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Der VfB Stuttgart wurde 2007 zum fünften Mal Deutscher Meister © getty

Der VfB Stuttgart ist die Mannschaft der Stunde. Auch ein erneutes Meisterwunder scheint machbar. Doch Trainer Babbel warnt.

München - In Bochum hat es bis zur 89. Minute gedauert. Gegen Hamburg war es sogar erste die dritte Minute der Nachspielzeit.

Spät zuzuschlagen wird langsam zum Markenzeichen des VfB Stuttgart.

Die beiden Last-Minute-Siege haben für Stuttgart das Tor zum UEFA-Cup weit aufgestoßen - und so langsam dämmert den Schwaben, dass es dabei nicht bleiben muss.

"Wir wollen Fünfter werden und wenn es die Möglichkeit auf Platz drei gibt, dann müssen wir zuschnappen", sagte Mario Gomez gegenüber Sport1.de.

Erneutes Meisterstück ist denkbar

Und der VfB-Stürmer ergänzte mit Blick auf die Meisterschale: "Wenn dann noch mehr geht, nehmen wir auch das mit. Aber so wechselhaft, wie die Tabellenspitze in diesem Jahr ist, kann man erst zwei, drei Spieltage vor Schluss Genaues sagen."

Schließlich ist die Erinnerung an den letzten großen Rückrunden-Lauf des VfB noch frisch. Womit der 2007 endete, ist wohlbekannt.

Ein erneutes Meisterstück der Stuttgarter ist mittlerweile denkbar - und allein das ist schon irrwitzig, wenn man an die Hinrunde zurückdenkt.

Der Nationalspieler gibt zu, dass bisweilen die Konstanz fehlte und die Mannschaft auch nicht immer gut mit Rückständen klargekommen sei.

Der VfB wirkte da zumeist nur noch wie ein verblasster Schatten der Meistermannschaft vor zwei Jahren.

Coach Armin Veh musste nach einer Serie von Misserfolgen gehen, Manager Horst Heldt wankte weniger einiger Transfer-Fehlgriffe ebenfalls schon.

Lebensgeister wieder erweckt

Mittlerweile hat Heldt die Planungen für die kommende Saison erfolgreich vorangetrieben. Torhüter Jens Lehmann verlängerte seinen Vertrag, Stürmerstar Mario Gomez gilt als unverkäuflich.

Und auch Nationalspieler Serdar Tasci wird von den Schwaben keine Freigabe für einen Wechsel bekommen.

"Dass andere Vereine an Tasci Interesse haben, ist nur logisch. Er ist begehrt, wir werden ihn aber nicht abgeben, das haben wir ihm gesagt", sagte Heldt der "Sport Bild". Der 21 Jahre alte Abwehrspieler ist noch bis zum 30. Juni 2010 vertraglich an den Bundesligisten gebunden.

Zuletzt wurde Tasci vom AC Mailand beobachtet. Auch Juventus Turin, Fenerbahce Istanbul, Arsenal London und der FC Chelsea sollen Interesse haben.

Glücksgriff Babbel

Der große Glücksgriff von Heldt war, dass er bei der Wahl von Vehs Nachfolger ins Schwarze traf.

Teamchef Markus Babbel hat bei Stuttgart die verloren geglaubten Lebensgeister wiedererweckt - und mit ihnen 30 Punkte in 13 Spielen gesammelt.

Hinter dem VfL Wolfsburg ist Stuttgart mittlerweile die zweiterfolgreichste Mannschaft der Rückrunde, ist von Platz zehn auf den fünften Rang geklettert (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Erfolg auch ohne Lehrgangswissen

Kein Wunder, dass die Stuttgarter da verbissen - und letztlich erfolgreich beim DFB darum kämpften, dass er seinen Job behalten darf, während er in der kommenden Saison seine Trainerlizenz erwerben wird.

Für Gomez ist das ein enormer Gewinn. "Markus ist ein Trainer, der absolut hungrig ist und eine natürliche Autorität hat, wie ich sie selten erlebt habe."

Denn auch wenn Babbel das Lehrgangswissen fehlen mag: Dass er weiß, wie man eine Mannschaft führt, hat er in Stuttgart eindrucksvoll bewiesen.

Besonders Babbels Fähigkeit, seinen unbedingten Erfolgswillen auf die Spieler zu übertragen, gilt als Schlüssel zu Stuttgarts Aufschwung.

Neue Youngster integriert

Babbel ist auch erfolgreich dabei, schon die nächste Generation von Stuttgarts "Jungen Wilden" in die erste Elf zu integrieren.

Am Sonntag machte vor allem Rechtsverteidiger Christian Träsch, 21, auf sich aufmerksam, der unter Babbel vom Ergänzungsspieler zur Stammkraft gereift ist.

Den Gedanken, dass seine Mannschaft noch um den Titel mitreden kann, weist Babbel noch von sich: "Wichtig ist zunächst, dass wir Platz fünf gesichert haben."

Er wolle nur, dass sein Team "das Bestmögliche aus sich herausholt, dann wird man sehen, was möglich ist".

Direkte Duelle mit Wolfsburg und Bayern

Dass trotz sechs Punkten Rückstand auf Wolfsburg noch alles möglich ist, zeigt der Blick auf Stuttgarts Restprogramm.

Von sieben Teams, auf die Stuttgart noch treffen wird, stehen vier in der unteren Tabellenhälfte.

Dazu müssen die "Wölfe" noch zum VfB, der dann am letzten Spieltag beim FC Bayern zu Gast ist.

Womöglich wird Stuttgart auch da noch einmal spät zuschlagen.

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