussoffensive ansetzten - und mit dem Siegtor von Sascha Riether belohnt wurden.

Und so kam es am Ende zu jener Art Sieg, von der Hobby-Sportpsychologen hinterher gerne sagen: "Wenn du so ein Spiel gewinnt, wirst du Meister."

Mit dieser Weisheit konfrontiert kontere Felix Magath aber gewohnt lässig und stellte lediglich fest: "Wenn du so ein Spiel gewinnst, hast du drei Punkte mehr."

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