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Mit drei Saisontoren ist Marco Russ Frankfurts torgefährlichster Abwehrspieler © getty

Im Interview spricht Frankfurts Marco Russ über die Pleite in München und das "Abstiegs-Endspiel" der Eintracht gegen Gladbach.

Von Christian Stüwe

München - Eintracht Frankfurt hatte sich viel vorgenommen für das Gastspiel bei den kriselnden Bayern.

Doch schon nach drei Minuten machte Franck Ribery allen Plänen der Hessen einen Strich durch die Rechnung. Vom Rückstand erholte sich die Elf von Trainer Friedhelm Funkel nicht mehr.

"Wir haben Aufbauhilfe geleistet", ärgerte sich Vorstandsboss Heribert Bruchhagen im DSF: "So teilnahmslos habe ich unsere Mannschaft noch nicht gesehen. Wir haben Bayern zum Tore schießen eingeladen." (NACHBERICHT: Frankfurt ist nicht Barcelona)

Innenverteidiger Marco Russ(Spielerporträt) sieht die Defensivleistung der Frankfurter im Sport1.de-Interview ebenfalls sehr kritisch.

"Alle Gegentore waren durch individuelle Fehler bedingt", ärgert sich Russ, der in dieser Saison in der Funkel-Elf absolut gesetzt ist. Nur ein Spiel verpasst der 23-Jährige gelbgesperrt.

"Abstiegsendspiel" gegen Gladbach

Doch trotz der vielen Fehler von München ist die Niederlage beim Rekordmeister bei der Eintracht schon längst kein Thema mehr. Alles blickt auf die Partie gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (ab 15 Uhr LIVE).

Dann soll der Eintracht der vorentscheidende Schritt zum Klassenerhalt gelingen. Bei einem Sieg gegen die Borussia, deren Mittelfeld-Wirbelwind Marko Marin einst aus der Jugendabteilung der Hessen zu den "Fohlen" wechselte, hätten die Hessen bereits neun Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und gegen die hinter ihr platzierten Teams hat die Eintracht in dieser Saison bislang noch nicht verloren.

Fink geht zum Saisonende

Während Stürmer Martin Fenin nach seinem Rippenbruch gegen Gladbach mit einem schützenden Carbon-Panzer unbedingt dabei sein will, hat ein Teamkollege seinen Abschied zum Saisonende angekündigt.

"Michael Fink hat mir bestätigt, dass er Frankfurt zum Saisonende verlassen wird", sagte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel dem "kicker".

Bis dahin vereint Fenin, Funkel, Fink und auch Marco Russ der Wunsch, möglichst schnell den Klassenerhalt zu sichern, wie Russ, Sport1.de versichert.

Sport1.de: Herr Russ, wie bewerten Sie die 0:4-Niederlage in München?

Marco Russ: Ich denke, es hätte noch schlimmer kommen können. Bayern hat eine halbe Stunde vor Schluss aufgehört, Fußball zu spielen. Sie hatten zwar noch die eine oder andere Torchance, aber wenn sie so weitergespielt hätten, wie zu Beginn hätte es schlimmer ausgehen können.

Sport1.de: Letztes Jahr stand die Eintracht in München unter Dauerbeschuss und erreichte ein 0:0. Diesmal war fast jeder Schuss drin. Woran hat es gelegen?

Russ: Alle vier Gegentore waren durch individuelle Fehler bedingt. Beim ersten Gegentor war keiner bei Franck Ribery, beim zweiten war keiner bei Toni, beim dritten keiner bei Lucio. So fallen dann die Tore gegen Bayern. Die Bayern sind mit Wut im Bauch ins Spiel gegangen und das haben wir zu spüren bekommen.

Sport1.de: Nach wie vor steht kein Sieg gegen einen Top-Klub in der Liga zu Buche. Warum klappt es für die Eintracht einfach nicht gegen die "Großen"?

Russ: Vielleicht fehlt uns da die Cleverness. Oder es ist irgendetwas Allgemeines, was wir selber nicht wissen.

Sport1.de: Fehlt die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne?

Russ: Das hat nichts mit der Offensive zu tun. Gegen Bayern haben wir die Fehler hinten gemacht, das hat nichts mit den Stürmern zu tun.

Sport1.de: Es sind sechs Punkte zu den Abstiegsplätzen. Wie sehr schaut die Mannschaft noch nach unten?

Russ: Wir schauen nur nach unten. Es bringt nach nichts nach oben zu schauen. Die interessanten Dinge für uns spielen sich unten ab. Wir wollen so schnell wie möglich die nötigen Punkte holen, damit wir damit nichts zu tun haben.

Sport1.de: Schon am Samstag gegen Gladbach könnte ein ganz wichtiger Schritt gelingen?

Russ: Da müssen wir alles gut machen, was wir gegen Bayern verbockt haben. Da müssen wir zu Hause gewinnen.

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