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Toni Kroos wechselte 2006 zum FC Bayern
Toni Kroos wechselte 2006 zum FC Bayern © getty

Wie sein Berater mitteilt, hat Toni Kroos das Angebot des FC Bayern abgelehnt. Nun beginnt der Poker zwischen dem FCB und Real.

München - Das Kapitel FC Bayern ist für Toni Kroos wohl bald beendet.

Darüber ob, wann und unter welchen Begleitumständen der Mittelfeldspieler den Rekordmeister verlässt, gibt es aber weiter täglich neue Meldungen.

Neueste Wendung: Der FC Bayern habe ein Angebot zur Vertragsverlängerung angeblich zurückgezogen.

Eine Darstellung, der Kroos-Berater Volker Struth widerspricht.

"Ich weiß nicht, wie man ein Angebot zurückziehen soll, das Toni direkt abgelehnt hat?, sagte Struth "dpa" und bezeichnete entsprechende Meldungen als "falsch".

Die Verhandlungen zwischen Kroos und den Bayern waren bereits vor geraumer Zeit gescheitert.

Einigung mit Real

Nach SPORT1-Informationen ist sich Kroos bereits mit Real Madrid über einen Wechsel einig. Vor einigen Tagen berichtete die bei den "Königlichen" für gewöhnlich sehr gut informierte "Marca" auf der Titelseite, die Vereine hätten sich ebenfalls geeinigt und auf eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro geeinigt. (BERICHT: Kroos-Wechsel zu Real offenbar perfekt)

Seither musste sich Kroos stets erklären. Die Antwort blieb die gleiche: keine Bestätigung. Aber eben auch kein Dementi.

"Ich habe gesagt, dass nichts perfekt ist. Die letzte Meldung ist so einfach nicht richtig. Ich möchte erst diese WM spielen, und wenn sie vorbei ist, wird es eine Entscheidung geben. Dann werden wir schlauer sein", sagte Kroos erst am Montag der "tz".

Starke Auftritte bei der WM

Nach inzwischen übereinstimmenden Medienberichten steht die Entscheidung aber fest: Kroos wird ein "Königlicher". Nur der Zeitpunkt ist noch unklar.

Sollte es entgegen der Meldungen aus Spanien nicht zu einer Einigung zwischen den Klubs kommen, müsste Kroos noch ein Jahr in München bleiben. Dann wäre er aber anschließend ablösefrei.

Oder aber er findet noch einen anderen Klub. Interessenten dürfte es ob seiner guten WM-Auftritte genug geben.

Cruyff adelt Kroos

Bei den Bayern wollte Kroos dem Vernehmen nach in eine Gehaltskategorie mit den Riberys, Robbens, Lahms oder Schweinsteigers aufrücken. Rund zehn Millionen Euro soll er gefordert haben. Diese Summe waren und sind die Bayern aber wohl nicht bereit zu zahlen.

Dabei hat der hoch veranlagte Techniker bei dieser WM schon bewiesen, dass er zu den Großen der Branche gehört.

Seinen Marktwert hat er definitiv gesteigert und sich sogar schon ein Sonderlob von "König" Johan Cruyff eingeheimst. Er genieße besonders das Spiel von Toni Kroos, sagte der niederländische Vize-Weltmeister von 1974:

"Der Junge macht alles gut. Seine Ballbehandlung ist fast perfekt. Immer haben seine Pässe die richtige Geschwindigkeit. Schön zu sehen."

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Kein Glamour-Boy, aber genialer Passgeber

Schön zu hören, dürfte Kroos denken. Noch immer sieht sich der gebürtige Greifswalder in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so gewürdigt, wie er es selbst gerne hätte.

Kroos taugt mit seiner ruhigen Art nicht zum Glamour-Boy wie etwa ein Mario Götze oder Marco Reus. Auch seine eher sachliche Spielweise ist nicht jedermanns Sache. Es gibt nicht wenige, die Kroos vorwerfen, das Spiel zu verschleppen.

Andere wiederum sehen ihn als genialen Pass- und Taktgeber. Dazu zählen neben Cruyff Bayern-Trainer Pep Guardiola - und inzwischen auch Bundestrainer Joachim Löw.

Und auch bei Real sind sie offensichtlich von Kroos' Künsten überzeugt.

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