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Dieter Hoeneß übernahm 1997 den Managerposten bei Hertha BSC Berlin © imago

Die Geschäftsführung greift in einem internen Schreiben das Präsidium an. Das Schreiben landet jedoch in der Öffentlichkeit.

Berlin - Bei Hertha BSC Berlin hat der Machtkampf hinter den Kulissen einen neuen Höhepunkt erreicht.

Stein des Anstoßes ist ein Brief, den die Geschäftsführung des Klubs ans Präsidium geschickt hat.

Dort wird angeprangert, dass Manager Dieter Hoeneß vom Präsidium persönlich angegriffen und diffamiert worden sei.

Die "Bild"-Zeitung veröffentliche den Brief am Donnerstag, der die Gremien der "alten Dame" endgültig spalten dürfte.

Auslöser des Schreibens war ein Bericht im Berliner "Tagesspiegel" vom 4. April, in dem Hoeneß nachgesagt wurde, er wolle Trainer Lucien Favre den sportlichen Erfolg streitig und dessen Arbeit schlecht machen.

Geschäftsführung empört

Mehrmals wurde dort ein anonymes Präsidiumsmitglied zitiert. Die Geschäftsführung reagierte empört.

Es sei nicht akzeptabel, erklärte die Geschäftsführung der Hertha, dass Hoeneß mit der Unterstützung eines Präsidiumsmitgliedes persönlich angegriffen und diffamiert werde.

Der nun veröffentlichte Brief wurde von mehreren Mitgliedern der Geschäftsführung unterschrieben, der Name von Hoeneß fehlt aber offenbar unter dem Schreiben.

Hoeneß geht nicht auf Details ein

Hoeneß wollte die Existenz des Briefes nicht in Abrede stellen, ging aber auf Details nicht ein.

"Mich interessiert lediglich, wie wir im Klub konstruktiv zusammenarbeiten können. Ich beschäftige mich ausschließlich damit, wie wir die Saison erfolgreich beenden können", sagte er.

Doch die Zusammenarbeit zwischen den Gremien wird bei Hertha immer schwieriger, seitdem Präsident Werner Gegenbauer Hoeneß im Dezember vorgeworfen hatte, aus dem sportlichen Erfolg des Klubs bei Auftritten in der Öffentlichkeit "Dieter-Hoeneß-Festspiele" gemacht zu haben.

Wie gelangte das Schreiben an die Öffentlichkeit?

Das Tischtuch zwischen Gegenbauer und Hoeneß ist seitdem zerschnitten.

Fraglich ist vor allem, wie das interne Schreiben an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Die "Bild" berichtet von Hertha-nahen Quellen, die Präsident Gegenbauer hinter dem anonymen Präsidiumsmitglied vermuten.

Daraufhin könnte laut dem Blatt Hoeneß als Reaktion den Brief in Auftrag gegeben haben, der nun veröffentlich wurde.

Es scheint so, als stünden der Hertha bis zum Vertragsende von Hoeneß im Jahr 2010 weiter turbulente Zeiten ins Haus.

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