vergrößernverkleinern
Der FC Bayern zieht  die Reißleine: Klinsmann muss gehen, Jupp Heynckes übernimmt bis Saisonende
Jürgen Klinsmann beerbte 2008 Ottmar Hitzfeld als Bayern-Trainer © imago

Die Ablösung des Bayern-Coachs soll angeblich schon beschlossen sein. Und Luca Toni spricht schon über einen Nachfolger.

Von Martin Hoffmann

München - Uli Hoeneß hat zuletzt eines klargestellt: "Keinen Kommentar" werde es von dem Bayern-Manager bis zum Saisonende mehr zur Zukunft von Jürgen Klinsmann geben.

Es ist ein Schweigen, das viel aussagt, denn als Rückendeckung kann der Trainer das kaum verstehen.

Und es ist auch kein Weg, die Debatte um Klinsmanns drohende Ablösung einzudämmen, die jetzt im Gegenteil heftiger denn je entflammt ist.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" soll sogar schon feststehen, dass Klinsmann bei den Bayern keine Zukunft hat.

Auch Titelgewinn würde nichts mehr ändern

Die Zeitung berichtet unter Berufung auf "diverse Quellen, in der Politik würde man sie 'gut unterrichtete Kreise' nennen", dass Klinsmanns Ablösung schon seit zwei bis drei Wochen beschlossen sei.

Selbst der Gewinn der Meisterschaft könne diesen Entschluss nicht mehr kippen.

Die Sachlage deckt sich mit Informationen von Sport1.de und diverser anderer Medien.

Sammer als Nachfolger?

Favorit auf die Nachfolge ist laut "SZ" Matthias Sammer. Der Name des DFB-Sportdirektors und ehemaligen Dortmunder Meistercoachs falle in der internen Nachfolgedebatte "auffällig häufig".

Darüber hinaus werden zwei italienische Top-Trainer als Kandidaten genannt.

"Ein italienischer Trainer kann nur gut tun"

So hat Luca Toni Roberto Mancini als Ideallösung genannt.

In einem Interview mit dem TV-Sender "Mediaset Premium" wurde der Stürmer mit dem Gerücht konfrontiert, dass der ehemalige Trainer von Inter Mailand Klinsmann beerben könnte.

Toni wiegelte zunächst ab, dass er nicht wisse, was passieren würde, der Verein entscheiden müsse und alles vom Rest der Saison abhänge.

Dann aber ließ er sich doch auf die Nachfolger-Frage ein: "Es ist klar, wenn ein italienischer Trainer kommen würde - so gut wie Mancini - ich denke, es kann dem Ganzen nur gut tun und auch den Bayern!"

Auch Ancelotti im Gespräch

Darüber hinaus soll ein Berater des AC Mailand den aktuellen Milan-Coach Carlo Ancelotti ins Gespräch gebracht haben.

"Ancelotti gefällt den Bayern", habe Ernesto Bronzetti in einem Radio-Interview erklärt, berichtet die "Gazzetta dello Sport". Aber auch Real Madrid, der FC Chelsea, Manchester City und der AS Rom seien interessiert.

Ancelottis Zukunft bei Milan gilt aufgrund der wenig überzeugenden Saison trotz eines Vertrags bis 2010 als offen.

Stoiber übt Grundsatzkritik

Ähnlich sieht es für Klinsmann beim deutschen Rekordmeister aus. Ein weiteres Alarmsignal: Ein prominentes Führungsmitglied des FC Bayern übt öffentliche Grundsatzkritik.

Verwaltungsratschef Edmund Stoiber zweifelt in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte" am Sinn von Klinsmanns Strukturreformen.

"Wir haben unter Jürgen Klinsmann sehr viele neue Trainer eingestellt, die die Spieler in den einzelnen Bereichen besser machen sollten. Das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand nicht."

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident weiter: "Es ist doch sehr ernüchternd und sehr amerikanisch, das hat für mich wenig mit Fußball zu tun."

Fremd geblieben

Ein weiteres Signal, dass Klinsmann und seine Philosophien den Bayern im Grunde fremd geblieben sind.

Wie viel Klinsmann unter den Voraussetzungen nutzt, dass er in die Vorwärtsverteidigung geht und neue Investitionen in Spieler fordert (Klinsmann will Hochkaräter) - mehr als fraglich.

Zu Klinsmanns Zukunftsaussichten meint Stoiber übrigens: "Nach der Saison ziehen wir Bilanz."

Auch hier: Nichts gesagt - und doch wieder sehr viel.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel