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Der Geist der erfolgreichen Hinrunde ist den Hoffenheimern abhanden gekommen © getty

Der Karlsruher SC muss seine Chance gegen geschwächte Hoffenheimer nutzen um den Klassenerhalt nicht aus den Augen zu verlieren.

München - Die schlechteste Mannschaft der Saison gegen den schlechtesten Herbstmeister aller Zeiten: Das badische Derby zwischen dem Tabellenletzten Karlsruher SC und den abgestürzten Himmelsstürmern von 1899 Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr LIVE) ist in der Fußball-Bundesliga gemessen an der Rückrunden-Tabelle "das" Kellerduell.

Während der KSC vor heimischer Kulisse die letzte Chance im Abstiegskampf nutzen will, hat der so furios in die Saison gestartete Aufsteiger nach neun Spielen ohne Sieg die Teilnahme an der UEFA-Euroleague fast schon abgeschrieben.

"Nach einer Leistung wie zuletzt gegen Bochum verbietet es sich, von internationalen Plätzen zu reden. Wir werden es nicht schaffen, dass in kurzer Zeit wieder der gleiche Geist entsteht wie in der Hinrunde", sagte 1899-Trainer Ralf Rangnick dem "kicker".

"Spiel gegen den Ball"

Er kündigte für die Einheiten bis zum richtungweisenden Duell im Wildparkstadion eine Wiederbelebung des abhanden gekommenen Teamgeists an: "Durch Übungsformen mit Schwerpunkt Spiel gegen den Ball sieht man, wer bedinglos mitzieht oder sich ausklingt."

Ausgeklingt hat sich Mittelfeldspieler Carlos Eduardo bereits beim peinlichen 0:3 in Bochum am vergangenen Wochenende.

Nach seinem Schlag ins Gesicht von Bochums Philipp Bönig wurde der 21-Jährige als Wiederholungstäter vom DFB für fünf Spiele gesperrt und kann damit erst am vorletzten Spieltag gegen Rekordmeister Bayern München wieder eingesetzt werden.

"Wenn ich ehrlich bin, ist das momentan die kleinste Sorge, die ich habe", sagte Rangnick.

Lazarett Hoffenheim

Denn dem Fußball-Professor fehlen derzeit sieben potenzielle Stammspieler.

Neben den gesperrten Eduardo und Daniel Haas muss Trainer Ralf Rangnick auch auf die verletzten Timo Hildebrand (Knieprobleme) und Isaac Vorsah (Rückenprobleme) sowie die Rekonvalenszenten Vedad Ibisevic, Matthias Jaissle (beide Kreuzbandriss) und Andreas Ibertsberger (Innenbandriss im Knie) verzichten.

Özcan zwischen den Pfosten

Nach den Ausfällen der Keeper Hildebrand und Haas wird damit der Österreicher Ramazan Özcan gegen den KSC im Tor des abgestürzten Herbstmeisters stehen.

Özcan ist allerdings bis auf die wenigen Minuten in Bochum bereits seit sechs Monaten ohne Spielpraxis, nachdem ihn Rangnick wegen ungenügender Leistungen nach dem sechsten Spieltag auf die Bank verbannt hatte.

Maik Franz vor dem Comeback

Beim Tabellenletzten aus Karlsruhe lichtet sich derweil das Lazarett.

Vor allem KSC-Kapitän Maik Franz brennt nach mehr als fünfmonatiger Verletzungspause auf sein Comeback.

Der 27-Jährige hatte sich nach einer Zwangspause wegen eines Fersenödems im Januar in Basel an der Achillessehne operieren lassen und hofft nun auf seinen ersten Einsatz seit dem am 28. Oktober des Vorjahres (0:3 gegen Schalke 04).

"Bei mir sieht es ganz gut aus, ich könnte dabei sein", sagte Franz.

Freis will sich gebührend verabschieden

Allerdings wird der Innenverteidiger kaum dazu beitragen können, dass das mit nur fünf Zählern mit Abstand schwächste Rückrundenteam nach 720 torlosen Minuten endlich wieder ins Schwarze trifft.

Da sind die Stürmer gefordert. Allen voran der zur neuen Saison nach Köln wechselnde Angreifer Sebastian Freis, für den die letzten Spiele für das Team von Trainer Edmund Becker, das derzeit fünf Zähler hinter dem Relegationsplatz liegt, zur Charakterfrage werden.

"Ich will mich mit Toren und dem Ligaerhalt aus Karlsruhe verabschieden", sagte Freis.

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