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Klaus Schlappner stieg 1983 mit Waldhof Mannheim in die Bundesliga auf © imago

Trainer-Urgestein Klaus Schlappner lästert über das Modell Hoffenheim ab. Er würde sich nicht wundern, "wenn noch ein Eskimo auftaucht".

Mannheim - Trainer-Urgestein Klaus Schnappner kritisiert das "großspurige Gehabe" und den "aufgeblähten Apparat" bei den in der Rückrunde vom ersten auf den sechsten Tabellenplatz abgestürzten Hoffenheimern. (Teamseite)

"Es gibt keine heile Welt im Profifußball, auch nicht in Hoffenheim. Die Visionen, die verkündet wurden, sind doch nicht neu", sagte der 68 Jahre alte Ex-Coach des früheren Bundesligisten Waldhof Mannheim.

Und weiter: "Hoffenheim ist eine Retortengeschichte. Und die Alleskönner, die sich hinter Dietmar Hopp produzieren, sind eine große Gefahr."

Nach Ansicht von Schlappner ist der von Milliardär Dietmar Hopp finanzierte Aufsteiger abhängiger vom Erfolg als andere Klubs.

Kritik an Peters

"Ein Verein wurde in einem Traditions-Niemandsland in den professionellen Bereich gebracht. Die Neugierde und die mediale Berichterstattung haben für den großen Zuschauerzuspruch gesorgt", sagte Schlappner.

Und er sieht auch eine große Gefahr: "Da Hoffenheim sich alles leisten kann, wird der Verein nur am Erfolg gemessen. Es gibt keine Ausflüchte für Misserfolg, es muss immer etwas Spektakuläres passieren."

Kein Verständnis hat Schlappner für den großen Trainerstab hinter Chef Ralf Rangnick. (Trainerportrait)

"Da wird ein Sportdirektor eingestellt, der als ehemaliger Hockey-Trainer glaubt, trainingsmethodisch neue Elemente reinbringen zu können, die besser sind, als sie der Trainer kennt", schimpfte "Schlappi".

"Bernhard Peters hat es bei den Olympischen Spielen nicht einmal für nötig gehalten, Mannheims Oberbürgermeister am Nebentisch zu begrüßen. Aber die Gastfreundschaft im Mannheimer Stadion hat man gerne in Anspruch genommen."

Hermann ständiger Begleiter - Unsinn

Auch dass Nationalmannschafts-Psychologe Hans-Dieter Hermann ständiger Begleiter der Hoffenheimer Mannschaft ist, bezeichnet Schlappner als Unsinn.

"Hermann ist auch bei der Nationalmannschaft tätig. Da kann es passieren, dass ein Podolski vor den Augen der Weltöffentlichkeit seinem Kapitän Ballack in die Fresse schlägt. Ein guter Psychologe muss Stimmungen in der Mannschaft vorher erkennen, nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist", sagte Schlappner.

Taucht noch ein Eskimo auf?

Kein gutes Haar ließ der Ex-Trainer auch am "übertrieben" Scouting-Bereich der Kraichgauer.

"Jeder versucht, seinen Mann unterzubringen. Mich würde es nicht wundern, wenn demnächst noch ein Eskimo auftaucht. Da wird auf den tollen Charakter hingewiesen, auf den man größten Wert lege", sagte Schlappner.

Aber: "Eduardo ist drei Mal in einem Jahr vom Platz geflogen, alle Besserungs-Versuche seitens des Vereins sind verpufft. Und immer richtig bei der Auswahl hat man auch nicht gelegen, wenn ich nur das Beispiel Sanogo nennen darf."

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