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Jürgen Klinsmann weht der Wind zurzeit stark ins Gesicht © getty

Jürgen Klinsmann sieht sich vor dem Spiel in Bielefeld einer Medienkampagne ausgesetzt und kämpft mit akuten Personalproblemen.

Über den FC Bayern berichtetDaniel Rathjen

München - Der öffentliche Druck kann nicht größer sein.

Jürgen Klinsmann erwarten mit dem FC Bayern sieben "Endspiele" um die Deutsche Meisterschaft.

Während bereits heftig über seine Nachfolger spekuliert wird, versucht der Coach sich krampfhaft auf das Sportliche zu konzentrieren.

Drei Punkte hat der deutsche Rekordmeister Rückstand auf Tabellenführer VfL Wolfsburg. Am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) ist ein Sieg bei Arminia Bielefeld absolute Pflicht.

"Wolfsburg wird noch Federn lassen, wir wollen ganz klar Deutscher Meister werden und werden alles dafür tun", versprach der 44-Jährige kurz vor der Abreise nach Bielefeld beim Pressetalk an der Säbener Straße.

Dass die Bosse schweigen, will der Coach nicht als schlechtes Zeichen interpretiert wissen.

"Wir haben uns intern darauf verständigt, Ruhe und Gelassenheit zu zeigen", erklärt der Ex-Kalifornier.

Chancen verbessert

Aktuell scheint es sogar so, dass sich Klinsmanns Chancen, auch in der nächsten Saison Trainer in München zu sein, wieder verbessert haben.

Am Donnerstag traf er sich auf der Chefetage zu Gesprächen über Planungen für die kommende Spielzeit. Dabei ging es in zwei Stunden um Neuverpflichtungen und Perspektiven.

Mit am Tisch saßen neben dem Vorstand auch die leitenden Scouts Wolfgang Dremmler und Paul Breitner.

Auch Trainer und Mannschaft sind zumindest nach außen hin wieder enger zusammen gerückt.

"Wir müssen alle zusammenhalten", forderte Franck Ribery und kündigt an: "Wir werden uns in den letzten sieben Partien auch für Jürgen zusammenreißen."

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Gleiches kündigte Abwehrchef Lucio an: "Der FC Bayern ist ein großer Klub, es ist normal, dass immer viel geschrieben wird. Wenn wir Meister werden, kehrt wieder Ruhe ein", ist er sich sicher.

Spurlos an Klinsmann vorüber gehen die turbulenten Tage aber nicht. "Es ist schon ein bisschen extrem", sagt er.

Vorwürfe an die Medien

Die Spekulationen über seine Nachfolge nehme er gelassen zur Kenntnis, das gehöre schließlich zum Alltagsgeschäft der Medien.

Was ihn jedoch stört, seien "erfundene Geschichten, die bewusst genutzt werden, um Stimmung gegen mich zu machen".

Die "Sport-Bild" hatte am Mittwoch berichtet, Klinsmann habe Jens Lehmann mehrere Stunden "zum Trösten" in seiner Villa in Grünwald empfangen.

"Das entspricht überhaupt nicht der Wahrheit. Jens kam bei uns vorbei, um seinen kleinen Sohn abzuholen, der die gleiche Schule besucht wie meiner. Er war kurz an der Haustür und ist dann wieder gegangen, ich war gar nicht daheim", stellt er klar.

Seiner Ansicht nach verkaufe es sich gerade wohl besser, "mir einen auf die Mütze zu geben, als mich zu loben".

Auch die Darstellung in der "taz", die ihn in einer Fotomontage ans Kreuz genagelt zeigte, hat er noch nicht ganz verdaut.

"Muss einiges einstecken"

"Ich muss momentan einiges einstecken, das ist nicht schön, aber die Mannschaft und ich werden uns zerreißen, um am Saisonende auf dem Marienplatz die Meisterschale präsentieren zu können."

Beistand von oben gab es am Freitag beim Training. Zehn Nonnen der Kongregration der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul waren anwesend und übergaben Manager Uli Hoeneß einen Schal.

Hilfe jeder Art kann das Münchner Starensemble gebrauchen, denn als Horrorversion einer missratenen Saison droht die UEFA-Europaliga.

Ze Roberto verletzt

Gegen Bielefeld muss Klinsmann auch noch kurzfristig auf Ze Roberto (Wade) verzichten.

Dazu fallen Ersatztorwart Michael Rensing (Sehnenverletzung an der Hand) und Breno (muskuläre Probleme) verletzt aus.

Auch Lukas Podolski, Massimo Oddo (beide Wadenprobleme) und Miroslav Klose (Reha nach Sprunggelenk-OP) fehlen weiterhin.

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